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Interview mit Gabriella von Nea's Tribal
über ihr grundlegendes Tribal Projekt
"Neas Fundamentals"
von Marcel Bieger
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"WENN ICH KEINE SPANNUNG IM KÖRPER HABE, WIE KANN ICH DANN SPANNUNG BEIM ZUSCHAUER ERZEUGEN?"


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Ganz dumm gefragt, glaubst du, du bekommst fünfzehn Jahre lang Kurse voll?

Weiß ich nicht, ich weiß ja vor allem nicht, ob ich in fünfzehn Jahren noch meine Hüften bewegen kann (beide lachen). Das wird sich daran zeigen, wie nach den beiden ersten Projekten das Echo ist. Bisher war ich auf dem richtigen Weg, und jetzt muß ich eben feststellen, ob ich es gleich zu Anfang richtig angepackt habe. Ich werde es abwarten, was anderes bleibt mir ohnehin nicht übrig. Aber ich glaube und vertraue darauf, und ich habe eine Menge weiterzugeben, die Frauen und der Tribal Dance sind mir wichtig, und das spüren die Frauen.

Wie kommst du an Schülerinnen ran?

Ich verfüge über sehr viele Kontakte, denn ich kenne ja nun Gottseidank viele Tribal-Gruppen in Deutschland. Ich werde das über Internet, Website und persönliche Kontakte streuen und sagen, soundso sieht es aus, können wir das machen, wollen wir das machen. Ich coache sehr viele Gruppen, also insgesamt habe ich ein sehr großes Potential, aus dem ich schöpfen kann. Ich mache mir noch überhaupt keinen Kopf, wo ich Schülerinnen herbekommen soll. Aus manchen Gegenden mehr, aus anderen – zum Beispiel Ostdeutschland – weniger. Aber im Osten stehen sie ja noch eher am Anfang. Aus dem, was heute wie Hausfrauen-Tribal aussieht, kann ja noch was werden.

        Wenn man als Tänzerin etwas darstellen will, muß man auch die Muskeln trainieren und auf seine Haltung achten. Wenn ich als Tänzerin an die Öffentlichkeit gehe, und darunter fällt es ja auch, auf Mittelaltermärkten zu tribaln, dann muß ich auch dafür gearbeitet und mich drauf vorbereitet haben. Viele denken, wenn sie sich einmal die Woche treffen und was palavern und ein Tribal-Kostüm anziehen, daß das Publikum dann schon begeistert sein wird. Da muß aber mehr getan werden, und da wird ganz oft viel zu wenig getan. Gerade was die Körperarbeit betrifft, was die Arbeit an den eigenen Muskeln angeht – wenn ich keine Spannung im Körper habe, kann ich keine Spannung beim Zuschauer erzeugen. Wenn ich den Oberkörper fallen lasse und die Schultern hängen lasse, wem will ich dann vormachen, ich sei eine stolze, würdevolle Tribal-Frau, die elegant rüberkommt. Nee, das funktioniert so nicht! Ich muß es in mir spüren, diese Kraft, den Stolz und daß ich auch einfach gut ausschaue, wenn ich in einer aufrechten Haltung wirklich präsent bin und das kann mit einiger Arbeit und Freude am Miteinander jede.

weitere Informationen www.tanz-oase.de unter "Fundamentals"

"Ich muß es in mir spüren, diese Kraft, den Stolz und daß ich auch einfach gut ausschaue, wenn ich in einer aufrechten Haltung wirklich präsent bin und das kann mit einiger Arbeit und Freude am Miteinander jede!"
Foto (c) Celine Garras
Foto (c) Arno Werner
Fotos, wenn nicht anders gekennzeichnet, (c) Gabriele Keiner