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Eine DVD-Besprechung von Konstanze Winkler
AMY SIGIL  -  unmata

Ein Lehrvideo der etwas anderen Art

AMY SIGIL ist eine wunderbare und talentierte Tänzerin, kreative Choreografin und sicherlich auch eine gute Workshop-Dozentin, das lässt sich auf dieser DVD feststellen, aber was die filmische Umsetzung Ihres Lehrvideos angeht, war ich doch ziemlich enttäuscht. Das Hauptprogramm, eine mitgefilmte Unterrichtseinheit in Suhaila Salimpours Tanzstudio in Berkeley, Kalifornien, ist als Lehrvideo kaum zu nutzen, denn die Kameraeinstellung wechselt ständig, und die Bildqualität lässt auch zu wünschen übrig.
Das Vorstellungsvideo von
Amy Sigils DVD bei YouTube
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Fazit: Ich bereue es trotz allem nicht, mir die DVD angeschaut zu haben, denn ich mag den Stil von Amy und ihrer Truppe UNMATA. Eingefleischte Fans werden sich über die DVD freuen, so oder so, und wer schon über genügend Tanz- und Workshop Erfahrung verfügt, der wird sich auch auf jeden Fall ein paar schöne Kombis abkucken können, dessen bin ich mir sicher. Anfänger lassen besser die Finger davon, zumindest wenn sie auf einen Lernerfolg hoffen. Schade, in besserer Aufbereitung wäre dieses Video ein echter Renner geworden.

Sprache: Englisch (für dieses Video sollte man über gute Englisch-Kenntnisse verfügen)

Zunächst erwartet man von einem Lehrvideo eine Angabe, was alles auf dem Silberling inhaltlich zu finden ist, hier landet man aber nach nur drei kurzen Einleitungssätzen von Amy Sigil im Hauptmenü der DVD und schon geht es los mit dem Unterricht, dem „Unmata Workout“. Zack. Einfach so. Mitten rein, ohne vorheriges Aufwärmtraining. Ich habe zunächst gar nicht mitbekommen, worum es hier geht, habe dann aber irgendwann begriffen, dass Amy ihren Schülerinnen kurze Kombis beibringt, die sie dann in der zweiten Hälfte des Unterrichts wiederum zu immer längeren Einheiten zusammenfügt, bis aus diesen zum Schluss eine etwa 1-minütige Choreografie entstanden ist.

Amy Sigil erklärt diese Bewegungsabläufe sehr gut, und sie brennen sich schon beim Zuschauen ins Gedächtnis ein. Ihre „Moves“ sind außergewöhnlich und ideenreich; Orientalisch, ja, aber auch sehr hip-hopig und modern, alles wirkt irgendwie lässig und cool.

Leider lassen sich die einzelnen Sequenzen nicht separat anwählen, der gesamte Unterrichtsblock besteht aus einem Stück und dauert 1:42 Stunden. Zwischendurch bitte nicht erschrecken, plötzlich taucht ein kurzer Interview-Schnipsel von Amy mitten im Trainingsprogramm auf, in dem sie erzählt, wie sie sich und ihre Truppe wahrnimmt, was sie inspiriert, was Tanzen ihr bedeutet. Dann geht es unvermittelt mit dem Tanztraining weiter und zum Abschluss gibt es ein ausgiebiges Cooldown. Das Warm-up fehlte - wie schon bemerkt - gänzlich (es wird lediglich im Vorspann der DVD darauf hingewiesen, sich immer ordentlich und korrekt aufzuwärmen, bevor man zu tanzen beginnt).

Somit hätten wir schon das Herzstück der Produktion hinter uns.

Nächster Menüpunkt der DVD ist eine 4-minütige Unmata Tanz-Darbietung namens „Funeral“ (Beerdigung)  Die mindere Filmqualität und die hektischen, schnellen Schnitte irritieren und wirken auf mich eher störend, noch schlimmer wird es bei der „Psychedelic“ Version, in der dasselbe Kurzfilmchen mit laienhaften 80erJahre Video Effekten noch weiter verunstaltet wurde. Ich hätte diese interessante Choreografie gern mal ohne diese störenden Effekte gesehen.

Die DVD beinhaltet ebenfalls ein siebenminütiges Interview mit Amy Sigil über ihr Leben und ihren Tanz.

Es gibt auch etwas Bonus-Material:

„Upcoming projects“ zeigt UNMATA beim Filmdreh ihres Ausflugs in den Wilden Westen. „HUMAN RODEO“ nennen sie ihr amüsantes Projekt, und man sieht UNMATA beim Pony-Play-Dance, es gibt einen Fiedel spielenden Cowboy, Square Dance, einen Peitschen-Akrobaten, der nach eigener Aussage Leuten Zigarettenstummel aus dem Mund knallen kann, und es wird tätowiert, was das Zeug hält. Sogar Suhaila Salimpour (als Rodeo-Queen) und The Indigo (Rachel, Mardi und Zoe als „Saloon Girls“)  sind in dem kurzweiligen Kurzfilmchen (5 Minuten) zu sehen.  

 „Chillin @ Suhaila’s“ : UNMATA sind zu Gast bei Suhaila Salimpour, und es geht zu wie bei einer Mädchen-Schlafanzug-Party. Es wird gegessen, getrunken, viel gequasselt und gekichert. Es wird natürlich auch „Wahrheit oder Pflicht“ und ähnliches gespielt, und so wird sich im Armdrücken versucht, jemand muss eine Suhaila-Imitation vortanzen, und wir erfahren, wer von den Mädels studiert hat, wer sich schon einmal einen Knochen gebrochen hat, wer mit dem Fallschirm gesprungen ist, und wer sich die Haare unter den Armen nicht rasiert. 20 Minuten.