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DIE SCHLANGE VOM NIL
Frauen und Orientaltanz
Autorin: Wendy Buonaventurs

Eine Buchbesprechung von Sylvia Sophia Assmann,
Einleitung Konstanze Winkler

DIE SCHLANGE VOM NIL
von Wendy Buonaventura
Originalausgabe: „Serpent of the Nile“ (1989/aktualisiert 2010)
Aus dem Englischen: Uwe Scheer; Geleitwort: Raksan
Umschlaggestaltung und Satz: Roswitha W. Möhl
Herausgegeben 2012 von TANZ Oriental, Möhl & Partner GbR
224 Seiten, 133 Abbildungen (farbig und schwarzweiß),
22 x 16,8 cm, Paperback
ISBN 978-3-00-037312-1
Euro 29,90 + Versand Euro 3,00
(für Abonnentinnen versandkostenfrei)
zu bestellen bei:
www.tanz-oriental.de

Wendy Buonaventura
Wer kennt sie nicht, die britische Tänzerin, Choreographin und Buchautorin “Wendy Buonaventura“? Sie, die elegante und doch trotz allen Erfolges bescheiden gebliebene Dame von Welt, die internationalen Ruhm erlangte mit ihrem innovativen Tanzstil, der sowohl den klassischen Ägyptischen Tanz als auch Elemente des Tango,
Flamenco und Tai Chi beinhaltet.

Wendy Buonaventura ist eine feine Beobachterin, was sich auch inhaltlich in ihren Büchern widerspiegelt. Ihr wohl bekanntestes Werk ist der Klassiker „The Serpent of the Nile“, welchen es auch in deutscher Sprache gibt und der seit kurzem in einer überarbeiteten Neuauflage zu erhalten ist. Roswitha und Gunnar Möhl, die Herausgeber der Zeitschrift „Tanz Oriental“ haben diesen Buchtitel gemeinsam mit Wendy frisch aufgelegt, und im Abspann der nun folgenden Rezension von Sylvia Sophia Assmann finden sich weitere Infos und Bezugsquellen für dieses informative, kurzweilige, und auch hübsch illustrierte Buch.

Wendy Buonaventura: Die Schlange vom Nil (Neuauflage 2012)
Rezension von Sylvia Sophia Assmann

Große Spannung und große Erwartungen entstehen schon vorab, wenn ein „Buchklassiker“ wie „Die Schlange vom Nil“ neu übersetzt und aufgelegt wird.

Viele Fragen tauchen auf: Ist ein so „altes“ Buch immer noch am Zahn der Zeit? Beeindruckt es nach fast 25 Jahren immer noch? Ist es immer noch aktuell? Was kann ich für mich als an orientalischer Kultur und Tanz interessierter Mensch an Input gewinnen? Und was enthält das neu hinzugefügte Kapitel?
Zum Buch allgemein: Irritierend ist anfangs die Übersetzung von „oriental dance“ in das etwas holprige Wort „Orientaltanz“ und die nicht ganz klare Struktur in den einzelnen Kapiteln. Ein Buch, das man sehr gut kapitelweise lesen und genießen kann. Sehr schön und ansprechend sind das Format und die Aufmachung und vor allem die Fülle an wunderbaren Fotos.

Zum umfangreichen und immer noch aktuellen Inhalt: Viele Aspekte des Tanzes und seiner Ursprünge, die gesellschaftliche Stellung des Tanzes und der Tänzerinnen, (Lebens-Geschichten von bekannten Tänzerinnen werden erwähnt und geben einen groben Überblick über die Bedeutung des Tanzes in vielen Regionen und Kulturen und Zeitepochen. Wo zum Beispiel sind, falls es sie gibt, die Unterschiede in einem Tänzerinnenleben in Kairo einst und heute...?
Mit so manch einem Vorurteil wird aufgeräumt, und Anekdoten und persönliche Erzählungen und Eindrücke von den unterschiedlichsten Menschen geben ganz unterschiedliche Situationen wieder und lassen Bilder aus alten Zeiten entstehen.

Manch einem Leser wird bewusst werden, welch großen Einfluss der orientalische Tanz und die, oft völlig verfälschte, Sicht der orientalischen Kultur auf die westliche Kultur ausübte, insbesondere auf die Malerei und den Tanz. Hierzu wird in „Die Schlange vom Nil“ die Entwicklung der Tanzstile von Isodora Duncan und Ruth St. Denis erzählt.
Im neu hinzugefügten Kapitel geht Wendy Buonaventura auf die vielfältigen neuen Einflüsse ein, mit denen der orientalische Tanz konfrontiert ist, und wie diese neue Stile und Tanzrichtungen (u. a. Tribal, Bollywood und Fusion) hervorbringen. Zum Nachdenken und Diskutieren anregend auch die Meinung der Autorin zum Thema Authentizität und allen Arten von Fusionen...
Weitere Infos und Leseproben unter:
www.tanz-oriental.de
Alles in allem ein Buch, das eine Tänzerin nach wie vor „besitzen“ sollte! Wobei „besitzen“ selbstverständlich auch „lesen“ bedeutet!!
Mata Hari
Ägyptischer Tanz kommt nach Hollywood - Filmplakat um 1954
Abb. rechts:
"Hochzeitsfeier..." Ölgemälde von
Gaston Saintpierre um 1870
"Tanz in der Wüste..." Ölgemälde von Otto Pilny, 19. Jh.
Abb. links:
3 Tänzerinnen von
"Fat Chance Belly Dance"
Alle Bilder dieser Seite stammen aus dem Buch "Die Schlange vom Nil"
Sylvia Sophia Assmann ist Tänzerin aus Linz, Österreich, und gefragte Autorin bei den verschiedenen einschlägigen Fachzeitschriften. Außerdem ist sie zweite Vorsitzende des Tribal D.A.CH. Vereins e.V. und leitet den Tribal-Stamm der "Baubo Vibes" in Österreich: www.baubo-vibes.at
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler