

Interview mit dem Musiker und Produzenten
Phil Thornton
von Konstanze Winkler

Meine Karriere hat viele Drehungen und Wendungen genommen. Allerdings sollte ich hier wohl klarstellen, daß ich am ehesten für meine Solo-Alben im New-Age Genre bekannt bin.
Anfangs der 90er gelangten mehr Ethno- und World Music-Einflüsse in meinen Blickwinkel, daraus resultierte dann die Zusammenarbeit mit anderen Musikern und Komponisten, einschließlich des ägyptischen Meister-Perkussionisten
Hossam Ramzy.

Ja! Ich liebe ATS. Ich hatte das Glück, mit Carolena Nericcio und Megha Gavin während des Majma Festivals in Glastonbury, England gemeinsam aufzutreten. Ich habe ebenfalls Hilde Cannoodt und Moirai Tribal in zahlreichen Shows innerhalb der letzten drei Jahre begleitet. Sie tanzten ATS, wobei Hilde ihren einzigartigen „Fusion“ Style als Solo zum Besten gab.

Zu meinen weiteren Favoriten gehören Serena Ramzy (selbstverständlich!) und die “Fusion” Tänze von Kimberley Macoy und Hannah Mi.
Gern. „Nexus Tribal“ wurde als Projekt faßbar, als ich begann verschiedene Einflüsse miteinander zu verbinden: Osteuropäische Rhythmen, Westafrikanische Stammesmusik, traditionell Ägyptisches (natürlich!), elektronische Elemente, usw.
Wie ich schon sagte, steuerte meine Musik durch meine ständige Annäherung an den Tribal immer mehr in Richtung Orientalischer Tanz. Ein entsprechend vorbelastetes Stück, „Bay City Shimmy“, tauchte bereits auf einem Sampler-Album auf, dem “The Beginners Guide to Belly Dance”. Carolena ermutigte mich, davon eine flottere Version als ATS-Stück zu komponieren; diese Version hat dann auch auf meinem Album Platz gefunden. Tatsächlich ist vieles auf dem Album, was als „uptempo“ beschrieben werden kann. Ich bin wirklich zufrieden mit dem Endresultat, mein erstes eigenständiges Album (Produktion/Solo-Album)

Hossam ist ohne Zweifel ein Meister seines Fachs. Er ist außerdem ein erfahrener Produzent mit einem großen Gefolge an Musikern, die er auf Abruf einsetzen kann. (Wir gehen bei einem neuen Projekt immer sehr umsichtig bei der Auswahl der richtigen Musiker für unsere Aufnahmen vor.) Was die Studio-Arbeit anbelangt, so pflegen wir sehr unterschiedliche Vorlieben. Während ich als Multi-Instumentalist dazu neige, die meiste Zeit alleine zu arbeiten, zieht Hossam gemeinsame Sessions mit seinen Musikern vor. Unter dem Strich nutzen diese Unterschiede aber auch unserer Musik! Während unserer Zusammenarbeit in den letzten Jahren war jeder für sich auch mit zahlreichen anderen Projekten beschäftigt. Auf jedem gemeinsamen Album wurden dann die neuen Ideen und Techniken mit untergemischt. Ich glaube, das hat unsere Arbeit frisch gehalten!
Ich habe 1988 mit Sinead O’Connor gemeinsam Musik gemacht, aber eines der Glanzlichter meiner Vergangenheit war wohl eher die Zusammenarbeit mit Mandragora als wir Gast-Sänger Arthur Brown (berühmt geworden mit seinem Song „Fire“) begleitet haben.
Viele Jahre lang war ich Teil des “Earthdance Music Production Collective” gemeinsam mit Simon Williams. Wir haben 16 Chill Out/Dance Music-Compilations unter dem Titel “The Buddha Experience” herausgebracht. Ich habe daraus mein Lieblings Solo Material veröffentlicht, und zwar als das Album „Eastern Moments“
Oh ja! Das neue Album mit Hossam führt genau in diese Richtung und das Projekt danach hat den Arbeitstitel „Tribal Spirit“ (dies wird eine Zusammenarbeit mit der FCBD-Band „Helm“).
Wenn ich noch weiter in die Zukunft schaue, in die Zeit nach der Veröffentlichung dieser beiden Alben, steht sicher eine Fortsetzung von „Nexus Tribal“ an. Mit anderen Worten auf absehbare Zeit werde ich mich sehr auf die Musik für Tribal-Belly-Dance konzentrieren.
Werden wir Dich irgendwann in der nächsten Zeit mal in Deutschland sehen können?