Startseite/Aktuelles
zurück zu DACH e.V.
DIENSTLEISTUNG, AUSTAUSCH, CHARMEOFFENSIVE
von Marcel Bieger
Wer soll alles beim Tribal-D.A.CH. Verein Mitglied werden?

Jeder, der sich für Tribal interessiert, der selber tribalt, dem Tribal überhaupt wichtig ist. Tanz muß nicht sein, es gibt ja auch Leute, die mit Tribal zu tun haben, ohne ihn aktiv zu betreiben, Händler zum Beispiel. Shaila ist übrigens schon Mitglied geworden. Aber auch Männer können beitreten.

Gibt es eine Abgrenzung? Wer kann nicht Mitglied werden?

Man muß die Satzung akzeptieren, und wer die Mitgliedschaft beantragt, sollte die auch gelesen haben. Aber ansonsten haben wir noch nichts, wo wir sagen würden, nee, das wollen wir nicht, der oder die kommt bei uns nicht rein.

Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag, und was kriegt man dafür?

Einen schönen Mitgliedsausweis (alle lachen). Ein Newsletter ist geplant, in dem dann zeitnah über alles berichtet werden soll. Und natürlich die Dienstleistungen, über die wir vorhin gesprochen haben.

Wie wollt ihr euch verbreiten, wie wollt ihr an die Öffentlichkeit treten?

Über die „Social Networks“, direkt in den Workshops Interessierte ansprechen, mit Medien zusammenarbeiten.

Wollt ihr eine eigene Vereinszeitung herausbringen?

Bis jetzt ist eigentlich nur der Newsletter geplant, und das ist ja zumindest schon eine Vorstufe zur Vereinszeitung. Die Kosten sind auch nicht so hoch, weil heute ja alles über Internet gemacht werden kann. Da kann man auch ziemlich aktuell sein, im Gegensatz zu einem gedruckten Blatt. Aber wenn wir in 10, 15 Jahren so etabliert sind, daß wir eigene DVDs oder Bücher herausbringen können, sieht das vielleicht anders aus. Ideen gibt es bei uns eine Menge. Aber jetzt müssen wir realistisch sein und uns sagen, nee, eine gedruckte Zeitung, die können wir noch nicht herausbringen.
Also gibt es keine Geschlechtsbarriere? Habt ihr denn auch schon einen Männerbeauftragten?

Es gibt doch auch schon ein paar Männer, die Tribal tanzen. Wir haben aber noch keine Männer dabei, nicht einmal einen Quotenmann. Wie wir vorhin schon festgestellt haben, muß er aber nicht tanzen, er kann ja auch der Partner von einer Tänzerin sein.

Fortsetzung...
D.A.CH. bedeutet Deutschland, Österreich und die Schweiz, ist der deutschsprachige Raum eure Grenze?

Wir haben auch schon eine Finnin dabei, und wenn irgendwo im Ausland jemand sitzt, der Deutsch versteht oder spricht, ist der natürlich auch willkommen, aber betreiben tun wir unsere Vereinsarbeit erst einmal auf Deutsch. Es gibt ja auch bei uns noch eine ganze Menge Leute, die nicht so gut Englisch können und lieber mal was auf Deutsch nachlesen wollen. Eine weitere Ausdehnung wäre wünschenswert, aber erst einmal wollen wir uns im deutschsprachigen Raum etablieren.

Dann stellen ich mal eine ganz ketzerische Frage: Wenn ihr das Tribal-Lexikon überarbeitet veröffentlicht, stehen bestimmt noch eine ganze Menge Anglizismen und englische Begriffe drin. Wenn deutsche Leser eure Zielgruppe sind, warum übersetzt ihr diese Begriffe dann nicht?

Weil es sich dabei um Fachbegriffe handelt, die auf der ganzen Welt Gültigkeit haben. Wenn die als solche feststehen, wäre es Blödsinn, die ins Deutsche zu übersetzen. Auch wenn im Deutschen viel zu oft englische Begriffe ungeprüft übernommen werden. Denn dann könnten unsere Frauen ja nicht mit solchen aus anderen Ländern problemlos darüber fachsimpeln oder englischsprachigen Tanzunterricht ohne Probleme besuchen, weil sie die Fachausdrücke nicht verstehen. Das, was an Grundlagen schon da ist, muß man nicht anders benennen, Das ist ja gerade das, worum es beim Tribal geht, nämlich, daß ich mich aufgrund der gemeinsamen Tanzsprache sofort mit jemandem tänzerisch verständigen kann, dessen gesprochene Sprache ich ansonsten nicht oder kaum verstehe. – Tribal ist eben eine Tanzform, die aus den USA stammt, und da kommen eben auch noch die maßgeblichen Dozenten her.
Kommen wir nochmal auf den Schwerpunkt deutschsprachiger Raum zurück, wäre es nicht auch etwas für den Verein, Verbindungen zu anderen Ländern zu knüpfen.

Ja, sicherlich, Kooperationen mit anderen Ländern sind durchaus wünschenswert, und es wäre auch gut für unseren Verein, sich mit anderen Vereinen oder auch einzelnen Dozentinnen in ganz Europa zu vernetzen. Vielleicht macht unser Beispiel ja Schule, und es kommt in anderen Ländern auch zu solchen Zusammenschlüssen. – Ein Austausch zwischen den Ländern würde ja den Tänzerinnen auch die Möglichkeit geben, dort einmal aufzutreten. Viele schrecken noch vor dem organisatorischen Aufwand und den Kosten zurück.

Böse Stimmen behaupten, ihr wärt so etwas wie die „ATS-Polizei“.

Unser Verein legt nun einmal größten Wert auf ATS, was ja auch daran deutlich wird, daß wir ziemlich deutlich auf Carolenas Statement reagiert haben. Der ATS ist ihre Schöpfung, und die will sie bewahren und fördern. Dem schließen wir uns an. Für uns ist ATS eindeutig die Wurzel des Tribal, aber das bedeutet für uns nicht, dáß wir uns nur mit dieser Wurzel beschäftigen. Viele der Gründerinnen unseres Vereins haben sich in einem ATS-Workshop kennengelernt. Deswegen kann man zumindest den Gründerinnen eine gewisse Schlagseite in Richtung ATS nachsagen. Uns geht es als Verein darum, ins Bewußtsein zu rücken, daß ATS ein bestimmtes Format ist und nicht jede Form von improvisiertem Gruppen-Tribal schon als ATS anzusprechen ist. In anderen Ländern und vor allem in den USA ist das klar, nur bei uns nicht – ATS ist das, was Fat Chance Bellydance machen. Eben diese Aufklärungsarbeit liegt uns am Herzen. Das bedeutet aber wirklich nicht, daß wir uns hinstellen und sagen, du tanzt ja gar keinen ATS, das ist nicht gut. Allein schon der Umstand, daß auf unserer Homepage entsprechende Ausführungen zu dem stehen, was ATS ist und bedeutet, hat einige dazu veranlaßt, über ihren eigenen Tribal nachzudenken oder Anfragen an uns zu stellen. Das ist doch schön, da müssen wir gar nicht Polizei spielen. Es gibt ja auch immer mehr Leute, die entdecken, was es mit Tribal und ATS auf sich hat, über You Tube, über unsere Seite und so weiter. Da der Begriff ATS nicht geschützt ist, gibt es für uns auch keine rechtliche Grundlage, da irgendwie einzuschreiten. Also ist das mit der ATS-Polizei völlig absurd. Wir können und wollen nur aufklären und überzeugen. Schaut es euch an, lest es nach, also etwas anbieten, aber wir laufen niemandem hinterher und drohen ihr mit dem Finger. – Hier bei uns wird ja immer noch gern alles in einen Topf geworfen und dann gesagt, das ist American Tribal Style.

Und wenn eine Tänzerin sich partout nicht umstellen will?

Es werden immer mehr werden, die zu unterscheiden wissen, und irgendwann wird das auch bis in den letzten Winkel vorgedrungen sein. Aber noch begegnet einem das Wirrwarr überall im Workshop. Heute noch haben mich zwei gefragt, die eine Schrittfolge anders gelernt haben, als ich sie unterrichte, und dann wissen wollten, wie das denn sein könne. Es wäre schlechter Stil, die Lehrerin, bei der sie waren, in die Pfanne zu hauenn. Ich belasse es denn dabei, ihnen zu erzählen, wie ich es gelernt habe und seit wann ich so tanze. Und sie möchten sich DVDs oder Videos auf You Tube anschauen, ob ihnen da was auffällt.
NACHBEMERKUNGEN:

„Hagalla“ hat dem Verein Tribal D.A.CH. nach dem Interview eine eigene Seite angeboten, um dort Vereinsnachrichten und andere ihm wichtige Dinge zu verbreiten.

Kurze Zeit nach dem Interview mußte Margarete Keulen aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz aufgeben. Dieser wurde kommissarisch von Kerstin Klosz übernommen.

Sie wird sich bis zur nächsten Mitgliederversammlung auf die rechtliche und organisatorische Sicherheit des Tribal D.A.CH. Vereins mit seiner dezentralen Mitgliederstruktur konzentrieren. Dabei stehen Transparenz, Toleranz und Offenheit an oberster Stelle.

Kerstin hat als Besucherin diverser Veranstaltungen (z.B. Tribaltreffen auf der Schönburg, Tribalkongress des BVOT, Alles Tribal, Tribalfestival Hannover) und Teilnehmerin unzähliger Workshops (u.a. bei Sharon Kihara, Deva Matisa, Martha, Gabriella, Maja)  nicht nur viele Gleichgesinnte kennengelernt, sondern auch fundierten Unterricht erhalten.

Am Tribal gefallen ihr die Energien der puren Weiblichkeit, am Tribal Fusion die Möglichkeit, eigene Geschichten zu erzählen. Mit diesem Anspruch wurde 2008 von Kerstin und ihrer Freundin Brit das Duo „TaraLuna“ gegründet.

Nach sorgfältiger Prüfung hat Kerstin sich entschlossen, dem TribalDACH Verein beizutreten und aktiv mitzuarbeiten. Dabei möchte sie ihre Erfahrungen als Managerin internationaler Projekte in der
Gesundheitsbranche so einbringen, daß ein Miteinander der verschiedenen Stile möglich ist.

Kerstin Klosz
zurück...
- 2 -
v.l.n.r. Gabriele Keiner, Marcel Bieger, Margarete Keulen, Anika Rust, Mareike Beiersdorf
Interview mit dem Tribal D.A.CH. e.V.
Hier geht es zur Vereinsseite:
www.tribal-dach.de