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Kaum ein Star des neuen Mitteleuropas ist so bekannt geworden wie Manca Pavli. Bislang hat sie einmal den Weg nach Deutschland gefunden, nun kommt sie wieder, zu Anita Blakes „Zaghareet-Fest" am letzten Mai-Wochenende. Die Tribal Fusion-Künstlerin hat heute nicht nur ihre eigene Tournee-Truppe, sondern war auch Assistentin von Rachel Brice.

Lest hier, was sie zu sagen hat, und kommt am 25. Mai nach Düsseldorf, um sie selbst zu sehenund zu sprechen.
Photos ©: 1 und 3 Konstanze Winkler, 2, 4 und 5 www.bojantezak.net
Grafik und WebDesign: Konstanze Winkler
Wie haben sich Tribal Fusion und du gefunden?

Ich habe ihn entdeckt und wollte mehr darüber wissen. Deswegen bin ich viel in Sachen Tanz ins Ausland gefahren. In meiner Heimat gab es noch keine Tribal-Fusion-Lehrerinnen (der neue Stil gelangte ja gerade erst nach Europa). Wenn ich also etwas darüber lernen wollte, mußte ich ins Ausland und dort Workshops besuchen. Ich bin also kreuz und quer durch Europa und habe mich bei fast allen „großen Namen“ in Tribal Fusion weiterbilden lassen. Später bin ich sogar in die USA gereist und dort bis nach San Francisco gekommen, um alles in mich aufzusaugen, was es über Tribal Fusion zu erfahren gab.

Erst Ende letzten Jahres bin ich von dort zurückgekehrt und habe seitdem das Erlernte verarbeitet und geübt, geübt und geübt. Ich wollte zurück nach Slowenien, weil das meine Heimat ist,  die ich sehr liebe. Ohne die Menschen dort und ohne die Natur könnte ich nicht leben. Ebenso liebe ich meine Schülerinnen in Slowenien. Hier in der Heimat habe ich das große Glück, ausgezeichnete Schülerinnen zu haben; deswegen ist es mir auch immer wieder eine Freude, mit ihnen zu arbeiten, Shows zu entwickeln und seit ein paar Jahren auch eine eigene Gruppe mit internationaler Besetzung zu leiten, die „Amaya Dance Company“. Das sind mehr als genug gute Gründe, um Slowenien als mein Zuhause anzusehen. Hinzu kommen ja noch die beiden Kurse, die ich hier wöchentlich gebe, und die möchte ich wirklich nicht missen. Gleichzeitig bin ich aber auch fast jedes Wochenende unterwegs, um zu unterrichten. Und im Herbst ging es erst richtig los, als wir mit unserer Show, “Bellydance Infusion Project” auf Tournee gegangen sind. Na ja, eigentlich bin ich nicht sehr oft daheim.

Siehst du dich als Mitglied der slowenischen Bauchtanz-Gemeinde?

Unbedingt! Ich bin stolz auf alle unsere Tänzerinnen. Ich bin auch davon überzeugt, daß das künstlerische Niveau in Slowenien sehr hoch liegt. Wir haben ganz tolle Solo-Tänzerinnen und wirklich phantastische Gruppen. Und ich erlebe es immer wieder, wie sehr unsere Tänzerinnen sich gegenseitig unterstützen. Sie üben fleißig, arbeiten hart und sind ungeheuer kreativ.

Erzähle uns etwas über deine Zusammenarbeit mit Rachel Brice.

Ich war ihre Assistentin bei ihren alljährlichen Tanzreisen, den sogenannten „Costa Rica Retreats“. Für mich war es eine große Ehre, Rachel dort zur Seite stehen zu dürfen. Ich hätte mir früher niemals vorstellen können, einmal so eng mit ihr zusammenzuarbeiten. Sie hat mich stets angetrieben, Dinge zu tun, die ich nicht tun wollte (meist, weil mir der nötige Mut dazu gefehlt hat), wie zum Beispiel, bei den Bellydance Superstars vorzutanzen, eigene Videos bei You Tube einzustellen oder öfter aufzutreten. Mir ist es damals so schwer gefallen, mich vor anderen zu präsentieren, aber Rachel hat mir immer wieder Mut gemacht. Sie hat mich aber auch hart rangenommen und mich viel üben und an mir arbeiten lassen. Und auch durch ihr Vorbild hat sie bei mir für die richtige Einstellung gesorgt. Nicht nur mit ihrem Tanz, sondern auch mit ihrer strahlenden Persönlichkeit und ihrer so liebenswürdigen Art. Nach einer Weile habe ich ihr nicht mehr nur assistiert, sondern auch im „Costa Rica Retreat“ einen Fortgeschrittenen-Kurs geleitet. Das alles hat mir enormen Spaß bereitet, und ich habe sehr, sehr viel tanzen können.

Wie gehst du vor, wenn du an einem neuen Stück arbeitest?

Wenn ich vor einem neuen Solo-Tanz stehe, höre ich mir erst einmal ungefähr tausend Jahre lang Musik an, bis ich auf die richtige gestoßen bin. Wenn ich sie dann aber erst einmal gefunden habe, läuft der Rest der Nummer fast von allein. Ich arbeite auch bei meinen Proben an neuen Stücken. Die Bewegungen und Improvisationen fließen dann später in den neuen Tanz ein. Meine Solo-Nummern müssen auch eine emotionale Komponente enthalten, ohne geht es einfach nicht. In der Regel erzählt das Stück nämlich eine Geschichte: die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen zum Beispiel, oder ein gebrochenes Herz. Wenn ich allein auf der Bühne stehe, improvisiere ich meistenteils, das fühlt sich ja auch viel echter an als ein choreographiertes Stück.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Mein Stil fällt gewiß in die Abteilung Tribal Fusion. Man hat meine Art zu tanzen auch schon „eleganter Tribal Fusion“ genannt, und dagegen habe ich natürlich nichts einzuwenden,

Du bist vor zwei Jahren beim Tribal Festival in Hannover aufgetreten und kommst jetzt wieder nach Deutschland, diesmal nach Düsseldorf auf Anita Blakes Zaghareet Festival

Das Festival in Hannover war einfach toll. So viel Spaß und überall ausländische Workshops. Was für großartige Möglichkeiten, sich fortzubilden, sich inspirieren zu lassen und, vor allem, zu tanzen. Da komme ich doch gern wieder, denn ich weiß, daß es bei Anita Blake genauso toll werden wird!

"ICH HÖRE
TAUSEND JAHRE LANG MUSIK"

Interview mit Manca Pavli

von Marcel Bieger (auch Übersetzung)

Homepage Manca: www.bellydance-fusion.com
Zaghareet Fest
25./26. Mai, Düsseldorf
mit Manca Pavli (Slovenien) Maria Fomina (Ukraine) Giuliana Angelini (Italien/D) Aveyanda Skye (NL), Nadira Swelsen (NL), Cristina Zegarra (D), Anita Blake (Ukraine/D), Shir O Shakar (D), Inga Petermann (D), Ras El Hanout (D), Mandara (D), Masha (D),
Sway (D), und der Lamia Dance Group (D)

www.zaghareet-fest.eu
Was hast du für Pläne für die Zukunft?

Reisen und unterrichten, im Ausland wie auch in Slowenien, und mich auf die Amaya Dance Company konzentrieren, mit der ich noch einmal auf Tournee gehen möchte. Für mich ist das mein bislang allergrößtes Projekt, und auch mein allerwichtigstes;
denn dabei arbeite ich mit einer Gruppe internationaler Tänzerinnen zusammen, um den Bauchtanz auf eine höhere Ebene zu stellen, damit die Menschen ihn endlich als Kunstform anerkennen und ihm Respekt entgegenbringen.
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