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Tanztheater ist eines der Hauptthemen deiner künstlerischen Arbeit.

Schon 1992 war ich erstmals einem professionellen Tanz-Ensemble beigetreten, der “Aladdin-Gruppen“ unter der Leitung der Choreographin Ninna Holbek. Diese Truppe hat auf Tanz-Shows auch mit Theaterkulissen und ähnlichem gearbeitet und kleine Geschichten erzählt, was damals noch sehr neu und innovativ war. In diesem Ensemble habe ich auch eine ersten Choreographien entwickelt, darunter auch meine legendäre „Sibylle“, die weise Frau, die der Hexerei angeklagt wurde. Wenn ich heute auf diesen Tanz zurückschaue, muß ich feststellen, dass es sich bei ihm um einen richtigen Dark Gothic Style handelt!

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1995 habe ich diese Truppe wieder verlassen, um eine Solo-Karriere zu starten. Ich habe mich als Tanzlehrerin niedergelassen und mein eigenes Tanztheater aufgebaut.

Ich glaube, daß ich mich in all den Jahren seitdem immer weiter entwickelt habe. Anfangs bin ich mit klassischem Orientalischen Tanz aufgetreten, aber zu der Zeit habe ich auch schon mit Oriental Fusion und Bühnen-Tanz experimentiert. Und noch etwas bestimmt mein Tun: Auch wenn meine Tanzfusionen sehr futuristisch ausfallen, bin ich doch auch an Geschichte interessiert. Sie inspiriert mich, und ich lese gern und gezielt über bestimmte Themen und Epochen. Ich möchte herausfinden, was die menschliche Natur vergangener Zeiten mit der heutigen gemein hat.

Die ersten Tanz-Theaterproduktionen habe ich selbst choreographiert („Fantasies“ 1997, „Orientalia 2000“ 1998), und bei denen habe ich mich sehr von klassischen Orientalischen Tänzen inspirieren lassen. Ich habe viel über die „Ghawasi“ und die Roma und Sinthi recherchiert. Die Geschichte dieser Völker hat mich zutiefst bewegt. Ihr Schicksal hat mich entsetzt – sie sind jahrhundertelang verfolgt worden -, und gleichzeitig hat es mich fasziniert, daß ihre Kultur und Kunst dennoch überlebt haben. Und letzteres nicht etwa deswegen, weil wir alles von ihnen in ein Museum gestellt oder Projekte zur Erhaltung ihrer Kultur gestartet haben. Nein, die Kultur und die Kunst dieser Menschen haben überlebt, weil die Fähigkeit dazu jedem Menschen innewohnt – sich so weit an eine neue Umgebung anzupassen, daß er dort überleben kann, und gleichzeitig sich seinen freien Geist zu bewahren, um dort nicht unterzugehen.

Dud als Pharaonen Prinzessin (1994 - 1995)

Dance Theater is one of the main subjects of your art

Already back in 1992 I joined my first professional dance ensemble: “Aladdin-Gruppen”, led by choreographer Ninna Holbek. And as a very innovative thing (in those days J) this ensemble also worked with small theatrical setup in dance-shows. I made my first drama-dance choreographies within this group – One is what I call it my legendary “Sibylle”, the wise woman accused of being a witch. Very interesting, because looking at it now –it was a very dark gothic style dance!

Well, already in 1995 I left the group again to go solo in performance, to start teaching dance full time and to develop my own dance theater.

And I think that all the years since have been a continued development for me. I did start out performing classical bellydance – but at the same time also working with oriental fusion and stage dance. And even though I believe I am very “futuristic” in my dance fusions, I find great inspiration in history. I love to read and do research in the old history books, trying to understand what human nature back then has in common with human nature right now!

The first couple of theater productions I instructed myself (“Fantasies” 1997, “Orientalia 2000” 1998) I did with great inspiration in old style dancing, and I did a lot of research on especially the Ghawazee and the Roman-gypsies. And the stories hit another button with me …I was both  intrigued & horrified with the background of these people who have been haunted down for centuries, but still their culture and art have survived .. not because we have put it all in museums or have spent huge amounts on “rescue-projects”, no –it survived simply because the culture and art of any gypsy-traveller is a given talent in any human being on earth: the talent of adapting to survive but still keeping the spirit free.

Und womit beschäftigst du dich heute?

Zigeuner-Musik und –tanz sind aus den unterschiedlichsten Einflüssen entstanden, man könnte sie also “Fusion” nennen. Mich begeistert an ihnen die sehr ehrliche menschliche Grundstimmung, die in Gesang, Musik und Tanz herüberkommt. Das alles läßt sich sehr gut für den dramatisierten Tanz verwenden.

Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends ist mein Tanz sehr vom Zigeunerstil beeinflusst worden, und im Lauf der Zeit habe ich meinen eigenen „Gypsy-Fusion-Stil“ entwickelt. In den Zigeunertanz mische ich indische, russische, Balkan- und spanische Elemente nebst solchen des Modern Dance.

Und da ich mich immer schon für Fusion aller Art interessiert habe, hat auch der Tribal Style Tanz seinen festen Platz in meinem Herzen gefunden – denn der ist ja auf vielfältige Weise ein moderner Zigeunertanz. Gerade deswegen liebe ich ihn ja.

Heute unterrichtete ich offene Klassen in einem Studio in Kopenhagen, und da insbesondere in Zigeunertanz, ATS, Tribal Fusion, Ghawasi, Baladi und tunesischem Tanz. Ich reise regelmäßig durch Dänemark, Schweden und Norwegen, um dort Workshops im Gypsy und Tribal-Style zu geben. Und ab und an wurde ich zu meinem Glück auch gebeten, in Deutschland zu tanzen und Workshops zu veranstalten.

What do you do today?

Gypsy music and dance is a big melting pot – or you might say: fusion. What also attracts me is the very honest human expression in both song, dance and music. Expressions that very easily can be used in dramatized dancing.

Ever since the beginning of 2000, my artistic dancing have been greatly inspired by gypsy style dance and over the years I have developed my own “gypsy fusion style” where I mix elements from both India, Balkans, Russia, Spain and also modern dance.

And of course, with my natural interest for fusion styles – I have of course also found a place in my heart for the tribal style dance, which of course in so many ways also is a contemporary gypsy dance … I love it

Today I teach Open Studio-classes in Copenhagen embracing both the Gypsy Dance, ATS, Tribal Fusion, Ghawazee, Baladi, and Tunesian dance. I travel around Denmark, Norway and Sweden on regular basis to do workshops in both Gypsy and Tribal Style dancing – and then once in while I am so lucky also to be asked to do workshops or perform in Germany.