Startseite/Aktuelles
zurück zu Interviews
Aladin el Kholy hat nicht nur eine Ausbildung in ägyptischem Volkstanz, sondern auch in klassischem Ballett genossen. Er hat aber auch an der Universität zu Kairo sein Sport-Studium mit Diplom abgeschlossen und ist als Sportlehrer tätig gewesen. 1988 siedelte er nach Deutschland über und erweiterte hier an der Sporthochschule in Köln sein Studium zum Diplom-Sportpädagogen. 2002 gründete er in
St. Augustin sein „Tanzstudio Aladin“ und wenig später folgte die erste Ausgabe des seitdem regelmäßig in Bonn stattfindenden internationalen Tanzfestivals: "Aladins Oriental Festival".

Aladin ist es wichtig, seine Choreographien selbst zu schreiben. Lest hier, was ihn mit Leyla und Roland Jouvana verbindet:
"IN ÄGYPTEN WÄCHST MAN MIT DEM TANZ AUF"

Interview mit Aladin el Kholy

von Marcel Bieger

Du stammst aus Ägypten und hast dir dort ein tolle Tänzer-Karriere aufgebaut, nenne uns bitte die wichtigsten Stationen deiner Laufbahn.

Ich habe mit 11 Jahren angefangen, in der Gruppe meiner Schule zu tanzen. Die wichtigsten Stationen in Ägypten waren für mich unter anderem, Mitglied in der „Estaradia“-Gruppe im berühmten „Balloon Theater“ in Kairo zu sein und 1983 die Auszeichnung als bester Tänzer aller Universitäten in Ägypten zu erhalten.

Besonders geprägt haben mich aber die Jahre in Hassan Afifis Ensemble, in dem ich lange Mitglied war. Unter anderen gehörte damals auch Dina zu unserer internationalen Gruppe („East-West-Show“). In dieser Zeit sind wir nicht nur in den großen Hotels der ägyptischen Hauptstadt aufgetreten, sondern auch im ägyptischen Fernsehen. In Hassan Afifis Ensemble war ich außerdem auch Leiter („Kapitän“) der Gruppe.

Du hast die goldenen Zeiten des ägyptischen orientalischen Tanzes erlebt, und auch die weniger glorreichen Zeiten wie gerade jetzt; ist ein solches Auf und Ab normal und kommen auch wieder andere Zeiten?

Ich glaube, es ist der Lauf der Dinge, daß sich alles im Laufe der Zeit verändert. Das gilt auch für den Orientalischen Tanz.

Du hast dir auch hier in Deutschland vieles aufgebaut, eine eigenes Tanzstudio, eine eigene Show-Reihe und ein eigenes Ensemble. Wie unterscheidet sich die Arbeit in Deutschland von der in Ägypten?

In Ägypten denkt man weniger über die einzelnen Bewegungen oder über die Bedeutung der Texte nach. Die meisten Tänzer und Tänzerinnen haben bereits als Kinder angefangen zu tanzen und empfinden diese Bewegungen als natürlich, da sie Bestandteil ihrer Kultur sind. Sie improvisieren vielleicht mehr, da sie mit der ägyptischen Musik von Kindesbeinen an vertraut sind und natürlich auch die Texte bestens verstehen.

Dafür sind die europäischen Frauen aber viel wißbegieriger und hinterfragen mehr. Den meisten Frauen ist es hier nicht nur wichtig, eine saubere Technik zu erlernen, sondern sie möchten ebenso etwas über die Hintergründe und Herkunft der Tänze wissen. Die Frauen sind hier auch oftmals offener für andere, bzw. moderne Tanzstile.

Was verbindet dich mit Leyla Jouvana und ihrem Festival, was wirst du uns dort auf der Bühne zeigen, und was lehrst du uns in deinen Workshops.

Leyla, Roland und ich treffen uns immer wieder auf verschiedenen Festivals, auf denen wir tanzen oder Workshops geben, so z.B. in Italien oder in Texas.

2012 waren Leyla & Roland Gäste auf meinem Festival („Aladins Oriental Festival“), das ich jedes Jahr in Bonn veranstalte. Ich habe mich sehr über die beiden gefreut.

Auf Leyla Jouvanas und Rolands Festival werde ich sowohl einen Stocktanz (Saidi) als auch einen Mambouty tanzen.

Am 28.11.2015 (Samstag) unterrichte ich „Klassischen ägyptischen Tanz mit 1001 Shimmies“:

Als Tänzer & Diplom-Sportpädagoge habe ich im Lauf der Zeit meine eigene, knochenschonende Methode entwickelt, die Kunst der Shimmies zu lehren. In diesem Workshop geht es aber nicht nur um die Technik, sondern wir werden die Shimmies auch mit anderen Bewegungen und Schrittkombinationen verbinden.

Am 29.11.2015 (Sonntag) werden wir eine „ Ägyptische Choreographie mit modernen Elementen“ erarbeiten zu einem typisch ägyptischen Lied, das unter die Haut geht. Der Stil wird zwar klassisch sein, aber auch einige moderne Elemente enthalten.

Du hast soviel erreicht, was strebst du für die Zukunft noch an?

Ich hoffe, noch viele Jahre mit so viel Spaß tanzen und unterrichten zu können.

Homepage:
www.tanzstudioaladin.de

Aladin el Kholy - zu Gast am 28./29. November 2015 beim 23. Orientalischen Tanzfestival Europas von Leyla und Roland Jouvana in Duisburg!
www.leyla-jouvana.de
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Photos © Roland Nikrandt