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"ICH LIEBE ATS"

Interview mit dem Musiker und Produzenten
Phil Thornton

von Konstanze Winkler

Als Tribal-Bauchtanz-Magazin interessiert uns natürlich, wie Du zur Tribal-Musik gekommen bist. Erzähl uns etwas über Deinen künstlerischen Werdegang und ob es unausweichlich war, daß Du bei der Tribal Musik geendet bist?

Meine Karriere hat viele Drehungen und Wendungen genommen. Allerdings sollte ich hier wohl klarstellen, daß ich am ehesten für meine Solo-Alben im New-Age Genre bekannt bin.

Anfangs der 90er gelangten mehr Ethno- und World Music-Einflüsse in meinen Blickwinkel, daraus resultierte dann die Zusammenarbeit mit anderen Musikern und Komponisten, einschließlich des ägyptischen Meister-Perkussionisten
Hossam Ramzy.

Wir haben mit „Pharaoh“ (1995) und “Eternal Egypt” (1996) begonnen, und dann kamen “Immortal Egypt” (1998) und “Enchanted Egypt” (2005) heraus. Ja, ich glaube, es war unausweichlich, daß ich irgendwann die Tribal-Szene entdecken mußte. Zwei Musikstücke vom Album „Immortal Egypt“ sind in den letzten Jahren unter Tribal-Tänzern/innen sehr bekannt geworden. Es sind die Titel „Immortal Egypt“ und „Derwood Green“. Dafür war hauptsächlich Carolena Nericcio (die Erfinderin des American Tribal Style, ATS) verantwortlich, weil sie diese beiden Songs seit der Veröffentlichung des Albums (1998) für Auftritte und Shows mit ihrer Gruppe
“Fat Chance Belly Dance” (FCBD) benutzt.
Meinen ersten Kontakt mit dem ATS hatte ich im Jahr 2006, als ich “Pedralta Dance” (Donna Gardner und Lesley Hogg) mit den Gasttänzerinnen Wendy Marlatt und Kathleen Crowley (San Francisco) zu „Derwood Green“ in der Union Chapel in London tanzen sah. Ich verspürte sofort eine besondere Liebe zu dieser Art Tanz und seinen Kostümen. Innerhalb des darauf folgenden Jahres konnte ich nach San Francisco reisen und mich mit Carolena treffen. Während dieser Zeit steckte ich bereits im Schaffensprozess für das Album “Nexus Tribal”, und es war dieses Treffen, welches meinem Projekt die endgültige Form gab.
Welche Stilrichtung im Tribal oder Tribal-Fusion bevorzugst Du? Hast Du Lieblings-Tänzerinnen?

Ja! Ich liebe ATS.  Ich hatte das Glück, mit Carolena Nericcio und Megha Gavin während des Majma Festivals in Glastonbury, England gemeinsam aufzutreten. Ich habe ebenfalls Hilde Cannoodt und Moirai Tribal in zahlreichen Shows innerhalb der letzten drei Jahre begleitet. Sie tanzten ATS, wobei Hilde ihren einzigartigen „Fusion“ Style als Solo zum Besten gab.

Karima Giz (aus Frankfurt) kreierte eine wundervolle Choreografie für den Song “On the Transit of Venus” vom Album “Enchanted Egypt” für Serena und Hosam Ramzys “Dance Queens of the Nile Show” in London am 5. Oktober 2007 im Bloomsbury Theatre/UCL

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Karima Giz bei facebook:
http://www.myspace.com/karimagiz

Zu meinen weiteren Favoriten gehören Serena Ramzy (selbstverständlich!) und die “Fusion” Tänze von Kimberley Macoy und Hannah Mi.

Könntest Du uns bitte etwas über Dein neues Album “Nexus Tribal” erzählen?

Gern. „Nexus Tribal“ wurde als Projekt faßbar, als ich begann verschiedene Einflüsse miteinander zu verbinden:  Osteuropäische Rhythmen, Westafrikanische Stammesmusik, traditionell Ägyptisches (natürlich!), elektronische Elemente, usw.

Wie ich schon sagte, steuerte meine Musik  durch meine ständige Annäherung an den Tribal immer mehr in Richtung Orientalischer Tanz. Ein entsprechend vorbelastetes Stück, „Bay City Shimmy“, tauchte bereits auf einem Sampler-Album auf, dem “The Beginners Guide to Belly Dance”. Carolena ermutigte mich, davon eine flottere Version als ATS-Stück zu komponieren; diese Version hat dann auch auf meinem Album Platz gefunden. Tatsächlich ist vieles auf dem Album, was als „uptempo“ beschrieben werden kann. Ich bin wirklich zufrieden mit dem Endresultat, mein erstes eigenständiges Album (Produktion/Solo-Album)

Du hast drei Alben mit Hossam Ramzy produziert. Wie ist es, mit diesem weltberühmten Ägyptischen Musiker zusammenzuarbeiten? Es heißt, ihr beiden plant wieder ein neues gemeinsames Album. Was erwartet uns da?

Hossam ist ohne Zweifel ein Meister seines Fachs. Er ist außerdem ein erfahrener Produzent mit einem großen Gefolge an Musikern, die er auf Abruf einsetzen kann. (Wir gehen bei einem neuen Projekt immer sehr umsichtig bei der Auswahl der richtigen Musiker für unsere Aufnahmen vor.)  Was die Studio-Arbeit anbelangt, so pflegen wir sehr unterschiedliche Vorlieben. Während ich als Multi-Instumentalist dazu neige, die meiste Zeit alleine zu arbeiten, zieht Hossam gemeinsame Sessions mit seinen Musikern vor. Unter dem Strich nutzen diese Unterschiede aber auch unserer Musik! Während unserer Zusammenarbeit in den letzten Jahren war jeder für sich auch mit zahlreichen anderen Projekten beschäftigt. Auf jedem gemeinsamen Album wurden dann die neuen Ideen und Techniken mit untergemischt. Ich glaube, das hat unsere Arbeit frisch gehalten!

Mit welchen anderen Musikern hast du bereits zusammengearbeitet?

Ich habe 1988 mit Sinead O’Connor gemeinsam Musik gemacht, aber eines der Glanzlichter meiner Vergangenheit war wohl eher die Zusammenarbeit mit Mandragora als wir Gast-Sänger Arthur Brown (berühmt geworden mit seinem Song „Fire“) begleitet haben.

Viele Jahre lang war ich Teil des “Earthdance Music Production Collective” gemeinsam mit Simon Williams. Wir haben 16 Chill Out/Dance Music-Compilations unter dem Titel “The Buddha Experience” herausgebracht. Ich habe daraus mein Lieblings Solo Material veröffentlicht, und zwar als das Album  „Eastern Moments“

Wirst Du noch ein Weilchen beim Tribal bleiben?

Oh ja! Das neue Album mit Hossam führt genau in diese Richtung  und das Projekt danach hat den Arbeitstitel „Tribal Spirit“ (dies wird eine Zusammenarbeit mit der FCBD-Band „Helm“).

Wenn ich noch weiter in die Zukunft schaue, in die Zeit nach der Veröffentlichung dieser beiden Alben, steht sicher eine Fortsetzung von „Nexus Tribal“ an. Mit anderen Worten auf absehbare Zeit werde ich mich sehr auf die Musik für Tribal-Belly-Dance konzentrieren.

Werden wir Dich irgendwann in der nächsten Zeit mal in Deutschland sehen können?

Ich würde sehr gerne nach Deutschland kommen und dort auch auftreten. Allerdings gibt es zur Zeit noch keine konkreten Pläne dafür.
JA! Es stimmt, wir arbeiten an einem neuen Album! Der Arbeitstitel  lautet  “Egypt Unveiled” – das wird unsere vierte Zusammenarbeit in diesem Musik-Genre. Wir waren bereits in Kairo um die Arrangements der dortigen Musiker aufzunehmen. Jetzt arbeiten wir verstärkt daran, dieses Material zusammenzuschneiden und die besten Arrangements zu finden, damit Hossam und ich bald unsere eigenen Musikparts hinzufügen können.
Fotos:
links: Carolena Nericcio. © K C Winstead,
unten: Hilde Coalition
YouTube: Karima Giz
"CLEOPATRA" 
Dance Queens of the Nile
YouTube: Carolena Nericcio und Megha tanzen zu 'Derwood Green' zusammen mit Phil Thornton bei Majma, Glastonbury, England.
Unsere gemeinsamen Erfahrungen erlauben uns auch, im Studio zu improvisieren, und diese Arrangements oder Teile davon zu verwenden. Wenn es überhaupt ein Geheimnis bei unserer Zusammenarbeit gibt, dann vielleicht, daß wir bei unserer Musik eine gemeinsame Vision haben:  Authentischen Fusion zu erschaffen.
***Phil Thorntons CD NEXUS TRIBAL ist ab sofort erhältlich bei www.mags & more.de***
YouTube: Hossam Ramzy und Phil Thornton diskutieren
das neue Album 2010
http://www.philthornton.com http://www.myspace.com/philthornton
Rabatt-Code: PT 0610 (bitte im Bestelltext bei mags & more angeben)
You Tube: Phil Thornton und Moirai Tribal