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Fotos: 1, 3 © China Championdance 2009/2010, 4 © Konstanze Winkler, 2, 5 © Andrè Elbing
Grafik und Layout: Konstanze Winkler
Interview mit dem chinesischen Bauchtanz-Superstar
Guo Wei

von Marcel Bieger

Dolmetscherin: Yingchun Ding

Herrn Guos tänzerisches Spektrum ist sehr breit, von klassischem Orientalischen Tanz bis hin zum Tribal. Wie hat er sich das alles beigebracht?

Anfangs hat er nur den klassischen ägyptischen Stil getanzt, aber bald erkannt, daß er noch viel mehr lernen mußte. Eine ganze neue Tanzwelt breitete sich vor ihm aus, und seine chinesischen Schülerinnen und Schüler haben sich von ihm gewünscht,
auch noch mehr und andere Tänze von ihm zu lernen wie zum Beispiel Tribal Fusion, Hula, Hip-Hop Oriental, Indian Fusion, Sino Fusion, u.v.m. Und so kam eines zum anderen.
Das Tanzstück, welches er als Preisrichter vor Beginn des eigentlichen Wettbewerbs getanzt hat, hatte für uns einiges von Tribal und Tribal Fusion an sich. Kann er uns etwas dazu erzählen?

(„It was China Tribal!“ ruft Herr Guo in die Runde und lacht). Es gibt von ihm bereits über ein Dutzend solcher Stücke. Das war kein Tribal im eigentlichen Sinne, sondern ein Bauchtanz mit chinesischen Elementen. Aber Guo tanzt und liebt auch den Tribal Fusion wie wir ihn hier kennen, gewürzt mit seiner persönlichen Note.

In Herrn Guos Tanz lassen sich auch Kampfkunst–Posen
und -Bewegungen erkennen.


Im chinesischen Tanz gibt es viele Bewegungsmuster und Posen aus dem Tai Chi, Kung Fu oder auch die Bewegungen der Peking Oper -, und Herr Guo möchte davon so viele wie möglich in seinen Tänzen verarbeiten. Was wir im Westen für Kung Fu halten, ist jedoch etwas viel Älteres. Es gab schon lange vor Kung Fu einen Tanz, der in seinen Ausdrucksformen Ähnlichkeiten mit dem Kung Fu aufweist, bei dem es sich im eigentlichen Sinne aber nicht um Kampfkunst handelt.
Guo Wei mit "China-Tribal", kein Tribal im eigentlichen Sinne, sondern ein Bauchtanz mit chinesischen Elementen
Wer schreibt die Choreographien?

(Herr Guo zeigt auf Herrn Yao, seinen Manager, und Herr Yao zeigt auf Herrn Guo). Die Dolmetscherin lacht: „Das ist die typische chinesische Bescheidenheit. Beide erarbeiten die Choreographien zusammen. Herr Yao ist auch für die Kostüme verantwortlich. Wenn es um die Choreographien geht, setzen die beiden sich zusammen, aber der größere Teil dabei dürfte schon von Herrn Guo stammen.

Wie sind sie nach Deutschland gekommen, wie stellt man zwischen zwei so weit entfernten Ländern eine Verbindung her?

Das Chinesische Staatsfernsehen hat den Kontakt hergestellt. Sie haben mich angerufen und gefragt, ob sie mich nach Deutschland mitnehmen können. Sie wollten über westliche Bauchtanz Festivals berichten und hatten mit Leyla Jouvana bereits Kontakt aufgenommen.

Sie meinten, es wäre für das Chinesische Publikum  interessant, einen Chinesischen Künstler im Ausland zu begleiten und wollten mich dafür engagieren.

Ich sagte gerne zu, da wir bereits durch Moria Chappell von Leylas und Rolands Orient. Festival hörten.  Danach haben wir Leyla Jouvana und Roland auf zahlreichen internationalen Festivals getroffen, wie z.B. in Ägypten, Sankt Petersburg, Mexiko und USA und uns mit ihnen angefreundet. Wir schätzen uns gegenseitig sowohl menschlich  als auch künstlerisch sehr, dass sich eine sehr angenehme Kooperation dabei entwickelt hat.

Wird Herr Guo wiederkommen und vielleicht auch woanders auftreten?

(Auf die erste Frage antwortet Herr Guo spontan: „Yes, I hope.“) Auf die zweite Frage: „Leyla and Roland are my good friends … go to another city, I don’t know.“) (Die Dolmetscherin erklärt, daß dies eine höfliche Absage an andere sei und fährt fort:) In China ist es Sitte, daß man sich seinem Partner gegenüber loyal verhält. Wenn man hier in Deutschland mit Leyla und Roland zusammenarbeitet, dann sind sie seine Partner und nach anderen Veranstaltungen hält man dann nicht Ausschau.  Ebenso sind Leyla und Roland, als sie in China gastiert haben (siehe Bericht in dieser Zeitung), auch von anderen Veranstaltern angesprochen worden, ob sie nicht einmal bei ihnen auftreten oder Workshops abhalten wollen. Aber Leyla hat allen eine Absage erteilt und erklärt, sie arbeite nur mit Herrn Guo und Herrn Yao zusammen. Und so wollen sie es auch mit Leyla halten. („I like Germany“, ruft Herr Guo und lacht.)

Herr Yao -
Manager von
Guo Wei
und sein Vetter
Können wir etwas über die Tänzerinnen erfahren? Sind sie seine Begleittänzerinnen oder sein Ensemble?

Die zwei Tänzerinnen gehören zu seinem Tanzlehrerinnen-Team und zu seiner Tanztruppe. Sie arbeiten mit ihm in Peking zusammen und unterrichten in seiner Schule , und wenn Herr Guo im Ausland engagiert wird, begleiten sie ihn meistens als seine Gruppen/Ensemble-Tänzerinnen.

„Dank-schön“, sagt Herr Guo zum Abschied.

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Das
YouTube Video zum Internationalen Orient Festival in Peking
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ZERSTREUUNG FÜR DEN KAISER