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„ICH BIN HALT
EH KÖLSCH MÄDCHE“

Interview mit Manis

von Marcel Bieger

Ja, wie finde ich die Teilnehmerinnen für meine Projekte ...

ist eigentlich schnell beantwortet: Bei den Projektgruppen im „tanzhaus nrw“ kommen die meisten aus meinen eigenen Kursen, wo sie auf die Projekte aufmerksam werden und sich auch die Projektaufführungen anschauen, und wenn Sie dann einen gewissen tänzerischen technischen Stand haben, können Sie beim Projekt mitmachen. Nach den Aufführungen selbst kommen auch Interessentinnen, die sich dann für die nächste Projektgruppe anmelden, weil sie so begeistert
von der Show sind.

Da sich im Laufe der der vielen Jahren einiges herumgesprochen hat (und hoffentlich weiter herumspricht) buchen mich komplette Gruppen für das Jahresprojekt mit einer Abschluß-Show oder auch für Jubiläums-Shows. Andere sehen die Shows und erzählen es weiter, sozusagen ein positives Schnellball-System, was mir immer wieder Freude macht. Ich habe in diesem Jahr 2014 3 Abschluß-Projektshows. Ich freue mich so sehr darüber, daß meine Arbeit für
sich selber spricht.

Fortsetzung ...
Ich reise auch sehr viel und gern, und es bereitet mir Vergnügen, immer neue Frauen und Gruppen kennenzulernen. Dieses Jahr
arbeite ich in Österreich, in Italien auf dem großen internationalen Tanzfestival Bozen mit vielen internationalen Tänzer/innen/Dozenten aus allen Tanzsparten, 2x in der Türkei, gar nicht erst zu reden von diverse WS, und dann haben wir auch schon wieder Weihnachten,
hi-hi, und danach habe dann schon wieder Geburtstag und werde 62 Jahre alt! Ach, das Leben hat entschieden seine guten Seiten, so wie ich auch ein positiver Mensch bin. Ich möchte auch kein eigenes Tanz-Studio haben, denn ohne bin ich freier in der Gestaltung meiner Arbeit. Ich habe auch, gerade was die Bühne betrifft, viel Glück in der „alten“ Werkstatt e.V. und heute im „tanzhaus nrw“. So tolle Bühnen
für meine Tanz Choreografien vorzufinden, dafür bin ich sehr dankbar.

Die Abschluß-Projektshow im „tanzhaus nrw“ war früher eine eigenständige Show, die in den verschiedensten Monaten stattfand. Vor 10 Jahren wurde die Projekt-Show „Die Reise der Karawane“  fester Bestandteil der „Orientale“, was den Vorteil hat, das immer im März/April das neue Projekt beginnt und  2015 nach 11 Projekt-Wochenenden endet.

Technisch und Organisatorisch läuft alles über mich, d.h. ich gestalte alle technischen Ablaufpläne selber, was eine wahnsinnige Arbeit ist und auch Lichtplanmäßig habe ich meine eigene Vorstellungen, die im „tanzhaus nrw“ immer umgesetzt werden können. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an unsere Techniker im „tanzhaus nrw“. Mittlerweile habe ich langjährige Schülerinnen, die mit helfen, die Programme zu schreiben und Mails mit Infos, Probe-Terminen etc. zu versenden, oder alles zusammenfassen und mich dann informieren; sie sind eine große Hilfe für mich – danke, Ihr Lieben. Alle andere Projekte, außerhalb vom „tanzhaus nrw“, laufen fast ausschließlich durch meine Hände. Vor allem, was die Dramaturgie des Programms betrifft. Das ist zwar viel Arbeit, aber auch sehr schön! Ich hoffe, da0 ich noch lange Projektarbeit machen kann.
Was ist in 20 Jahren Lustiges passiert ?

O je, für mich eine schwierige Frage...ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn es passiert so viel innerhalb eines Jahres, und Ernsthaftigkeit und Fröhlichkeit halten sich die Waage. Eine vielleicht typische Situation, über die wir immer noch lachen, eigentlich war es eher eine ernste Situation, aber sie bleibt haften: Wir hatten unsere erste Generalprobe mit kompletten Kostümen usw. auf der Bühne, ich sitze wie immer auf meinem Stuhl in der Mitte der Bühne, und die Frauen tanzen Klassischen OT mit Trommelsolo ....

Plötzlich entdecke ich eine Tänzerin auf der Bühne und denke, wer ist das denn? Mir fallen jetzt auch die verdutzten Gesichter der anderen Teilnehmerinnen auf, die genauso „dumm“ und erstaunt schauen wie ich, und ich sage mir, die kenne ich ja gar nicht, wo kommt die denn her, und wieso kann die denn die Choreografie tanzen? Alle schauen jetzt völlig irritiert zu dieser Tänzerin hin, und so geht das ein bis zwei Minuten lang. Dann schalte ich die Musik aus, weil ich mir sage, ich muß sie fragen. Ich schaue sie an, bekomme eine vage Ahnung und frage mit großen Fragezeichen in den Augen, ob sie XYZ sei, und sie bejaht meine Frage. Da entfährt mir ein: „Was hast Du denn auf den Kopf?“ Von Natur aus hatte Sie ganz kurze Haare und jetzt stand sie mit einer langen blonden
Mähne auf der Bühne, so daß Sie völlig verändert aussah. Selbst
diejenigen, die nur einen Meter neben Ihr tanzten, hatten sie
nicht wiedererkannt …
Ja, das war echt lustig ... Ich bat sie aber dann, ohne diese Perücke zu tanzen, weil die ihr nicht stand und sie mit ihren eigenen kurzen Haare viel hübscher aussah.

Und da mir spontan noch eine zweite Geschichte ein:

Die ereignete sich bei einer Aufführung selber. Wir hatten einen spanischen OT, und meine Choreografie war so angelegt, das 4 Gruppen jeweils in allen 4 Diagonalen tanzten. Plötzlich fiel mir auf, daß rechts anstatt 4 nur 3 tanzten, und ich dachte, hmmmm da fehlt doch jemand, und dann bemerkte ich schon, wie eine Teilnehmerin mit aller Selbstverständlichkeit lächelnd, von oben links nach unten rechts in Ihre Gruppe tanzte ... und da war sie dann. Olé! Ich mußte so lachen und fand es klasse, wie cool sie das gemacht hat und dachte bei mir: Super! Und was soll ich sagen, 90% der Zuschauer haben das gar nicht bemerkt!

Noch eine weitere Geschichte vielleicht, und dann ist genug:

Folgende Situation, wie immer während der Projektaufführung sitze ich in der Mitte des Zuschauerraums und lächele mit positiven Energien meine Tänzerinnen an. Säbeltanz ist angesagt, und dunkle, schwere, spannende, dramatische Musik ist zu hören …4 Tänzerinnen betreten in Halbdunkel und Nebel die Bühne, zeigen sich ernst und mit dramatischen Gesichtsausdruck, heben Ihre Säbel. Ich schaue in Ihre Gesichter, und plötzlich sagt mein damaliger Freund: „Du Manis, ist das richtig, daß die eine da selbstgestrickte Schafswollsocken anhat?“ Könnt ihr euch vorstellen, wie ich geschaut habe und gleichzeitig aufpassen mußte, nicht laut loszulachen?

In dem Moment bemerkte die Teilnehmerin selber, das sie vergessen hatte, ihren Wollsocken auszuziehen, und sie raunte ihrer Mittänzerin ins Ohr: “Ich habe meine Wollsocken noch an ...“ Die anderen brachen unwillkürlich in breites Grinsen und Kichern aus, und der dramatische Geschichtsausdruck war fürs erste verschwunden. Aber sie haben ihren Säbeltanz ohne weitere Zwischenfälle zu Ende getanzt und viel Applaus bekommen.

Danach hieß es natürlich jahrelang vor jeder Projektaufführung:
„Alle tanzen ohne „Fifi“, ohne selbst gestrickte Wollsocken und ohne Uhr!“ (Auch letzteres kam des öfteren vor.)

Seit wann gibt es die Geschichten mit Vorleserin

Wie zu Anfang des Interviews bereits erwähnt, gab es schon in meiner ersten Projektshow 1994 eine Geschichte, geschrieben von einer Teilnehmerin und mir und vorgetragen von einer damals bekannten Radiosprecherin. Das kam so gut an, daß wir die ersten 3 Jahren immer eine Geschichte geschrieben haben, und eine tolle tanzende und singende „bezaubernde Jeannie“ sowie Bruno Assenmacher durch das Programm führten.

Aber dann habe ich beschlossen, die Tänze, die Schauspiel-Einlagen und die anderen Übergänge mit den Teilnehmerinnen selbst zu gestalten. Wir wollten zum Beispiel immer eine Persiflage bringen. Daraus ergab sich immer ein neues Konzept, und die Zuschauer bekamen regelmäßig etwas Neues zu sehen bekamen, also nicht nur neue Tänze. Auf dem Tanzgebiet gab und gibt es immer Neues, da ich schon immer eine große Anhängerin der Tanzfusionen war und bin. Nun, in den letzten Jahren schrieb uns meine begabte Teilnehmerin regelmäßig neue Geschichten. Aber
dieses Jahr wird es mal wieder eine Aufführung geben ohne Geschichte. Alles bleibt im Wandel, und das ist gut so; so ist das Leben und der Tanz!!!
Was erwartet euch in der diesjährigen Projekt-Show?

Na, wie ihr ja wißt, bestimmen in erster Linie die Teilnehmerinnen die Tänze der „Reise der Karawane“, und ich versuche, das nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen. In diesem Projektjahr 2013/2014 wurden als Gruppentänze folgende gewünscht: Klassischer OT mit Trommelsolo ist selbstverständlich, dazu dann aber eine Schleier-Rumba mit Seidenschleier, ein Afro-OT und einen Doppelschleier-Tanz zu einer Neo-Tango Musik. Des weiteren: Saidi mit 2 Stöcken, Zigeunertanz, Pop-OT, Fächerschleier, verschiedene klassische Orienttänze, verschiedene Schleiertänze, 2 verschiedene Oriental-Jazz-„burlesque“, Jazz-OT und  Live- Musik mit Bruno Assenmachers Trommelgruppe vom „tanzhaus nrw“ und mit einer Gastgruppe aus Attendorn.

Wir freuen uns auf alle, die kommen und uns auf unserer „Reise mit der Karawane“ begleiten und uns mit viel Beifall unterstützen. DANKE!!!
Werkschau „Die Reise der Karawane“
mit der Projektgruppe Orientalischer Tanz/
Ltg. Manis Sjahroeddin (DE)
im Rahmen der "Orientale´"

Am Sa., 01. März 2014
20:00 h
im
tanzhaus nrw, Düsseldorf
Auch das ist Manis - Hip-Hop! ....
... und "Oriental-Burlesque"!
WORKSHOP mit MANIS
währen der "Orientale" in Düsseldorf,
tanzhaus nrw

"Tangled Up - Tango-Oriental-Burlesque"
So., 02.03., 16:30 – 19:30 h (3 Std.)
Stufe: alle Stufen ab M

Zu der Musik von Caro Emerald vermittelt Manis eine Choreografie, die die Stile Tango, Orientalischer Tanz und „burlesque“ miteinander verbindet, eine besondere Spezialität von ihr, mit der sie beachtlich Ergebnisse erzielt hat. Neben dem Tanz schenkt sie Ausdruck und Mimik besondere Beachtung.

Zur Anmeldung ...
Homepage Manis: www.manis-tanz.de
Unterricht mit Manis im tanzhaus nrw, Düsseldorf
Manis' Ensemble "SINAM" im Rahmen der Orientale 2013 - Raks Sharki
Die Gruppe aus Ingolstadt bei der Projektshow 2012 - bunte Schleierchoreografie
"Isis Wings" - Projektgruppe Düsseldorf im Jahr 2013
Ein gemeinsamer Saidi - Die Projektgruppen Düsseldorf und Ingolstadt
Claudia, die allererste Erzählerin der "Reise der Karawane"
... und der Vorleser vom vergangenen Jahr - Dialekte-Talent Georg Frankenstein