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NNOIZ PAPP/
URBAN DESERTS

Modern Groove meets Orient -
Urbane Klang-Wüsten
vom „Vater der Geräusche“  
Tobias Becker

Eine CD-Besprechung
von Konstanze Winkler
Heute möchte ich Euch einen in der OT-Szene noch unbekannten Künstler vorstellen. Sein Name ist Tobias Becker, er selbst nennt sich „NNOIZ PAPP“,  was so viel bedeutet wie  „Vater der Geräuschekiste“. Er ist Musiker und Sound-Designer und arbeitet seit etlichen Jahren für den WDR.
In seiner Freizeit spielt Tobias seit ca. 3 Jahren einen Avatar (Anm. d. Red: Eine eigens entwickelte Figur, die den Spieler repräsentiert) auf der Internet-Plattform „SECONDLIFE“ und gibt dort Livekonzerte. Aus diesen Aktivitäten ist eine CD entstanden, die unter Mithilfe befreundeter Avatare nun zu echtem Leben erweckt worden ist.

Diese CD namens „URBAN DESERTS“ haben wir bei hagalla für gut und als tanztauglich befunden und möchten sie empfehlen.

Track 1, „ALADIN’S LAMP OIL COMPANY“, ist eine elektro-orchestrale Weltmusik aus Tausendundeiner Nacht, weich, fließend, mit vielen Streichern und E-Gitarre. Ich finde das Lied sehr geeignet für eine große orientalische Gruppenchoreografie.

Der zweite Titel, „PHILLY“ klingt orientalisch-urban. Etwas spacig und mit elektronischen Oboe-Klängen ist dieses Stück eher etwas für ein Fusion Solo.

Der dritte Track ist „OUT OF PURGATORIO“. Ein sinnliches Musikstück aus arabischer Nacht, mit Panflöte, Oboe und frechen Synthi-Wah-Wah-Klängen.

4: „ IT‘S NO REGGAE“ (sondern Ethno-Dance): Tiefe Bassbeats klingen bedrohlich und düster, ein wenig lasziv, instrumentiert mit Streichern und Dulcimer Klängen. Das Musikstück ist sehr abwechslungsreich gestaltet und bietet mit seinen vielen Brüchen und Brücken viel Spielraum für tänzerische Akzente.

Nummer fünf, "TAXI TO BEIRUT“,  ist mein Lieblingstitel auf der CD. Es ist ein orientalisch-asiatisch anmutendes Trip-Hop/Down Beat Stück, mit sanften Steeldrum- bzw. Hang-Klängen. Untermalt mit Oboen beginnt es zunächst seicht und geheimnisvoll, später aber setzen Bässe und Percussions ein, die wunderbar für ein „Pop & Lock“ -Fusion-Solo geeignet sind.

Mit „LEBANESE DREAMS“, dem sechsten Titel, haben wir wieder ein schnelleres Stück. Hier trifft der Modern Groove auf klassisch Orientalisches. Auch die Instrumentierung ist wie beim OT-Klassiker: Tabla, Flöte, Streichinstrumente und natürlich darf auch das Akkordeon nicht fehlen. Ein schönes Lied für eine orientalische Schleier-Performance.

7. Bei „FOREIGN OBJECT“ ist der Name Programm. Der Down Beat/Trip Hop-Titel klingt fremdartig, schräg, dissonantig. Synthesizer-Schnarz-Geräusche mischen sich mit kräftigen Bassbeats, und zusammen mit den sphärischen Elektro-Hauchern klingt es wie eine Symphonie „from outer Space“. Doch auch hier hört man den Orient durch. Was man dazu tanzen kann? Lasst Euch etwas einfallen…

Die Nummer Acht hat den witzigen Titel „THE RETURN OF THE BALKAN YETI“, und tatsächlich erwartet den Hörer hier eine elektronische Zigeunerweise mit orientalischer Untermalung. Das etwas längere Intro erzeugt einen schönen Spannungsbogen, zu dem sich z.B. hübsche, langsame Gruppen-Kombos tanzen lassen, und auch im weiteren Verlauf bietet der Titel viele verschiedene Themen, die sich geradezu für Duett- und Solo-Einlagen anbieten.

„THE PRINCE OF EL HILDOUAR“, Track 9, hat ebenfalls ein längeres Intro, ist ein moderner Ethno-Dance-Mix  und klingt ägyptisch-mystisch. In der Melodie wechseln sich Oboenklänge mit E-Gitarre und Synthesizersequenzen ab, und darunter spielt immer wieder ein neuer Rhythmus. 

Titel 10 ist eine Art Balkan-Funk und nennt sich „FUNKY GIZA“. Abgefahrene Beats und knurrende Synthi-Geräusche geben sich ein Stelldichein mit E-Klarinette, Saxophonklängen und Elektro-Orgel.

11. „SEEKING FOR IRON IN THE SANDS“ beginnt mit sehnsuchtsvollen Sphärentönen und Akkordeonmelodien, die nach Weite und Unendlichkeit klingen. Bei Minute 1:41 geht der Titel dann aber richtig ab, und es ertönen synthetische Perkussionsgewitter à la Jean Michel Jarré (wer den noch kennt). Der Titel wirkt plötzlich schwindelerregend schnell wie eine Achterbahnfahrt, und durch die treibenden Rhythmen hat man das Gefühl, es bliebe einem die Luft weg. Wie ein musikalischer Wüstensturm peitscht der Titel weiter und schießt mit Trommelsalven, die wie MG-Feuer klingen. Aber es geht noch heftiger. „Seeking for Iron in the Sands“ endet mit einem harten E-Gitarren Riff, das sich gewaschen hat. Zu diesem Titel würde ich mal eine schnelle Schleier-Gruppen-Choreo wagen!

Zwölftens: Zu guter Letzt sorgt NNOIZ PAPP wieder für ein wenig Beruhigung. „MARIA DURCH DEN DORNWALD GING“  ist ein Lounge -Titel, und -ja- es ist eine Chillout-Version des Weihnachtsklassikers. Lieblich und mit Orientalisch-Asiatischem Touch klingt es nach Freiheit und Weite und ganz und gar nicht weihnachtlich. Hierzu erwachen Bilder einer luftig-leichte Isis-Wings Performance in mir.

NNOIZ PAPP spielt die Oboe, Keyboards, Atem-modulierte Instrumente, Gitarren, E-Bass,  Melodika und  Dschembe. Sämtliche Titel der CD wurden von ihm komponiert und produziert.

Die Gastmusiker von „SECONDLIFE“ auf dieser CD sind:

JaNa KYoMooN        Track 2: E-Klavier, Streicher

cellotronics String      Track 4, 6, 11: E-Cello

Naftali Torok             Track 8: Violine

Jaynine Scarborough  Track 5: Gesang

Neugierig geworden?

Wer in alle Titel mal reinhören möchte, der kann dieses auf der Homepage von
NNOIZ PAPP,
www.nnoiz.com

Bei amazon.de kann man sowohl einzelne Titel als auch die komplette CD als mp3-Download käuflich erwerben: URBAN DESERTS/NNOIZ PAPP bei amazon

oder auch bei i-tunes: URBAN DESERTS/NNOIZ PAPP bei i-tunes