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"WENN MAN SICH BEI EINER SACHE WOHLFÜHLT, STIMMT AUCH DAS KREATIVE"
Interview mit der deutsch-russischen Tänzerin Eliana

von Marcel Bieger

Du hast eine eigene Gruppe, mit der du auch auf dem 3. Tribal-Festival in Hannover aufgetreten bist.

Ich sehe mein Ensemble „Tribal Impression Bellydance“ heute als ein Tanzprojekt, es ist noch in der Entwicklung. Im Vordergrund steht der Tanz als Kunstform. Ich strebe es an, professionell zu arbeiten. Ich möchte auf der Bühne Geschichten erzählen, um die Menschen mit dem, was wir machen, zu berühren -  wie die meisten von uns, glaube ich.

Im Herbst 2009 war ich in Frankreich zur Masterclass von Heather Stants und Sharon Kihara. Ich habe zu der Zeit viel darüber nachgedacht, ob ich was Eigenes anfangen sollte, oder nicht. Heather hat mich dazu bewogen und ermutigt, meine eigene Gruppe zu gründen. Bei uns im Studio gab es ein paar Schülerinnen, die ich schon ins Auge gefaßt hatte, weil sie so tribalbegeistert waren. Nach meiner Rückkehr habe ich sie angesprochen, ihnen erklärt, was ich vorhabe und erwarte, und sie gefragt, ob sie dabeisein wollten.

Elianas Ensemble "Tribal Impression Bellydance",
hier mit Sabrina und Mareike
Sie waren gern einverstanden, und so ging es los. Ich habe eine Choreographie für uns geschrieben, und beim Tribal Festival in Hannover sind wir zum ersten Mal aufgetreten. Wir sind jetzt ein Quartett, und bei mir sind noch Mareike und Sabrina. Beide sind Schülerinnen von mir, sehr begabt und motiviert, und gehören zu meinen Besten. Und die vierte im Bunde ist Melantha, auch eine Schülerin von mir, die auch parallel in einem ITS Stamm „Jawahir“ tanzt. Wir proben hier zusammen im Studio, sie kennen meinen Tanzstil. Und, was für mich ganz wichtig ist, bei uns stimmt das Zwischenmenschliche. Denn wenn man sich bei einer Sache wohl fühlt, stimmt auch das Kreative. Leider war Sabrina in Hannover nicht dabei, weil sie noch in den USA weilte. Mareike und Sabrina sind zum Tribal Fest 10 nach Sebastopol gereist, und Sabrina hat noch ein paar Tage drangehängt.
Du bist auch Mitglied bei den Asmana Dancers.

Ja, das ist ein Ensemble unter Leitung von Djamila. Djamilas Schwerpunkt ist traditioneller Orientalischen Tanz, und deswegen tanzen wir sehr oft klassisch. Aber wir präsentieren auch Fusionen, wie zum Beispiel kürzlich auf der World of Orient 2010: Angefangen haben wir mit Raks Sharki, dann durfte jede ihre individuellen Stärken vorführen: Baladi, Tribal Fusion und Fantasy. Das wurde dann mit einem Trommel-Solo abgerundet. Diese Formation gibt es seit ungefähr drei Jahren. Die Arbeit mit Djamila und Nashyra macht mir viel Spaß.

Die Asmana Dancers unter der Leitung von Djamila: Eliana, Nashyra & Djamila
Welche Pläne hast du noch für dieses Jahr?

Mein Workshop–Projekt 2010, das ich in der „Orient Academy“ gebe, ist im August zu Ende, und dann wollen wir eine große Tribal-Party veranstalten. Es gibt dort auch eine Offene Bühne, jede Künstlerin, die mag, kann sich darauf vorstellen. Natürlich auch Tribes und Studio-Talente. Vielleicht entdecke ich da auch noch jemanden für meine Gruppe, denn die möchte ich gerne ausbauen. Ich wünsche mir, dass meine Tribal-Party hier in Offenbach von Jahr zu Jahr größer wird. Am 27. August findet sie statt. Wir hatten immer viel Spaß, mal mit mittelalterlicher Live-Musik, mal mit anderen Darbietungen. Das ist kein Schülerinnen-Fest und auch kein Kissen-Fest, wo sich ein Studio vorstellen will, sondern eine richtige Tribal-Party, wo alle herzlich eingeladen sind, die Spaß und Freude am Tribal haben, aktiv wie passiv. Und wenn man schon gerade in der Gegend ist, am nächsten Tag, dem Samstag, treten hier Kaeshi Chai und Susan Frankovich und die Musik-Gruppen Djinn/Beatboxguitar auf.

www.eliana-dance.de
www.orient-academy.de
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Fotos:
Nr 1 und 2 © Polina Baymakova
Nr 3 © Mattias Kotsch www.mako-foto.de
Grafik und Layout: KonstanzeWinkler