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Die neue CD von Solace ist allerdings ganz anders als seine Vorgänger. Hatte man bislang den Eindruck, dass der typische musikalische Fingerabdruck von Jeremiah M. Soto in jedem seiner wunderbaren Titel deutlich wahrzunehmen ist, muss man hier schon genauer hinhören, um ihn zu erkennen. Sicherlich ist er vorhanden, doch Solace ist moderner, experimenteller geworden.

Das erste Musikstück „No Dawn“ ist das einzige, bei dem ich sofort herausgehört habe, dass  es aus der Feder von Jeremiah M. Soto stammt. Es wirkt mystisch und sehr melancholisch, mit seinen perkussionsfreien Partien und traurigen Oudklängen, dann wieder unterlegt mit orientalischen Rhythmen von elektronischen Steeldrums und  der Tabla .  Ein Lied, um traurigschöne Geschichten zu tanzen. 

Der zweite Titel heißt „Never does the Light shine on me“ und dieser klingt schon nicht mehr ganz so orientalisch, eher folkloristisch-schamanisch, aber auch sehr urban.  Interessant der Mix mit Streichern und tiefen Bass-Breakbeats. Ich finde ihn fast geeignet für einen modernen Drehtanz.

Nummer drei  ist „Grey Day“ und so klingt er auch zunächst. Etwas schleppend, müßig und elegisch beginnt der Titel mit tiefen Tönen einer E-Gitarre und sparsam eingesetzten Synthesizerklängen. Er wird aber im Verlauf sphärischer, aktiver und sehr perkussionslastig.

„Ghost Girl Sings“, der vierte Titel des Albums klingt nach Afrika. Zu Afro-Rhythmen mit Schellenkranz, Rahmentrommel, Herzschlag-Tönen und gebetartigen Gesängen gesellen sich im Laufe des Stückes verrückte Elektro-Breakbeats, die mal wie die Salven eines Schnellfeuergewehrs, mal wie zischende Blitze klingen.

Nummer fünf „Discordia Coming“ klingt wieder orientalischer, und hier hört man auch wieder den typischen Solace-Sound durchklingen. Dennoch klingt auch dieses Musikstück moderner und ein wenig verrückter als alles bisher Veröffentlichte von Solace.

„Full Blown Stutter“ ist die Nummer sechs und mein persönliches Lieblingslied auf dem Album. Es ist mystisch, düster, urban, aber dabei immer noch orientalisch. Die hämmernden Bässe  der fesselnden Breakbeats lassen jederfraus und –manns Blutdruck vor Aufregung steigen. Mit modulierten Sythesizerklängen und immer wieder neuen spannenden Sequenzen ist es das perfekte Lied für eine Dark Industrial Säbelperformance.

Ab nun wird das Album für mich in erster Linie hörbar statt tanzbar (hab ich etwa doch der Gorgone zu tief ins Auge geschaut, oder ist das nur mein subjektiver Eindruck?)

Titel sieben bis zwölf wirken auf mich eher trancig-housig, wenn es diese Begriffe überhaupt gibt. Aber um meinen Eindruck wiederzugeben, fällt mir keine passendere Beschreibung für diesen Musikstil  ein.

Ach, hört es Euch doch selbst mal an, das neue Album von Solace, Ihr werdet sehen, es lohnt sich!

Die CD ist übrigens GEMA-FREI!!

Sämtliche Solace-Songs wurden aufgenommen und produziert von Jeremiah M. Soto. Technische Produktion und Vertrieb der CDs durch Norbert Ohneck , mags & more, 63457 Hanau, Deutschland.

Hier ist der Silberling auch zu erhalten.

Hier geht’s direkt zur CD: www.mags-and-more.com

Eine CD-Rezension von Konstanze Winkler
Entwarnung -
Steinstarre ausgeschlossen
Eigentlich ein Paradoxon; Solace nennt sein neues Album „Gorgon Days“ aber wenn man den Klängen der zwölf abgefahrenen Musiktitel  seines neuen Albums lauscht, dann zuckt es einem ganz schön in den Tanzbeinen, anstatt dass man wie vom Anblick einer schlangenköpfigen Gorgone wie versteinert hocken bleibt.
Solace - Gorgon Days