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Mittlerweile wissen es schon fast alle, die Bellydance Superstars kommen nach vielen Jahren endlich wieder zu uns. Im Rahmen ihrer BDSS Club Bellydance Tournee durch Europa (siehe Tourneeplan in dieser Zeitung) treten sie im Mai auch in drei deutschen Städten auf. Nürnberg, Ulm und Köln. „Hagalla“ wird die Tournee journalistisch begleiten und in den nächsten Wochen und Tagen kontinuierlich alles Wissenswerte veröffentlichen. Wir beginnen mit einem Interview mit dem „Erfinder“ der BDSS, Miles Copeland.


"UNS INTERESSIERT NUR,
WAS DIE TÄNZERIN AUF DER BÜHNE ZU BIETEN HAT"

Interview mit Miles Copeland

von Marcel Bieger (auch Übersetzung)
Miles Copeland
Warum kommt ihr so kurzfristig mit der BDSS Club Bellydance Tournee nach Europa?

Eines der größten Probleme, welche die BDSS sich bei Tourneen außerhalb der USA gegenübersieht, ist die Frage der Reisekosten zu dem betreffenden Land und wieder zurück in die USA. 18-20 Flugscheine im voraus zu bezahlen, da kommt schon einiges zusammen. Für die Europa-Tournee trat ein glücklicher Umstand hinzu: Wir haben zunächst eine Tournee durch Spanien vor uns, die am 14. April startet und am 28. d.M. endet. Der Veranstalter hat uns den Hin- und Rückflug bezahlt, so daß dieser Kostenfaktor schon mal abgedeckt ist und wir die Club-Bellydance-Reise durch Europa dranhängen können.

Warum bereisen BDSS nur West-Europa nicht auch die anderen Teile wie Mittel- oder Ost-Europa?

Leider haben wir erst vor kurzem die endgültige Bestätigung für die letzte Station unserer Spanien-Tournee bekommen, und da war es schon viel zu spät, um uns in Europa groß nach Hallen und ähnlichem umzusehen. Hinzu kam noch etwas anderes, die wirtschaftliche Situation in Spanien nämlich. Mit all den Nachrichten über die Zahlungsschwierigkeiten auf der iberischen Halbinsel, mußte ich auch mit der Möglichkeit rechnen, daß die Tournee durch Spanien ganz abgesagt oder arg zusammengestrichen werden könnte. Wenn dann noch eine ausgiebige „Club Bellydance“ Tournee durch ganz Europa angestanden hätte, hätte mich das finanziell hart treffen können, oder, schlimmer noch, ich hätte einen Teil der Tournee-Stationen wieder absagen müssen, und das hätte dann nicht nur uns, sondern auch den jeweiligen Tanzstudios geschadet, die sich doch so bereitwillig gefunden haben, um mit uns zusammenzuarbeiten.

Und wir mußten bei der Vorauswahl darauf achten, nicht in Städten aufzutreten, in denen an dem Tag noch eine andere Bauchtanz-Veranstaltung stattfand. Das hätte zu einigen organisatorischen Problemen geführt. Alles in allem konnten wir also nur eine kleine Auswahl treffen. Schließlich ging und geht es uns darum, daß alle Seiten etwas von dieser Tournee haben und mit dem Ergebnis zufrieden sind. Wenn also alles in dieser „kleineren“ Form klappt, können wir darauf aufbauen und beim nächsten Mal großzügiger planen, und uns dann nicht nur ein paar Monate, sondern mindestens ein Jahr lang Zeit zum Planungs-Vorlauf lassen.
Warum kommen nur sechs BDSS-Tänzerinnen mit auf die BDSS Club Bellydance Tournee,
das sind knapp die Hälfte?

Wenn man mit 14 Tänzerinnen, einem Trommler und einem vierköpfigen Begleit-Team auf Reisen geht, kostet das einen Batzen Geld, und das bedeutet auch für mich ein finanzielles Risiko. Mit lediglich 6 Tänzerinnen und zwei Technikern bekommen wir die ganze Truppe in einen Tour-Bus, und die Kosten steigen nicht ins Astronomische. Und noch etwas anderes gilt es dabei zu bedenken: Wenn wir alle Tänzerinnen mitnehmen, dauert unser Auftritt knapp zwei Stunden. Dazu kommt dann noch eine Pause von 20 Minuten, mit anderen Worten: Es gibt eine reine BDSS-Show. Also keine Tänzer oder Tänzerinnen aus der Region, und das widerspräche ja nun völlig dem Club Bellydance-Konzept. Aber bei unserem verkleinerten Aufgebot gehört die erste Stunde den einheimischen Künstlern – und darauf freuen sich unsere sechs BDSS-Tänzerinnen schon sehr, weil sie es auch genießen, anderen beim Tanzen zuzuschauen -, und die Tänzerinnen aus der Region dürften schließlich auch etwas von der Zusammenarbeit mit den Weltstars von BDSS haben. Auch nicht unerheblich: Bei solchen Tourneen stoßen wir oft auf großartige Tänzerinnen, die wir sonst vermutlich nie zu sehen bekommen hätten. Und die bitten wir dann auch gerne einmal, uns auf einer unserer nächsten Tourneen zu begleiten. Auf diese Weise gewinnen wir eine Menge Freunde und können dann schon einmal festhalten, in welchen Städten wir bei der großen Tournee gern Station machen möchten.

Welche Erfahrungen habt ihr bei der großen 60-Städte-Tournee durch die USA gemacht?

Die US-Tournee war in vielerlei Hinsicht ein Erfolg. Wir haben in den einzelnen lokalen Tanz-Gemeinden viele neue Freunde gewonnen, und wir haben etliche Tänzerinnen kennengelernt, die uns interessant genug erscheinen, sie auf unsere nächste Tournee einzuladen. Die Künstlerinnen aus der Region hatten große Freude daran, bei einer richtigen Show mitzumachen; denn hier bei uns in den USA haben viele Tänzerinnen nur die Möglichkeit, in Restaurants oder auf Hochzeiten ihre Künste zu zeigen, und wie gern würden sie einmal in einer Show mitmachen.

Worauf dürfen wir uns bei der BDSS Club Bellydance Tournee freuen?

Nun, zum einen bekommt ihr natürlich hervorragende Tanzkunst aus eurer Region zu sehen, und dazu die Künstlerinnen von BDSS. Da wir dauernd auf Tournee sind, gelingt es unseren Tänzerinnen, ihren Standard an künstlerischer Perfektion und professionellem Auftritt konstant zu erhöhen. Eine „normale“ Bauchtänzerin, die nicht ständig unterwegs ist, erreicht solche Höhen nur in den seltensten Fällen. Inka ist unser jüngstes Mitglied – sie stammt aus Nürnberg, und in der Tanzschule ihrer Mutter Yamuna treten wir ja auch auf -, hat sich aber schon enorm weiterentwickelt. Aber wartet mal ab, was in einem Jahr aus ihr geworden ist, wenn sie mit den BDSS die ganze Welt „betanzt“ hat. Daran kann man dann leicht ausmachen, wie weit sich eine Tänzerin bringen kann, wenn sie die Chancen nutzt, die die BDSS ihr bieten.

Was gehört dazu, eine BDSS-Künstlerin zu werden?

Wir suchen Tänzerinnen nicht nach einem ganzen Katalog von Kriterien aus, sondern nur nach einem entscheidenden Punkt: Wie gut ist sie jetzt und was kann in einiger Zeit aus ihr werden? Mit anderen Worten, hat sie Talent und kann sie das gewisse Etwas entwickeln, das unsere Künstlerinnen auszeichnet. Diese einzigartige Ausstrahlung auf der Bühne, die selbst denen auffällt, welche keine Tanz-Experten sind. Ich will es einmal ganz deutlich sagen: Uns interessieren keine berühmten Namen, bei wem man schon alles einen Workshop besucht hat oder in welchem Tanzstudio man gelernt hat – wir wollen einzig und allein sehen, was die Tänzerin auf der Bühne zu bieten hat.

Eins sollte ich aber doch noch erwähnen: Wir verlangen von unseren Künstlern, rasch und gründlich lernen zu können. Eine geborene Solistin, die sich keine Choreographie merken kann, ist bei uns völlig fehl am Platze. Es kommt also auch auf die Einstellung an und wie gut man sich in die Gruppe einbringt. Ich werde also nie sagen, wir suchen neue deutsche Tänzerinnen oder solche aus einem anderen Land, denn uns interessiert nicht der Staat, aus dem eine Künstlerin kommt, sondern allein ihr Talent. Aber seit ich Inka kenne, weiß ich, daß in einem Land, das solche Tänzerinnen hervorbringt, noch mehr Talent zu finden sein wird, und auch diese Suche freue ich mich schon ganz besonders.

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mit dabei: Moria Chappell ...
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.... jüngstes Mitglied Inka ...
... und Stefanya
CLUB BELLYDANCE 
BDSS auf Tour in Deutschland:

10.5. Nürnberg, Tanzschule Yamuna
www.yamuna.de

15.5. Ulm, Tanzoase Ulm
www.havva.de

16.5. Köln, Pfarrsaal St. Konrad
www.shahrazad.de