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Grafische Gestaltung: Konstanze Winkler
Es ist einiges los in Tribal-Europa: Aus dem Osten drängen immer neue Künstler heran, in Frankreich regt sich einiges, Österreicher drehen sich auf unseren Bühnen, und auch im Norden wird es heiß. Dud Muurmand, ohne Zweifel die umtriebigste Gestalt in Skandinavien, war beim diesjährigen „5. Tribal Festival“ in Hannover als „Sister Festival“ dabei.

Was sie sonst so alles treibt (und was sie dazu treibt), erzählt sie uns im folgenden Interview:

NATÜRLICH SIND WIR WIKINGER

Interview mit Dud Muurmand

- von Marcel Bieger (auch Übersetzung)

Du und dein Stamm seid endlich wieder beim Tribal Festival in Hannover aufgetreten, nachdem ihr im letzten Jahr nicht zu uns gekommen seid. Was hat euch verlockt, wieder nach Deutschland zu reisen?

Na, du solltest besser fragen, was hat euch im letzten Jahr ferngehalten? Wir waren sogar ziemlich traurig darüber, es 2011 nicht aufs Tribal Festival nach Hannover schaffen zu können. Aber im Frühjahr haben sich die Termine nur so gedrängelt, und da ließ sich leider nichts mehr machen.

Wir sind seit dem ersten Tribal Festival in Hannover dabei, schon damals ganz zu Beginn im Zirkuszelt! Mensch, war das damals ein Spaß! Wenn man sich anschaut, daß das Festival

jetzt, nur ein paar Jahre später, in dem großen „Turnklubb“ stattfindet! Es war schon sehr spannend, dieses rasante Wachstum hautnah miterleben zu können. Obwohl das Tribal Festival mittlerweile zu einem riesigen internationalen Ereignis herangewachsen ist, fühlt man sich doch jedes Mal wieder wie zuhause. So viele bekannte Gesichter und Tanzfreunde gibt es dort, die alljährlich wiederkommen und mit denen man tanzen, lernen, shoppen und klönen kann. Die Atmosphäre bei diesem Festival war von Anfang an, und ist immer noch, herzlich und offen. Jeder scheint hierher zu kommen, um etwas mitzubringen und etwas mitzunehmen, alle sind mit den besten Absichten dabei. Und aus all diesen Gründen kehren wir immer wieder zurück.
Dafür spricht natürlich auch, daß Veranstalterin Asmahan und ihr Team hervorragende Arbeit leisten. Sie stellen regelmäßig ein hervorragendes Workshop-Programm mit internationalen Dozenten und hochkarätige
Shows zusammen. Da möchten wir natürlich unbedingt dabeisein. Ich sage es auch ganz offen, in Hannover sind wir – meine Gruppen und ich – stets von den Veranstaltern wie auch vom Publikum sehr herzlich empfangen worden. Und spätestens das ist nun wirklich ein hervorragender Grund, ständig im nächsten Jahr wiederzukommen.
Stimmt, unser Wochenende im April war ein voller Erfolg, wir, also “Tribaldance Denmark”, konnten die phantastische Ariellah als Lehrerin und als Auftrittskünstlerin gewinnen. Drei Tage voller Workshops, eine „Twilight Hafla“ und unsere doch recht ungewöhnliche Night Club Show „Dark Cabaret“. Der Erfolg hat uns selbst am meisten überrascht. Die Plätze für Ariellahs Workshops waren schon sechs Monate im voraus ausverkauft, und für „Dark Cabaret“, also die Club-Veranstaltung, waren zu Frühjahrsbeginn ebenfalls keine Karten mehr zu kriegen. Eine Menge Leute standen dann vergeblich draußen an. In diesem Jahr haben wir „Dark Cph“ zum dritten Mal stattfinden lassen, und jedes Jahr sind mehr Leute gekommen.

Aber so ein Erfolg läßt sich ja nicht allein in verkaufen Eintrittskarten messen. Wir dürfen auch auf ein Wochenende voller wunderbarer Stimmung und mit vielen Besuchern aus Dänemark, Norwegen, Schweden und einer kleinen Delegation aus Italien zurückblicken. Auch in früheren Jahren hatten wir Gäste aus nichtskandinavischen Ländern Europas.

Ariellah traf auf einhellige Begeisterung und hat sich auf der Bühne wie im Kurs von ihrer allerbesten Seite gezeigt. Sowohl die „Twilight Hafla“ wie auch das „Dark Cabaret“ waren tolle Show-Nächte, und wir können den Tänzern nicht genug dafür danken, zu uns gekommen zu sein und ihre Kreativität mit uns geteilt zu haben. Wir als „Tribaldance Denmark“ haben darüber hinaus auch viel schönes Lob für unsere Gestaltung und Durch- führung bekommen, und darüber freuen wir uns natürlich sehr.

Für die nächsten Veranstaltungen müssen wir uns etwas einfallen lassen: Wie können wir die Kapazität unserer Räumlichkeiten erhöhen, ohne die besondere intime Atmosphäre zu verlieren, die für unsere Wochenende so typisch ist. Auf der anderen Seite möchten wir niemanden ausschließen und im Gegenteil noch mehr Leute aus dem restlichen Europa dazu gewinnen, zu uns zu kommen und mit uns zu feiern.
Ich bin der Überzeugung, daß gerade bei „Dark CPH“ die dramatischen und expressiven Tanzstile, denen diese Veranstaltung eine Bühne bietet, besondere Rahmenbedingungen benötigen. Hinzu kommen die Überraschungen und neuen Aufgaben für Tänzer wie Publikum. Wir sind bereits dabei, unsere Köpfe rauchen zu lassen.

Ihr hattet im Frühling des Jahres eine phantastische Veranstaltung in Dänemark, das „Dark Weekend CPH“,
was bedeutet dieser Erfolg für eure weitere Arbeit?
oben: Tribe of Gaia: Dud, Lisa und Louise, unten: Ariellah
oben links: Duds Solo-Performance beim 2. Internat. Tribal Festival 2009 in Hannover, darunter das Duo mit Linda, rechts daneben ein Jahr später mit "Start wearing purple"! Ganz rechts: Die Wikingerinnen stehen auf Marcel!
Dud Muurmand und ihr "Tribe of Gaia" beim diesjährigen Tribal Festival Hannover
Dud Muurmand & Linda Thorsager beim 1. Tribal Festival 2008 in Hannover
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Photos ©: 1, 2, 6 und 7 Konstanze Winkler, 3 Joachim Sorge, 4 und 5 Günter Schulz, 8, 9 und 10 Nils Djervad
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