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Grafik und Layout: Konstanze Winkler
„Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, kann man immer etwas an sich verbessern, verschönern, verändern“
Interview mit  LEYLA JOUVANA
von Marcel Bieger
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Kommen wir noch einmal auf die osteuropäischen Tänzerinnen zurück. Habt Ihr mit Bedacht so viele von ihnen eingeladen?

Hm, sagen wir so, wenn eine Tschechin in einem Jahr gewonnen hat und im nächsten Jahr fünf weitere aus dem Land bei uns „antanzen“ wollen, muß ich ihnen ja auch die Chance dazu geben. Sie haben sich früh genug angemeldet, sie waren auch sehr gut, es hat also nichts dagegen gesprochen. Da war eine deutsche Solistin, die sich zu spät angemeldet hat und sauer war, daß sie nicht mehr genommen wurde, aber wen man in Polen, Tschechien und so weiter einfach schneller war, dann kann das eben passieren. Natürlich nehmen wir auch gern Künstler aus Ländern, die hier nicht so oft vertreten sind.

Das interessiert doch auch unser Publikum. Gerade Osteuropa und Asien stößt auf große Neugier. Und da wir einen internationalen Contest durchführen, müssen wir auch darauf achten, dass Contestanten aus vielen unterschiedlichen Ländern vertreten sind, und nicht nur aus BRD.  Auch dieses Jahr haben wir neben USA und Europa viele Contestanten aus Osteuropa, sowie China und Korea.
Uns ist aufgefallen, daß letztes Jahr bis auf eine Deutsch-Sibiriakin
keine Russen dabei waren.

Oh, die wollten kommen, hatten dann aber Visa-Schwierigkeiten. Schade. Aber in Russland laufen viele eigene Wettbewerbe, die sind dort recht gut abgedeckt aber dieses Jahr haben wir auf jeden Fall auch schon feste Anmeldungen aus Russland, die auch schon ein Visum bekommen haben, und auch aus der Ukraine, Littauen und angrenzenden Ländern. Von China hätten es letztes Jahr auch mehr sein wollen, aber die haben ebenfalls kein Visum bekommen. Es kamen dennoch 20 chinesische Schüler.

Leyla Jouvana in China
Stichwort China: Wie seid Ihr an Guo Wei geraten?

Da hat uns vorletztes Jahr das chinesische Fernsehen angeschrieben. Nein, ich muß noch weiter ausholen. Moria Chappell war in China bei Guo Wei, und danach hat sie uns gefragt, ob das chinesische TV über unser Festival berichten könnte und sie würden auch einen chinesischen Künstler mitbringen.  Und das war nicht irgendwer, sondern Guo Wei, der in China der Tanzstar schlechthin ist. Das Fernseh-Team wollte Guo Wei auf seiner Reise begleiten und gleichzeitig über unser Festival berichten. Bauchtanz ist dort gerade enorm populär, so ähnlich wie bei uns damals die Aerobic-Welle. Und da wollten sie natürlich auch gern dem heimischen Publikum zeigen, wie es auf diesem Gebiet im Westen zugeht. Wir fanden die Idee ganz toll und haben ja gesagt. Die Chinesen sind dann gleich mit einer ganzen Delegation des chinesischen Staatsfernsehens CCTV gekommen, darunter auch Herausgeber und Redakteure von Mode-Magazinen. Die Reise und unser Festival ist in China ziemlich publik gemacht worden, in den erwähnten Magazinen, aber auch im Fernsehen. Seitdem sind wir in China auch schon mehrere Male zu Auftritten und Gastspielen engagiert worden. Guo Wei ist hier bei uns so gut angekommen, daß wir uns gesagt haben, „den laden wir gleich zum nächsten Jahr wieder ein“. Guo Wei hat zwei große Tanz-Studios, in Shanghai und in Peking, und je Schule haben sich etwa tausend Schüler eingeschrieben. In China gilt es geradezu als Auszeichnung, von Guo Wei ausgebildet zu sein. Das sind aber nur seine regulären Schüler, und dazu kommen noch all diejenigen, die seine Workshops besuchen.
Gue Wei
Als Ihr nach China gefahren seid, habt Ihr nur mit dem Management von Guo Wei zusammengearbeitet, und das sehen sie nun als Verpflichtung an, hier in Europa auch nur mit Euch zusammenzuarbeiten, wie Guo Weis Manager Yao im Interview erklärt hat.

Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, daß wir mit dem zusammenarbeiten, welcher uns zuerst nach China engagiert hat, das finden wir nur fair. Dieser Veranstalter nimmt ja auch die ganze Werbung und so weiter auf sich. Und so unterstützt man sich gegenseitig. Als wir in China waren (s. Bericht in dieser Zeitung) haben uns auch einige andere engagieren wollen, aber da bleiben wir loyal. Und die Chinesen sehen es umgekehrt genauso und dafür sind wir natürlich auch dankbar. Nur so hat eine gute Zusammenarbeit auch eine Basis. Wenn wir nur aufs schnelle Geld schauen und alle Angebote annehmen würden, wären wir auch schnell wieder weg vom Fenster, würden uns langfristig keinen Gefallen tun. Unsere anstehende 8 Städte-Tour in China führen wir auch nur in Zusammenarbeit mit Guos Manager Yao durch.

Guo Weis Manager Yao
Die dreiteilige
Video Dokumentation
des chinesischen
Staatsfernsehens CCTV
bei YouTube
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Wie lange ist das Moderatoren-Paar Louis & Seetha denn schon bei Eurem Festival?

Seit acht Jahren. Louis und Seetha sind von Anfang an so gut angekommen, daß sie zu einem richtigen festen Bestandteil des Festivals geworden sind und wir noch länger mit den beiden zusammenarbeiten möchten. Seetha hatte uns vor Jahren nach Fürth eingeladen. Dort haben wir zum ersten Mal Louis erlebt und mitbekommen, wie die beiden ihre eigene Show moderiert haben. Das fanden wir so klasse, daß wir die beiden für unsere Moderation gleich engagiert haben. Louis und Seetha haben in Sachen Moderation Meilensteine gesetzt und finden bei unserem Publikum und WS Teilnehmern großen Anklang, worüber wir uns sehr freuen.

Seehta und Louis, das Moderatoren-Paar
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Fotos: 1 - 4 © China Championdance 2009/2010, 5 © André Elbing, www.andre-elbing.de