Startseite/Aktuelles
zurück zu Interviews
Grafik WebDesign: Konstanze Winkler
Leyla und Roland Jouvanas „Orientalisches Festival Europas“ ist dafür bekannt, Künstler von allen Erdteilen anzulocken und vorzustellen. So erregte vor einigen Jahren eine Tänzerin aus Indien unsere Aufmerksamkeit, die nicht die Tänze ihrer Heimat vorführte, sondern waschechten Orientalischen Tanz, und das wirklich sehr gut. Im ersten Gespräch verriet sie uns dann, daß es ihr sehr darum zu tun sei, den Bauchtanz auf dem indischen Subkontinent zu verbreiten.
Im letzten Jahr haben wir sie auf Leylas und Rolands Festival wiedergesehen, diesmal jedoch (im Duo mit ihrer Tanzpartnerin Shruthi) mit einer atemberaubenden Bollywood-Nummer. Hatte sie etwa den orientalischen Tanz aufgegeben? Das wollten wir genauer wissen. Hier die Antwort: sie tanzte Bauchtanz/Bollywood-Fusion, der neueste Schrei in Indien. Aber lest selbst …
Wie ist es dir seit unserem letzten Interview ergangen?

Einfach großartig. Seit unserem letzten Gespräch habe ich mehrere Preise in Leylas Wettbewerb „Bellydancer of the World“ gewonnen. Und in meiner Heimatstadt und in meinem Land überhaupt mache ich große Fortschritte mit der Verbreitung von Bauchtanz. Also kann man doch wohl sagen, es ist großartig gelaufen.

Und wie macht sich deine Tanzschule „Payal’s Dance Academy“?

Prächtig. Wir bekommen immer mehr Schüler, richten ständig weitere Kurse ein, und viele unserer Kunden beschäftigen sich intensiver mit dem Bauchtanz und belassen es oft nicht bei einem Kurs. Wir schätzen uns glücklich, über ein gutes und professionelles Lehrer-Team zu verfügen, und wir treten inzwischen auch auf Shows und sonstigen Veranstaltungen auf.

Letztes Jahr hast du uns – zusammen mit Shruthi Kulkarni – auf Leyla und Rolands Festival in Duisburg ein sehr modernes Bollywood-Stück vorgeführt. Erzähle uns doch bitte, was ihr uns da gezeigt habt.

Eigentlich war das eher eine typische Bollywood-Tanznummer, allerdings mit viel Tiefgang, und wir haben die Kostüme modernisiert. Das Lied stammt von der berühmten Schauspielerin und Tänzerin Madhuri Dixit.

Hast du schon öfter mit Shruthi zusammengearbeitet, und habt ihr noch weitere gemeinsame Projekte vor? 

Ja, wir haben schon einiges zusammen gemacht. Shruthi ist übrigens fest angestellte Lehrerin in “Payal’s Dance Academy” und Mitglied unseres Show-Ensembles. Deswegen haben wir immer wieder miteinander zu tun, mal einen Auftritt, mal ein Projekt.

Bollywood ist als fröhliche Mischung von klassischen indischen Tänzen mit anderen Stilen bekannt. Nachdem wir euer Duo gesehen haben, fragen wir uns, ob es überhaupt noch Grenzen für solche Mischungen gibt. Kann man schon von Bollywood Fusion sprechen, und siehst du dich als eine seiner führenden Vertreterinnen an?

Der Bollywood etabliert sich, neben seinen traditionellen Formen, immer mehr als Fusion-Tanzstil. Jüngste Entwicklung ist die Mischung von Bollywood mit Bauchtanz, und das kommt beim indischen Publikum sagenhaft gut an. Und da ich in beiden Welten zuhause bin, darf ich mich wohl auch als eine der führenden Vertreterinnen dieser neuen Entwicklung bezeichnen.

“Mein Ziel ist es, dem Orientalischen Tanz seinen gebührenden Platz in der indischen Tanz-Szene zu verschaffen”, kann man auf deiner Homepage lesen. Bei unserem letzten Interview hast du besonders betont, wie wichtig es dir ist, Bauchtanz in Indien zu verbreiten. Wie erfolgreich waren denn deine diesbezüglichen Bemühungen seitdem?

Mittlerweile reise ich in verschiedene indische Städte, um dort Orientalischen Tanz zu unterrichten. Und so habe ich mir auch immer vorgestellt, das Ziel auf meiner Homepage zu erreichen. Deswegen kann man wohl auch sagen, daß ich meinem Ziel Stück für Stück näher gekommen bin. Bauchtanz ist nicht nur in meiner Heimatstadt Bangalore (im Bundestaat Mysore) etabliert, er gewinnt auch in anderen Städten an Boden.
Du bist in beiden Welten zuhause – im indischen Tanz und im Orientalischen Tanz -, wie bestimmen sie dein künstlerisches Leben?

Man kennt mich eher als Bauchtänzerin, denn in Indien ist es sehr verbreitet, indisch zu tanzen, sozusagen nichts Besonderes. Aber ich habe mir auch als Vertreterin des indischen Tanzes einigen Ruhm erworben, weil ich ja Orientalischen mit indischem Tanz fusioniere. Über diese Fusion bin ich auch als indische Tänzerin anerkannt.
Wir freuen uns darauf, dich in diesem Jahr erneut auf Leyla und Roland Jouvanas „Orientalischem Tanz-Festival“ in Duisburg zu sehen. Was wirst du uns dort auf der Bühne zeigen und was in deinem Workshop unterrichten?

Auf der Bühne tanze ich einen Bollywood/Bauchtanz-Fusion, und in meinem Workshop befassen wir uns auch mit diesem Thema. Dieses Konzept ist vollkommen neu und dürfte für viele Festival-Besucher interessant sein.

Was hast du noch alles für die Zukunft vor? 

Wie schon erwähnt will ich weiter dafür sorgen, daß der Bauchtanz noch weiter in Indien verbreitet und zu einer festen Größe wird. Im nächsten Schritt sollen dann in meiner Heimat Orientalische Tanz-Festivals mit internationalen Stars und Lehrern, Workshops, Shows und Wettbewerben ins Leben gerufen werden, um so von Jahr zu Jahr das Niveau des Bauchtanzes bei uns zu steigern.

Vielen Dank und liebe Grüße,
Payal Gupta 

www.payalsdanceacademy.com

Photo rechts: Payal und Shruthi tanzen eine atemberaubende Bollywood-Nummer nach der berühmten Schauspielerin und Tänzerin Madhuri Dixit (Festival Leyla Jouvana 2014)
Payal ist zu Gast beim 23. Orientalischen Tanzfestival Europas:
BOLLYWOOD/BAUCHTANZ-FUSION
Interview mit
Payal Gupta

von Marcel Bieger
(auch Übersetzung)