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Photos: "Martina" © Martina Viewegová, "DJAM" © Lina Jang
Gafik und Layout: Konstanze Winkler
Interview mit
Martina Viewegová
von Marcel Bieger
"DJAM Under Je'Bon ist in fünf Städten aufgetreten, dreimal in Deutschland, einmal in Holland und einmal in Tschechien. Ihr Konzept eignet sich eher für kleinere Räume als für große Hallen, und so kann man eigentlich von einer Club-Tournee sprechen. Martina Viewegová, einer der bekanntesten Tänzerinnen und Veranstalterinnen Tschechiens war beim Auftritt in Prag dabei und erzählt uns davon..."
Schildere uns bitte deine Eindrücke vom DJAM-Auftritt bei Eglal.

Dieser Abend war etwas ganz Besonderes für die tschechische Bauchtanz-Szene. Denn zum ersten Mal sind bei uns nicht nur Tänzerinnen, sondern auch Rock-Musiker aufgetreten (wir tanzen sonst höchstens mal mit Handtrommlern). Der ganze Abend verging in Tanz, Begeisterung und Musik. Wie großartig, Susan und Kaeshi tanzen zu sehen. Und was für eine tolle Überraschung, als Eglal und ihre Schülerinnen auch im Programm aufgetaucht sind. Mögen nicht ganz so viele Leute wie erwartet gekommen sein, so herrschte doch eine tolle Atmosphäre, und die Zuschauer haben jede Sekunde von der Show genossen.

Bist du als Tänzerin dort auch aufgetreten?

Ich war kein Programmpunkt, wenn du das meinst, aber wir alle im Publikum haben mitgetanzt. Mehrmals war vorgesehen, alle auf die Bühne zu holen, damit wir zusammen mit den Stars zu den Klängen der Musiker tanzen konnten, und das war schon eine tolle Erfahrung, zusammen mit Kaeshi und Susan zu tanzen, und das zu einer so ausgezeichneten Kapelle.

Wie viele wart ihr denn im Publikum?

Wie ich bereits gesagt habe, sind nicht so viele gekommen wie erwartet. Wir waren vielleicht zu fünfzig im Zuschauerraum, doch das ist für Prag eine ganze Menge, vor allem am Ende der großen Ferien.

Und die Show ist bei allen gut angekommen?

Alle haben sie geliebt! Die Frauen im Publikum haben getanzt, wann immer sich ihnen eine Möglichkeit dazu geboten hat. Und als die Musiker die Zuschauer zum Mitmachen aufgefordert haben, haben alle begeistert mitgewirkt. Alle waren nach der Show unglaublich aufgeregt, haben wir verrückt CDs gekauft und Eglal bestürmt, diese Künstler bald wieder einzuladen.
Martina Viewegová
"DJAM", v.l.n.r.: Pete List, Kaeshi Chai, Rob Mastrianni, Susan Frankovich und Brad MacDonald
Für mich war es eine Wucht, zu Live-Musik zu tanzen. Sich zu solcher Musik zu bewegen, legt ungeheure Mengen an Kreativität frei. Die Musik der drei verbindet traditionelle mit modernen Einflüssen, sie hört sich echt und ursprünglich an, und als Tänzerin kann man immer noch mit den Musikern kommunizieren. Besser geht es doch gar nicht! Und die Kapelle war einmalig. Ich kenne ihre Musik, aber sie live zu hören, war noch besser als erhofft. Wenn man jemanden auf You Tube sieht, kommt da doch bloß ein Bruchteil der Atmosphäre herüber. Ich mag ihr Musik und die Art, wie sie sie spielen, und wenn sie mit dem Publikum kommunizieren, dann auf sehr natürliche, anregende und energiegeladene Weise.
Wie sind insbesondere Brad MacDonald und Beatbox Guitar bei euch angekommen?
Brad MacDonald

Photo rechts: Pete und Rob, die beiden Musiker von "Beatbox Guitar"
Hat es eine Vorab-Party oder eine Fete-Danach gegeben?

Eine Aufwärm-Party oder so etwas hat es eigentlich nicht gegeben, aber wie schon erwähnt, bekamen wir auch andere Programmpunkte zu sehen. Und nach der Show konnten alle noch  bleiben und weitertanzen. Aber leider mußten die meisten von uns am Morgen früh wieder raus, um zur Arbeit zu gehen. Doch am nächsten Tag haben alle bei „facebook“ immer noch Beatbox Guitar gepostet, und so gesehen ist die Party am nächsten Tag weitergegangen.
Wie sieht es denn überhaupt mit der Bauchtanz-Szene in Tschechien aus, und welche Rolle spielst du ihn ihr?

Ich tanze OT, Tribal und Tribal Fusion, und bin als Lehrerin, Choreographin und Veranstalterin tätig. In den letzten Jahren habe ich mich aber stärker auf Tribal und Tribal Fusion konzentriert. Hier bei uns in der Tschechischen Republik ist der Raks Sharki ziemlich stark und der Tribal noch recht jung. Beide Szenen entwickeln sich auseinander, aber wir versuchen, sie wiederzuvereinen. Doch man kann schon sagen, daß der Bauchtanz Bestandteil unserer Kultur geworden ist, und jedes Jahr kommen eine Menge Künstler aus dem Ausland, um bei uns aufzutreten und Workshops zu geben.



Einen Bericht über diesen Abend in Tschechisch findet ihr unter:
www.orientmagazin.net/reportaze/doma/kaeshi-chai-v-praze-videoreportaz-243



Und mich findet ihr unter:

martinatribe.freepage.cz/uvodni-stranka/
(allerdings auch in Tschechisch)

Kaeshi Chai und Susan Frankovich

DJAM UNDER JE’BON in PRAG