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Photos: Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Josefine Wandel
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Wir entnehmen deiner Vita, daß du bereits mit 10 Jahren auf den Raks Sharki gestoßen bist. Warum hat der orientalische Tanz dich seitdem nicht mehr losgelassen?

Das Interesse an orientalischem Tanz hatte ich bereits als Kind, als ich im Alter von sechs Jahren Filme wie „Der Tiger von Eschnapur“ und „die Prinzessin vom Nil“ gesehen habe. Debra Padget beeindruckte mich mit der Exotik, Mystik und Eleganz ihrer Bewegungen und durch ihre unglaubliche Schönheit. Im Alter von zehn Jahren nahm ich dann meine erste Unterrichtsstunde in Raks Sharki und blieb bis heute von ihm gefesselt. Noch immer fasziniert mich der elegante, weiblich fließende Aspekt des orientalischen Tanzes, und auch Debra Padget ist mir nach wie vor eine Inspiration geblieben. Als Kind und Jugendliche tanzte ich mit erwachsenen Frauen in verschiedenen orientalischen Ensembles.
Zeitgleich mit dem Abitur bildete mich meine damalige Lehrerin Ellen Leptin (Aladdina) zur Tanzlehrerin in ihrem Studio für Orientalischen Tanz und Bollywood Dance aus. Bei ihr habe ich als Schülerin und später auch als Dozentin das Tanzen gelernt.

Den Weg zu Tribal Fusion fand ich, nachdem ich die Show der Bellydance Superstars, 2006 in Berlin gesehen habe. Damals hatte ich keinen blassen Schimmer von Tribal Fusion oder ATS. Doch als Rachel Brice und Sharon Kihara die Bühne betraten, war es vollends um mich geschehen. Tief berührt und unter Tränen konnte ich kaum fassen, welchen Stolz und welche Schönheit Rachel und Sharon auf der Bühne ausstrahlten. Die Kraft und Schönheit ihrer erdigen und zugleich schlangenartigen – fast unmenschlich flüssig wirkenden - Bewegungen erfüllten den ganzen Saal und ließen mich mit tausend und einer Frage zurück. Wer sind diese Frauen? Was war das? Wie kann man sich nur so bewegen? Die Tätowierungen der Tänzerinnen, die Kostüme, die Musik zu der sie tanzten, haben mich völlig umgehauen. Nacht um Nacht verbrachte ich am PC mit Recherche, um herauszufinden, was ich dort gesehen hatte. Ich sah mir sämtliche Auftrittes, Interviews und Backstage Videos an, die ich über Rachel und Sharon finden konnte. Dieses Gefühl, als würde sich die Energie im Raum verändern, als Rachel und Sharon die Bühne betraten, werde ich niemals vergessen. Diese Show zu sehen, hat mein Leben verändert.
Damals versuchte ich, durch Youtube Videos und mit DVDs von FatChance BellyDance Tribal-Bewegungen zu erlernen. Da ich zu dieser Zeit schon eine Weile Bollywood tanzte, schlichen sich von Anfang an immer wieder unbewußt ein paar indisch inspirierte Bewegungen mit hinein, wenn ich Tribal Fusion trainierte.
2007 gab Rachel Brice im Rahmen eines Sommerfestivals in Berlin die ersten Workshops in Deutschland. Ich habe versucht, alles, was sie unterrichtete, wie ein Schwamm aufzusaugen. 2009 fand ich den Weg zu Majas Unterricht in Berlin. Sie gab mir das erste wirkliche Rüstzeug für Tribal Fusion an die Hand. Einige Zeit später fragte sie mich, ob ich Indian Fusion in der Tribal Dance Academy unterrichten möchte, und so begann ich meinen ersten Kurs als Lehrerin für Indian Fusion. Damals war in der Tribal Szene der Begriff noch kaum jemandem bekannt.
Über Bollywood-Tanz bist du zum klassisch indischen Tanz gelangt, nicht gerade der vorgezeichnete Weg, oder? Wie hat sich das bei dir abgespielt?

In Kontakt zum Bollywood-Tanz (das muss ca. 2007 gewesen sein) kam ich durch Workshops von Sophia Chariarse. Sie hat mich mit ihren Tanz-Kombinationen und ihrem Ausdruck völlig begeistert und mein Interesse an der indischen Kultur geweckt. Sofort bestand für mich eine große Faszination für die klassisch indisch inspirierten Bewegungen ihres Bollywood Stils – zum Beispiel die Handgesten, Drehungen und Posen.

Nach und nach begab ich mich in tiefere Recherche zum indischen Tanz und informierte mich über die verschiedenen Stile. Ich sah mir viele Youtube Videos an und las Internet-Artikel. Auf den ersten Blick stach mir vor allem Odissi – ein ostindischer Tanz - ins Auge. Die Ästhetik, die grazile Anmut und Weichheit des Oberkörpers und die starke Kraft der Beinarbeit gefielen mir unfassbar gut. Leider ist es sehr schwierig, in Deutschland Odissi zu erlernen. So beschloss ich 2013 nach Indien zu reisen, um dort meine Odissi-Ausbildung unter Colleena Shakti Ji und Sujata Mohapatra Ji zu beginnen.

Ist da deine Liebe zu allem indischen bereits erwacht gewesen oder hat sie sich erst dann so richtig entwickelt?

So richtig entwickelt hat sich meine Liebe zu Indien in Indien. Nach dem mein erstes, großes Interesse an der indischen Kultur durch den Bollywood-Tanz geweckt wurde, bin ich nach dem Abitur für 3 Monate nach Indien gereist. Jedoch damals noch ganz ohne die Absicht, in Indien zu tanzen! 

Ich habe damals 2 Monate als Volontärin mit kastenlosen Kindern in Schulen und Krippen gearbeitet und unter Nomaden in der Wüste Radschastans gelebt. Wir haben die Kinder in Englisch und Mathematik unterrichtet und mit Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgt. Diese Erfahrung hat mein Leben sehr stark geprägt. Ich habe während dieser Zeit mein Herz an die radschastanische Kultur und die Menschen der indischen Wüste verloren. Im Anschluss bin ich durch Indien gereist und habe mich dort von der Vielfältigkeit der indischen Kultur verzaubern lassen.

Zu diesem Zeitpunkt kannte ich Colleena noch nicht.

Ein paar Jahre nach meinem Volontär-Einsatz sah ich auf Youtube Colleenas "Indian Fusion Performance" beim Tribal Fest in Sebastopol. Durch meine anschließende Recherche wurde mir klar, daß ich damals als Volontärin ganz in der Nähe ihrer Tanzschule in Radschastan tätig gewesen war. Ich erinnere mich noch, wie mir ein angenehmer Schauer über den Rücken lief, als ich herausfand, daß sie Odissi in Radschastan unterrichtet. Mein indischer 'Lieblingsstil' in meinem geliebten Radschastan?! Das konnte doch nicht wahr sein! (Odissi stammt aus dem ostindischen Orissa und ist im Norden Indiens kaum vertreten.)

Völlig fasziniert von Colleena beschloss ich, mich ihr 2012, beim Tribal Festival im kroatischen Split, wo sie unterrichtete, vorzustellen. Nach unserem Gespräch und ihren Indian Fusion Workshops war mir sofort klar: ich möchte in ihrer Tanzschule in Radschastan meine Odissi-Ausbildung beginnen.

So bewarb ich mich 2013 für einen Platz in ihrer "Shakti School of Dance" und hatte das enorme Glück, eine der zwanzig Glücklichen aus mehreren hundert Bewerberinnen zu sein, die einen Platz erhielten. Während der drei Monate in Puschkar lernte ich die ersten Grundlagen des Odissi und die erste Choreografie "Mangalacharan". Ich empfinde es als großes Glück, von so großartigen und hingebungsvollen Koryphäen wie Colleena Shakti und Sujata Mohapatra zu lernen.

Durch den Theorie-Unterricht in Colleenas Schule, kam ich in den tieferen Kontakt mit der indischen Philosophie, die hinter ihrer Kunst steckt. Ich erkannte, daß klassisch indischen Tanz zu erlernen, weitaus mehr bedeutet als nur Bewegungen zu üben.

Seitdem habe ich großen Respekt vor klassischer Kunst im Allgemeinen – ob in westlicher oder östlicher Kultur. Die Disziplin, die Schüler in der klassischen Malerei, im klassischen Ballett oder beim Erlernen klassischer Instrumente aufbringen, ist enorm.

Mir wurde die Bedeutung dieses Satzes klar: Das Wissen, das dir von deinem Lehrer (einem Meister seiner Kunstform) in die Hände gegeben wird, sollst Du genauso einstudieren, aufrechterhalten und ehren, wie es an dich weiter gegeben wurde. 
links, Debra Padget in "Princess of the Nile (1954) Taura's Dance",
klicke aufs Bild und Du wirst zu YouTube weitergeleitet ...
Video: New Students Training in Odissi at: Shakti School of Dance, India
YouTube Video: Colleena Shakti Odissi Dance - Vancouver 2014
links: YouTube Video "Odissi Dance Performance by Sujata Mohapatra",
bitte aufs Bild klicken ...
Der klassisch indische Tanz kennt neun Arten, beherrschst du sie alle, welche davon bevorzugst du, welche weniger?

Der klassisch indische Tanz ist eine Form von gelebter Spiritualität - ein Weg, um "Moksha" (Befreiung aus der Kette von Geburt, Tod und Wiedergeburt) zu erlangen. Die Choreografien und Theorien der verschiedenen indischen Tanzstile sind sehr komplex, streng kodiert und werden von Generation zu Generation weitergegeben.

Die Tanzstile sind in ihrer Technik und der Ausdruckslehre so komplex, dass man wahrscheinlich ein ganzes Leben lang mit konsistentem, disziplinierten Training bräuchte, um einen Stil vollkommen verkörpern und meistern zu können. Ich persönlich finde alle Stile wunderschön. Sie haben jede ihre eigene Ästhetik, eine eigene Geschichte und einen Sinn und Zweck. Ich liebe die klaren Linien und die Symmetrie des Bharata Natyam, die fließenden Hände und dynamischen Drehungen des Kathak und die ausdrucksstarke Exzentrik des Kathakali. Odissi begeistert mich mit seiner komplexen Fußarbeit und der eleganten Oberkörperführung besonders.
Im klassisch indischen Tanz lernen wir Choreografien und üben unser Leben lang, diese zu perfektionieren. Ohne jegliche Abänderungen versuchen wir unseren Lehrer und die vorgegebenen Bewegungen, so gut es uns möglich ist, zu kopieren.

Seit 2 Jahren bin ich Schülerin des Tanzstils Odissi unter Colleena Shakti und Sujata Mohapatra. Ich stehe also ganz am Anfang einer lebenslangen Reise zur Odissi-Tänzerin. Zurück in Deutschland versuche ich aufzuarbeiten, was mir in die Hände gegeben wurde. Ich versuche, Bewegungen zu präzisieren und "tiefer in den Körper zu trainieren". Außerdem lerne ich Kathak bei Ioannan Srinivasan, einer fabelhaften Kathak-Lehrerin aus Berlin.
Wenn du nach Indien reist, was bei dir häufiger vorkommt, willst du dich dann dort weiterbilden, oder machst du dort auch Urlaub?

Wenn ich in Indien bin, bin ich meistens mit dem Ziel dort, 6 Tage die Woche von morgens bis abends zu lernen, zu üben und die Philosophien zu studieren. So bin ich größtenteils im Tempel und habe eher wenig Freizeit. Man gewöhnt sich sehr schnell an das große Pensum an Tanz, so daß es fast schwierig wird stillzusitzen, wenn man einmal Freizeit hat. Wenn ich das nächste Mal nach Indien reise, versuche ich jedoch etwas mehr Zeit für das Besuchen von Tempeln und Tanzveranstaltungen einzuplanen.

Wenn du gerade einmal nicht in Indien bist, wie bestimmen dann indische Kultur, Gebräuche und Philosophie deinen Alltag? Gibt es Dinge, die du vermisst, wenn du wieder in Deutschland bist?

Indien - und besonders Radschastan fühlen sich mittlerweile an wie eine zweite Heimat. Wenn ich an Puschkar, an die "Shakti School of Dance", meine Tanzfreundinnen und unseren Alltag dort denke, verspüre ich Heimweh. Somit gibt es auch so einiges, was ich vermisse, wenn ich zurück in Deutschland bin. Natürlich vermisse ich meine Lehrer, ihre Präsenz, und das Wissen, das sie ausstrahlen. Ich vermisse den konstanten Unterricht und das Gefühl, am Ende des Tages physisch, mental und energetisch 100% gegeben zu haben.

Ich vermisse es, meinen Lehrern bei ihrem Training zuzusehen und beim Zuschauen jeden Tag aufs zu Neue zu denken "das möchtest du auch einmal erreichen". Außerdem fehlen mir die anderen Tänzerinnen.

In der "Shakti School" trifft man auf wundervolle Frauen und Tänzerinnen, die alle dieselbe Gesinnung besitzen und sich gegenseitig unterstützen, jeden Tag aufs Neue ihr allerbestes zu geben.

Nachdem ich das erste Mal aus Puschkar zurück kam nach Berlin, wurde mir klar wie "hochschwingend“ Puschkar ist. Die Farben, die Gerüche und Geräuschkulisse, die Temperaturen, der Geschmack des Essens und die Atmosphäre im Tempelgelände sind einfach unglaublich intensiv. Dagegen fühlt sich Deutschland ziemlich geordnet, kahl und manchmal "un-atmosphärisch" an.

In Deutschland bin ich natürlich weiterhin inspiriert von der indischen Kultur, lebe jedoch ein ziemlich deutsches Leben. In meiner eigenen Tanzpraxis hat sich jedoch der Fokus verändert. Ich glaube, dass sich mein Ehrgeiz, meine Konzentration im Training und der eigene Anspruch an meinen Tanz verstärkt haben, durch den klassisch indischen Unterricht.

YouTube Video: "Pushkar - follow me around!" ... klick aufs Bild ...
Wie läuft so ein Tag in der "Shakti School of Dance" ab? Gibt es Unterschiede im Unterrichtsablauf im Vergleich zu Tanzunterricht in Deutschland?

Verglichen mit dem Tanzunterricht in Deutschland gibt es große Unterschiede. Wir betreten das Tempelgelände immer frisch gebadet und in frisch gewaschenen und sorgfältig gebundenen Trainings-Saris. Wenn wir in der Tanzschule ankommen, legen wir zuerst Blumenketten auf den Altar und begrüßen unsere Lehrer. Wir begrüßen unsere Mittänzer und reden ein wenig Privates. Der Tanzunterricht beginnt jedoch pünktlich auf die Minute. Ab diesem Moment ist klar, daß wir erst einmal nicht mehr länger als quasselnde Freundinnen im Tanzunterricht stehen. Wir sind für den Tanz hier, er steht an erster Stelle. Alle Schüler nehmen ihre Plätze ein und beginnen, sich zu konzentrieren.

Zum Beginn und am Ende des Tanzunterrichtes machen wir ein "Pranam'"(was am besten als „respektvolle Begrüßung“ oder „ehrfürchtige Verbeugung“ zu übersetzen ist) und berühren den Altar, auf dem "Jaganath" (der Gott, dem Odissi gewidmet ist, eine Reinkarnation Krishnas) und die Füße unserer Lehrer. Wir beginnen mit "Yoga Asanas" (so heißen die Übungen), Pranajama-Atemtechniken und Meditation, um den Körper und Geist auf das bevorstehende, harte Training vorzubereiten.

Danach geht es los mit dem Aufwärmen – Übungen des klassisch indischen Trainings um die Muskelkraft, Koordination und Beweglichkeit zu trainieren. Anschließend geht es nahtlos über in das "Stepping", dem Üben der Grundschritte der Tribhangi und Choka-Positionen.

Nach einer Pause von 2 Stunden (da es zur Mittagszeit wahnsinnig heiß wird) finden wir uns wieder in der Tanzschule ein und erlernen Choreografien. Nach einer weiteren Pause gibt es am Abend den Theorieunterricht, in dem wir auch unsere Fragen zur Tanztechnik im Unterricht stellen können. Im  Anschluss stehen erneutes Tanztraining und Wiederholung der Choreografien an.

Im indischen Tanz lernen wir in der Regel ohne Spiegel. Wir haben keine Ahnung, wie wir aussehen. Unser Lehrer ist der Spiegel und unsere Korrektur. Auf diese Weise wird das Körpergefühl enorm geschult und ein körperliches Erinnerungsvermögen angeeignet.

Wenn wir mit dem Spiegel tanzen, passiert es schnell, dass unser Ego uns während des Trainings Botschaften schickt wie "oh, das sieht aber sehr gut aus", oder "das ist nicht gut genug."

Egal in welche Richtung - ob positiv oder negativ - es finden innere Monologe statt, die vom Training ablenken. Wenn wir ohne Spiegel tanzen, findet zwar ebensolche Selbstgespräche statt, jedoch von völlig anderer Qualität. Wir zählen die Takte mit, versuchen uns permanent zu justieren und mitzuhalten. Wir versuchen zu erfühlen, wo wir Fehler machen und diese auszubessern. Es ist im Unterricht nicht üblich, Fragen zu stellen oder zu sprechen. Man könnte eine Stecknadel fallen hören, so konzentriert sind wir. Wir verlassen unseren Platz nicht und üben Bewegungen und Posen so lange, wie unser Lehrer es vorgibt.

Diese Disziplin war für mich am Anfang natürlich gewöhnungsbedürftig. Mittlerweile schätze ich sie sehr. Durch diese Regeln und durch unsere Lehrer wird uns kein Raum für Ablenkungen gelassen. Unsere Lehrer merken sofort, wenn wir nicht konzentriert bei der Sache sind und holen uns sofort zurück. Wenn Frustration aufkommt, was oft der Fall ist, bringen sie uns davon ab, in dem sie uns korrigieren. Unsere Lehrer sind daran interessiert, uns bestmöglich zu unterrichten. Daher ist jede Korrektur als Kompliment zu verstehen. Unsere Lehrer würden niemals die Energie aufwenden, uns zu verbessern und uns die Bewegungen erneut (zum gefühlt hundertsten Mal) zu zeigen, wenn sie nicht das Potential in uns sehen würden. Unsere Lehrer treiben uns weiter, als wir es jemals allein geschafft hätten, und bringen uns über unsere (vermeintlichen) Grenzen hinaus.

Du hast dich auch mit dem Tribal Fusion auseinandergesetzt und giltst als eine der führenden Indian Fusion Tänzerinnen, wie ergänzt der sich mit dem klassisch indischen Tanz?

Ich liebe es, Indian Fusion zu tanzen. In meinem Tanz versuche ich, die Ästhetik indischer Tanzstile und Konzepte der indischen Kunst- Philosophie mit der Tanztechnik des Tribal Fusion zu verbinden. Seitdem ich tiefer in den klassisch indischen Tanz eingetaucht bin, ist das Thema des "ethisch korrekten" Fusionierens ein großes Thema für mich geworden. Es ist nicht alles fusionierbar und bestimmte Bewegungen sollten nicht außerhalb des Tempel-Kontextes oder der klassischen indischen Tanzpraxis verwendet werden. Uns wird als Schüler des indischen Tanzes etwas sehr Kostbares in die Hände gegeben, und das gilt es zu bewahren und zu ehren. Man ist mit seiner tänzerischen Abstammung (d.h. mit seiner Schule, seinen Lehrern und Mitschülern) verbunden und trägt seinen Teil dazu bei, diese Kunstformen zu beleben. Ich lasse mich von Konzepten der indischen Ausdruckslehre, Gemälden oder klassisch indischen Bewegungen inspirieren und wage mit jeder Performance aufs Neue den Drahtseilakt, ethisch vertretbare Indian Fusion zu kreieren.

Du betätigst dich auch als Veranstalterin, deine "Tribal Noir" – Reihe hat auch anderes als Indisches im Programm.

Die „Tribal Noir“ veranstalte ich zusammen mit meiner lieben Kollegin Ina, mit der ich auch die "Tribal Dance Academy" in Berlin führe. In den letzten Jahren hat sich in Berlink einiges im Tribal Fusion und ATS getan. Wir vernetzen mit unserer Veranstaltung Tänzer jeglicher Fusion Stile und des ATS und erhoffen uns damit, die Berliner Tribalszene zu beleben.

Die ersten Veranstaltungen waren ausverkauft. Es scheint so, als hätte die Berliner Tribal Szene geradezu auf so ein Event gewartet. Tänzer und Dozenten jeglicher Richtungen und Levels kommen zusammen. Wir freuen uns riesig, bei der nächsten Tribal Noir am 18.04.2015 eine Reihe wundervoller Künstler – viele auch von außerhalb Berlins - begrüßen zu dürfen.

Wo bekommen wir dich demnächst zu sehen?

Ich freue mich riesig, einen Platz in der "Initiation" von Rachel Brices “8 Elements“ im März 2015 in Portland bekommen zu haben. Sie ist nach wie vor die Tänzerin, die mein Leben verändert hat, und eine meiner größten Inspirationen. Es ist ein Traum, der wahr wird, jetzt mehr und intensiver von ihr zu lernen. Außerdem bin ich sehr glücklich, im März Workshops in New York City und Seattle, sowie Mexiko und Bosnien zu unterrichten.

Josefines Termine, erstes Halbjahr 2015

01.03. -  NYC - Indian Fusion Workshops
04.03. - Seattle – Performance bei der 'Skinny Dip' Show
05.03. - Seattle Indian Fusion Workshop
14.03 & 15.03. - Mexico - Indian Fusion Workshops & Show Mexico Tribal Festival Guadalajara
17.03 - 19.03. - Mexico City  - Indian Fusion Workshops & Show
27. - 29.03. -  Banja Luka, Bosnien - Indian Fusion WSs & Show, 'Awalim Festival'
22. - 25. 05.- England - Indian Fusion Workshops & Shows - 'Tribal Remix Festival'
05 -07.06. - Finnland - Indian Fusion Workshops & Show - 'Tribal Summer Camp'
Homepage Josefine Wandel: www.indian-fusion-dance.com

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Videolinks Tribal Noir:
https://www.youtube.com/watch?v=XqIhUX9tJ74
https://www.youtube.com/watch?v=GA0VAoLmMyc

in Puschkar, Indien
in Radschastan - Josefine tanzt Kalbelia
Josefine als Volontärin in Radschastan
Josefines erste Odissi-Performance in Puschkar, hier gemeinsam mit Colleena Shakti
in Puschkar nach dem ersten eigenen Auftritt
Josefine mit Schülern der Shakti School of Dance in Puschkar
Odissi-Tanz an Holi (dem farbenfrohen, indischen Frühlingsfest) in Puschkar
Puschkar, Shakti School of Dance - Der Unterricht
Josefine tanzt im Trainings-Sari
Josefine Wandel (Photo Jörg Merlin Noack)
Josefines "Indian-Fusion" beim "Black Forest Tribal Fest 2014"
YouTube Video: Josefine Wandel - Indian Fusion Dance ... klick aufs Bild ...
Seit ihrer Kindheit begeistert vom Raks Sharki, kam Josefine Wandel über den Bollywood- zum klassisch indischen Tanz. 2006 erlebte sie einen Live-Auftritt von Rachel Brice in Berlin und ist seitdem ebenfalls fasziniert von
Tribal Fusion.

Seit 2012 befindet sich Josefine in der Ausbildung zur Odissi-Tänzerin und reist regelmäßig nach Indien um von Meistern der indischen Kunst zu lernen. Sie vereint in ihrer Interpretation von Indian Fusion zwei Ihrer größten Leidenschaften – die indische Kunstphilosophie, die Ästhetik des klassisch indischen Tanzes und die Stärke des Tribal Fusion Dance.

Da wir Josefine Wandel schon oft auf Festivals begegnet sind, und sie uns immer mit ihren phantasievollen Indian Fusion Tänzen und wunderschönen Kostümen beeindruckt hat, waren wir neugierig, mehr über ihre spannende Tanzkarriere zu erfahren.
„INDIEN FÜHLT SICH AN WIE EINE ZWEITE HEIMAT“

Interview mit Josefine Wandel

von Konstanze Winkler und Marcel Bieger