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Interview mit der
vietnamesisch-tunesischen
Tänzerin

Anasma

von Marcel Bieger

TANZ UND WÜRDE ERGEBEN FUSION
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Layout: Konstanze Winkler
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Du bist nach New York City gezogen, hast aber immer noch Verbindungen nach Paris.

Mein Verlobter, viele von meinen Freunden, meine Mutter und meine Schwester leben in der französischen Hauptstadt. Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens habe ich dort an der Seine verbracht. Französisch ist die Sprache, mit der ich aufgewachsen bin. Viele von meinen Freunden aus Kindheitstagen oder der Schulzeit sind immer noch hier. Allerdings habe ich auch in den USA viele wunderbare Freunde und „Brüder und Schwestern im Herzen“ gefunden. Der Rest meiner vietnamesischen Familie lebt in den USA, und meine tunesische Familie in Tunesien. Ich liebe Paris wegen seiner Architektur und überhaupt seiner Schönheit. Und ich mag das Essen sehr (eigentlich in ganz Europa).

Arbeitest du immer noch mit Bellyqueen zusammen?

Ich bin mit dem Traum nach New York gezogen, dort eine bessere Tänzerin zu werden, eine professionelle Tänzerin. Und mich einer internationalen Bauchtanztruppe anzuschließen und mit der durch Europa auf Tournee zu gehen. Mit Bellyqueen sind alle diese Träume wahr geworden. Ich bin dieser Gruppe auch überaus dankbar für all die gemachten Erfahrungen, die erlernten Techniken und die Freunde, die ich unter den Tänzerinnen gefunden habe. Ich bin an jeder Tänzerin ein Stück gewachsen, mit der ich mich austauschen konnte. Es hat mich auch vorangebracht, daß wir soviel geprobt haben, daß wir auf Tournee gegangen sind und sogar, daß ich für eine Weile organisatorische und Verwaltungsaufgaben übernehmen durfte.

Heute trainiere ich allein, besuche jede Woche mehrere verschiedene Kurse und freue mich darüber, noch nicht zuviel von der Zeit abgeknapst zu haben, die ich dem Tanz gewidmet habe. Allerdings verbringe ich etwas weniger Stunden mit dem Gruppentraining. Und dann gibt es die Zeiten, in denen bei mir Hochbetrieb herrscht und ich viel am Computer sitzen und meine Karriere und meine Projekte planen und vorbereiten muß. Aber alles, was ich tue, selbst die Arbeit beim Computer, oder das Videoschneiden, hat mit Tanz zu tun. Ich bin auch wirklich dankbar dafür, daß ich mein ganzes Dasein meiner großen Leidenschaft widmen kann und morgens weiß, warum ich aufstehe. Und wenn ich meinen Verlobten treffe, gibt mir das mein Gleichgewicht zwischen selbstverschuldetem intensiven Tanz-Stundenplan und dem Vermögen zurück, bei Verstand zu bleiben. Oder anders gesagt, er erinnert mich daran, daß es im Leben noch andere schöne Dinge gibt. Und das ist wichtig für meine schöpferische Kraft, auf daß sie nie versiege, und bereichert mein Leben um Abwechslung und Erfüllung.
Wer entwirft deine wunderschönen Kostüme? Und wie geht es von der ersten Idee bis zum Auftritt auf der Bühne zu?

Die bereits erwähnte Sandralis Gines (www.sandralis.com), meine puertoricanische Schwester, hat die meisten meiner Kostüme entworfen. Ich zeichne meistens eine erste Skizze, und dann verändern wir die nach dem, was davon umsetzbar ist und was nicht. Sandralis ist eine phantastische und hochbegabte Schneiderin. Sie versetzt sich ebenso stark wie ich in die Rolle hinein, die ich geben will, und sie weiß auch ganz genau, was meinem Äußeren schmeichelt und meine Tanzbewegungen unterstreichen wird. „The Other Prince Charming“ und „Little Devil“ sind beide so aus einer Skizze von mir entstanden.  Das „Wasser“-Kostüm (auf meiner „Wave Explosion!“ DVD zu finden) hat Sandralis von A-Z nach meinen Maßen entworfen. Für die „Hip Hop Bellydance Liquid Fusion“ DVD hat sie die Hose geschaffen. Das Oberteil und der Rock stammen hingegen von meiner Mutter. Ich habe auch schon mit „Totally Creative NY“ (www.totallycreativeNY.com) zusammengearbeitet, vor allem für das Kostüm auf dem Umschlag meiner zweiten Lehr-DVD, das wunderschöne Pfauen-Kostüm.

Welchen Aktivitäten folgst du denn noch in Frankreich?

In Frankreich gebe ich Workshops, Privatunterricht und trete wochenends auf. Entweder mit meinem Solo-Programm (wo dann auch schon einmal ein besonders lieber Gast stoßen kann; im letzten Winter habe ich mich mit Linda Faoro zusammengetan) oder auf Festivals, wie zum Beispiel dem Pariser „BellyFusions“. Es gibt eine ganze Reihe Künstler, mit denen ich schon etwas zusammen gemacht habe oder noch machen will. So arbeite ich mit folgenden zusammen: Souraya Baghdadi, Hella Vuong (meiner lieben jüngeren Schwester, die wunderschön tanzen kann und Medizin studiert), Assia Guemra, Linda Faoro et Les Muses, Maelda … Und ich möchte noch mehr Stücke mit meiner früheren Hip Hop Partnerin Joyce verwirklichen.

Und sobald ich erst einmal so weit bin, meine Projekte mehr in und um Paris anzusiedeln statt in und um New York, wird es in meinem Leben auch mehr „ortsgebundene Tätigkeiten“ geben, wie zum Beispiel eine Tanzschule, eine eigene Tanztruppe oder die große Show, von der ich schon gesprochen habe. Paris fühlt sich für mich immer noch wie „Zuhause“ an (New York City auch, aber auf eine andere Weise), Paris ist meine europäische Basis, von der aus ich zu Reisen antrete, und in Paris kann ich Zeit mit meiner engeren Familie und mit der Liebe meines Lebens verbringen.
Heute gehöre ich nicht mehr zu Bellyqueen, weil ich auch ohne sie ein viel zu großes Reisepensum zu bewältigen und meine Träume und Visionen sich verändert haben. Aber wir stehen immer noch auf gutem Fuß miteinander, und ich bewahre immer noch einige der schönsten Erinnerungen an diese Zeit. Übrigens wollten Kaeshi Chai und Elisheva von Bellyqueen Kurse bei der Theatrical Bellydance Conference geben.
www.anasmadance.com
***Anasma in Hannover***nur noch wenige Plätze frei!***
Wer Anasma in Deutschland erleben möchte, sie ist vom
15. - 17. Oktober zu Gast bei Asmahan El Zein in Hannover, gibt dort spannende Workshops und tanzt -gemeinsam mit weiteren Gasttänzerinnen- im orientalischen Ambiente des beliebten
syrischen Restaurants Al'Dar. Diese Dance- und Dinnershow findet statt am Samstag, den 16. Oktober 2010
Für die Dance&Dinner Show kann man sich direkt im Restaurant Al'Dar anmelden,
und für einige Workshops sind auch noch wenige Last-Minute-Plätze zu ergattern!

Weitere Informationen hier im Veranstaltungsflyer.pdf oder unter www.world-of-orient.de
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Anasma mit Bellyqueen
© Photos: 1 + 3 Scott Schuster, 4 David Jiang