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Photos: 1, 3, 4 10, 11 und 12 © SSB photography Sebastian Bennecke, 2 © Konstanze Winkler,
5, 6 und 7 © Delanna, 8 und 9 privat, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Raksan
Wir haben schon immer gern mit Sylvia Sophia Assmann zusammengearbeitet und deswegen sofort zugestimmt, als sie vorschlug, Raksan zu interviewen, die große Pionierin des Orientalischen Tanzes aus Berlin.

Das untenstehende Gespräch bewegt sich schwerpunktmäßig um Raksans aktuelles Projekt „TAI:TOOLS“.
VORWORT VON SYLVIA SOPHIA ASSMANN
Raksans faszinierend unkonventionelle Art, sich dem Kern des Orientalischen Tanzes, ja dem Kern von Tanz an sich via spartenübergreifender Tanz- und Theaterarbeit und vor allem durch Improvisation zu nähern, hat mich von der ersten Begegnung an aufgewühlt, angestachelt, motiviert, an– und aufgeregt, mich tief berührt. So lag es auf der Hand, daß ich mehr über diese Arbeit erfahren wollte und so habe ich mich für die Teilnahme an dem zweiten Durchlauf des frisch aus der Taufe gehobenen Fortbildungskonzeptes TAI:TOOLs im Herbst 2014 in Innsbruck entschieden.

Eine wirklich gute Idee! Tanz. Ausdruck. Improvisation aus der Sicht des Lehrers und aus der Sicht des Tänzers. Neue Welten, die mich ganz tief mit mir selbst und meinen Werten und meinem tänzerischen Können in Kontakt gebracht haben. Wie oft an den drei Wochenenden habe ich mit großem Erstaunen an mir beobachten können, wie ich körperliche und mentale Blockaden ganz einfach „umtanzt“ habe und ich imstande war Bewegungsabfolgen zu kreieren, die ich nicht für möglich gehalten hätte!

TAI:TOOLS hat mich gefordert und gefördert und mich einen tänzerischen Sprung machen lassen!

Ich bin Raksan sehr dankbar dafür, daß ich durch sie habe erleben dürfen, wie  sich die unterschiedlichen Tanzübungen und angeleiteten Improvisationen auf mich persönlich auswirkten, wie ich im Innen und Außen zu sehen gelernt habe. Wie schön war es, das tänzerische und auch persönliche Wachsen der teilnehmenden Frauen zu beobachten, die konkurrenzfrei und mit Freude am Miteinander-Sein miteinander improvisierten, sich austauschten und einen Berg an Notizen mit nach Hause nehmen konnten.

Und nun wende ich die vielen gesammelten Bausteine mit Überzeugung im Orientalischen Tanzunterricht und im Training mit meinen Tribal-Frauen an. Jedes Mal ein Fest, ein Spiel und gleichzeitig intensiv, konzentriert.

Wir nennen das jetzt „Toolen“!

Das folgende Interview ist eine Zusammenfassung der Gespräche, die ich mit Raksan „in TOOLs und um TOOLs herum“ geführt habe.

Sylvia Sophia Assmann
Raksan
Liebe Raksan, was ist dein Lieblingsmotto?

Das Leben ist eine Reise.

Wer bist du?

Ich bin in diesem Sommer 54 geworden und nun seit bald 30 Jahren darstellende Künstlerin und Tänzerin. Ich leite als Lehrerin und Choreografin für zeitgenössischen orientalischen Tanz offene Klassen, Workshops, Fortbildungen und Bühnen-Projekte in Deutschland und im europäischen Ausland und bin am Wochenende meist unterwegs. Von Montag bis Freitag lebe ich mit meinem impro-schauspielernden Lebensgefährten Leon Düvel und unserer 14 jährigen Tochter (mein Sohn ist 29 und paßt auf sich selber auf) plus Hund und Zimmerteich in einem acht Nationalitäten beherbergenden Altbauhaus mitten in Berlin-Kreuzberg.

Was beeinflußt Deinen Tanz

Mein Temperament, meine Fantasie, mein Bewegungs- und Darstellungsdrang, ein bereits in die Wiege gelegter Hang zum Nomadentum sowie ein starkes Bedürfnis nach Struktur, um diesen Eigenschaften einen Rahmen und mir im Leben einen Halt zu geben.

Dann: Alles, was ich auf eine Frage nach meinem „Frau sein“ und nach meiner ethischen und spirituellen Sicht auf die Welt antworten würde. Ich forsche mit Vorliebe weniger nach dem „wie“ als nach dem „woher“ und „warum“. In puncto nahöstlicher Kultur und Tradition habe ich daher meine Hausaufgaben gemacht und entdecke weiterhin neue Gebiete, besonders in der Folklore und dem Tanz der einfachen Leute.

Darüber hinaus: Kunst hat keine Grenzen. Das schließt für mich die Achtung vor Ursprüngen und der Wertschätzung von Traditionen genau so ein wie es deren Hinterfragung oder gegebenenfalls den Bruch mit ihnen erfordert. Etwas mir wirklich Nahes zu schaffen, das geht nicht ohne Risikobereitschaft. Grenzgängertum! Schauspiel, Jazz, Ballett, Release-Technik, Modern Dance nach Limon (eigentlich der klassische Zeitgenösser), Humphrey, Graham, BMC, Improvisation; überall finde ich Impulse, die ich weiterführe, zeitgenössischen Ansätze, die mich  viel über spartenübergreifende Tanzgedanken gelehrt haben.

Dieses Forschen, die enge Zusammenarbeit mit Artisten und Schaupielern seit 1987 – und nicht zu vergessen, die Jahre von 2000 bis 2005 als ein Drittel des „Oasis Danse Ensemble“ -  haben mir immer wieder neue Horizonte eröffnet und mir Methoden für ein für mich stimmiges „Crossover“ geliefert. Orientalischer Tanz – experimenteller Orientalischer Tanz – Moderner Orientalischer Tanz – Theatrischer Orientalischer Tanz -  Zeitgenössischer Orientalischer Tanz. 2004 habe ich meine Arbeit schlußendlich unter dem letzteren Titel zusammengefaßt und konnte damit eine bald allgemein verwendete Bezeichnung für eine „zeitgemäße Interpretation“ etablieren.
Je weiter ich dem eingeschlagenen Weg folge, desto mehr interessiere ich mich für die kulturellen, politischen, religiösen, spirituellen Aspekte des Orientalischen Tanzes insbesondere im Bezug auf seine Ursprungsländen. Ich versuche so konsequent wie möglich, die Stereotypien der Show- bzw. Nachtclub-Ästhetik hinter mir zu lassen und im Zuge dessen, auch meine eigene „Orientalismusbrille“ von der Nase zu bekommen. Ich hoffe so, der archaischen und gleichzeitig subtilen Kraft des Tanzes gerecht zu werden.

Ach, und da wäre da noch eine 1991 aus Israel auf Berlinbesuch gekommene Tanz-und Theaterfrau, die mich damals exotisch-hübsch und langbeinig in einem türkischen Restaurant und gleich danach noch einmal in der Mitternachts-Show des „CHAMÄLEON Varietés“ tanzen gesehen hat. Ich habe ihren Namen vergessen, leider, aber nicht ihren Rat: „Wo und für wen auch immer Du auftrittst: keinen Tingel Tangel! Bleib` dir treu, Mädchen.“ Weiblich? Unbedingt Weib. Aber nicht „Weibchen“. Keine erotische Manipulation und keine Dekoration.
Wie sind TAI und TOOLS entstanden?

Mit TAI (Tanz-Ausdruck-Improvisation) habe ich in über einem Jahrzehnt der praktischen Anwendung ein sehr persönliches Konzept entwickelt, durch das ich meinen Schülern helfen kann, selbst kreativ zu werden, Tanz tiefer und damit nicht nur als (Freizeit-) Sport, sondern als (Alltags) Kunst wahrzunehmen, mehr über sich selbst zu erfahren und so gegebenenfalls auch als Darstellende Künstlerin stärker zu werden. Ein Unterrichtsstil, aus dem zum Vergnügen oder aus Fitnessgründen tanzende Frauen sowie ambitionierte Tänzerinnen nicht nur gleichermaßen Nutzen ziehen können, sondern durch den sich die Trennung zwischen Laien– und Profitanz aufhebt. Der Schlüssel zum Erfolg des TAI-Konzeptes liegt in den geführten Improvisationen von „Contact“ bis Tanztheater, von „New Dance“ über Laban bis Theatersport, die ich auf den Orientalischen Tanz übertrage.

Der Anstoß zu dem Fortbildungsformat TAI:TOOLs kam von Teilnehmerinnen meiner TAI-Klassen und hier insbesondere von meiner jungen Kollegin Delanna; sie hat meine Arbeitsweise im Rahmen eines der „Secret Lila“-Bühnentanz-Projekte mit Begeisterung verfolgt und wollte danach mehr über die Wirkung der Improvisation als darstellerische, gestalterische und pädagogische Methode erfahren. Nach den Ergebnissen des Osnabrücker Pilot-Durchlaufs im Frühling dieses Jahres und denen des zweiten Durchgangs in Innsbruck im zurückliegenden Herbst fühle ich mich sehr bestätigt.
Tja, und die Geschichte von TAI und TOOLs ist kaum ohne einen Ausflug in meine Biographie zu erzählen: 1990 hatte ich im Rahmen einer Zirkus-Tournee unter der Direktion des genialen Impro-Schauspielers und  Theaterclowns Frieder Nögge das große Glück, mit den Lehrern der Schweizer Artistenschule SCUOLA DIMITRI improvisatorisch zu arbeiten. Ich habe die dort kennengelernten Methoden auch weiterhin konkret zur Material- und Rollenfindung benutzt, meine Bühnentänze aber bis auf das kleinste Detail hin festgelegt. Ein ausgefeilter Auftritt auf immer gleich bleibendem Niveau war eben auch ein Produkt, für dessen reibungslose Ablieferung ich bezahlt wurde -  Berufsethos des traditionellen Zirkus. Meinen jetzigen Lebens- Gefährten Leon Düvel habe ich 1992 während eines Gastspiels im Berliner Chamäleon-Varieté kennen- und lieben gelernt: Er lebte ursprünglich von Varieté-Engagements als Moderator und Comedian, ehe er 1995 zu THEATERSPORT Berlin stieß. Diese von dem Kanadier Keith Johnstone entwickelte Form des "Stehgreif- Theaters" war damals in Deutschland bereits schwer im Kommen und sorgte nicht nur im Training von in Routine erstarrten Schauspielern für Frischluft, sondern erwies sich auch als Bühnenformat als ungemein unterhaltsam und erfolgreich.

Leon "sattelte" um – und ich sollte meine bisherige Meinung, daß das Improvisieren auf der Bühne, noch dazu vor zahlendem Publikum, nur  in Dilettantismus enden könne, bald ändern: nach etlichen kontroversen Diskussionen besuchte ich einen Impro-Theater-Workshop der GORILLAS, dem noch weitere folgen sollten.

Obwohl die Arbeit mehr auf dem Sprechtheater, dem Schauspiel basierte denn auf Tanz, bekam ich viele allgemeingültige Hilfestellungen. Und hatte etwas Fundamentales verstanden: Auch ich hatte im Grunde auf der Bühne nie nur eine bloße Reproduktion abgeliefert, sondern auch improvisiert. Jeder Abend, jeder Tanz blieb zwar im Rahmen der Choreographie und Inszenierung, wurde aber immer wieder auch spontan variiert; es waren die vermeintlichen "Fehler", die Abweichungen, die die Performance lebendig erhielten. Ach so – die spontane Interpretation ist bereits Improvisation!

Seit 2005 hat sich mein eigener beruflicher Schwerpunkt immer mehr vom eigenen Auftritt auf die Tanzvermittlung in Form von Workshops und Projekt-Klassen verlagert. Je konkreter ich meine Aufgabe als Lehrerin zu definieren versuche, desto klarer wird mir: Tanz zu unterrichten, bedeutet, den ganzen Menschen zu bewegen. Und damit komme ich dem Wesen des Orientalischen Tanzes nahe, denn er besitzt, traditionell wie modern, eine hoch komplexe Ausdrucksform. Und dies gilt nicht nur für die physischen Aspekte seiner Tanzsprache, die es zu verstehen und gegebenenfalls durch Vermischung mit anderen Tanzstilen zu erweitern gilt.
Was ist die Botschaft von TAI und TOOLs?

 „Think out of the Box“, zu deutsch „Schau über den Tellerrand“, um eine Teilnehmerin des ersten TAI:TOOLs  zu zitieren. Orientalischer Tanzunterricht und Fortbildung als ein ganzheitliches Konzept und als ein Losschicken.

Das künstlerische, pädagogische und ökonomische Feld des Orientalischen Tanzes braucht wie alles, was auch in Zukunft wachsen soll, frische Erde und ebensolchen Wind. Ich möchte gerade dem ursprünglichen „Tanz aus dem Bauch(gefühl)“ zu einer zeitgenössischen Darstellung verhelfen, ihn von seinem naiven Image befreien. Ein „Zurück zu den Ursprüngen“ und ein mögliches Fenster in seine Zukunft als universelle Tanzsprache zugleich.
Sein Zauber entspringt vor allem der Fähigkeit, sich auf das „Jetzt“ einzulassen und zum Katalysator der Stimmung im Raum zu werden, Körperempfinden und Emotion mit Hingabe zu teilen. Gelingt solches, kann ein kommunikatives Energiefeld entstehen, das nicht nur die miteinander Tanzenden, sondern auch die passiv Zuschauenden erfaßt, diese zu Mitakteuren macht und eine starke, kollektive Faszination ausstrahlt. Das arabische „Musiker-Sänger-Publikum-Rückkopplungs-Phänomen“ des Tarab, das spanische "Duende" beschreiben diesen Zustand der gesteigerten Wahrnehmung, des gemeinsamen Aufgehens im Moment, den berühmten "Musenkuß". Und hier kommt die Improvisation ins Spiel, ich bin für die Entdeckung dieses Mediums sehr dankbar.
Sache, Fluß, Durchlässigkeit, Entscheidungsfreude, Aufmerksamkeit, Reaktionsschnelligkeit, Akzeptanz, Bewegungsstrom- und Qualität, Musikalität, Raumempfinden und all die anderen wichtigen Dinge, die durch die Improvisation als didaktisches Mittel gefördert werden können, sind nicht nur für Tänzer und Tanz-Unterrichtende wichtige, im Grunde unentbehrliche Kompetenzen, sie zu erfahren wirkt oft auch im Alltag und Privatem nach.

Daß die Improvisation helfen kann, Blockaden, den verdammten inneren Zensor und damit (Hilfe!) auch immer öfter das Lampenfieber loszuwerden, ist auch ein weiterer positiver Effekt. Den Moment, die Gegebenheiten annehmen, Hingabe erfahren, im Netz der Choreographie gelassen und flexibel bleiben oder auch mal mit einem inneren „Juchu“ den sicheren Boden der geprobten Abläufe gänzlich verlassen. Tarab. Mein Genuß ist der der Zuschauenden.

Natürlich wird mit der so gewonnenen inneren Freiheit kein Freibrief zur Beliebigkeit ausgeschrieben. Schon gar nicht, wenn es um den Schritt in die Öffentlichkeit geht.
Wer auftritt, übernimmt Verantwortung (siehe oben!), unabhängig von Anlaß und/oder tänzerischem Niveau beziehungsweise der Zielsetzung. Spaß haben ist nicht dasselbe wie Spaß machen! Natürlich bedarf es der Technik, sie gibt uns die Grammatik, das Vokabular. Üben ist Tanz, Tanz ist Üben. Aber erst die Fähigkeit zu spontaner Gestaltung und damit zu persönlicher Interpretation, Variation macht einen Tänzer, egal ob Hobby oder Profession, zu einer authentischen, kreativen Persönlichkeit. Und Spiel steht dem Ernst nicht unversöhnbar gegenüber!

Übrigens blockiert oft genug der gewohnte Drill oder auch nur die (durch die überall zunehmende Wettbewerbsorientierung und den Konkurrenzkampf der Tanzwelt durchaus berechtigte) Sorge der meisten von einem professionellen Anspruch geprägten Tänzerinnen, nicht „gut“, originär im Sinne von besonders einfallsreich genug zu sein. Sich in der Kunst der Einfachheit zu üben, öffnet ganz neue Kanäle.

Was sind die berührendsten Momente im Tanz, im Unterricht?

So ist es tatsächlich: „Geht das Ego, kommt die Qualität“. Als Tänzerin liebe ich es, wenn für einen magischen Augenblick Körper, Seele und Geist zusammenfinden. Wenn ein Gedanke blitzschnell Gestalt annimmt, sich mein Körper weich und durchlässig anfühlt, mich der Raum, das Publikum, die Musik in den Arm nimmt, weil ich mich völlig öffne. Ein „aus der Zeit treten“; früher wurde die Improvisation auch „Extemporieren“ genannt.

Die Rolle als Lehrerin und Choreographin fühlt sich gar nicht so anders an

In meinen sich immer wieder neu zusammensetzenden Projektklassen und in jedem meiner Workshops treffe ich auf Frauen jeden Alters, durch alle Berufe hindurch, von dick bis dünn, von groß bis klein, jung und nicht mehr jung.

Ich beobachte, leite an, gebe Halt und ermutige: Begegnung, Kommunikation, Achtsamkeit, gesteigerte Wahrnehmung, Vertrauen in sich selbst und in die anderen.

Technik als wichtiges künstlerisches Mittel, aber nicht als Selbstzweck. Partnerarbeit, die Archetypen des Führens und Folgens. Konzentration und Hingabe, immer wieder Spiel und Ernst, Disziplin und Freiheit sind keine Gegensätze mehr, die Auseinandersetzung mit Zeit, Dynamik, Phrasierung, Struktur, mit Impuls und Fluß, mit Gewicht und dem Kontakt zum Boden heißt, sich mit dem Tanzen an sich zu beschäftigen, zementierte Muster in Ausdruck und Bewegungsrepertoire zu durchbrechen.
In den letzten Jahren habe ich immer wieder über die Ergebnisse am Ende einer Unterrichtseinheit, egal ob kurz auf Festivals oder lang als Wochenende oder Projekt, gestaunt. Aus einander größtenteils völlig fremden Teilnehmerinnen wird eine funktionierende Gemeinschaft. Das dem Prinzip der offenen Klasse innewohnende Problem des meist sehr unterschiedlichen technischen Entwicklungsstands und eine daraus resultierende Hierarchie unter den Teilnehmerinnen löst sich während des Prozesses auf, in den Abschluß-Auftritten findet eine echte, fast demokratisch zu nennende Interaktion statt. Und wenn in einem Solopart, einer Gruppenarbeit Virtuosität durchscheint, wird das ohne Konkurrenzgefühle genossen. 
Was macht TAI und jetzt auch TAI: TOOLS mit dir und den teilnehmenden Frauen?

Ein hauptsächlicher Bestandteil von TAI und TAI:TOOLs  ist das tänzerische Selbsterleben. Spiellust, Konzentration auf eine
Was bedeutet Lob und Kritik für dich?

Eine Übung in Gelassenheit. Zen. Die Herausforderung, weder der Eitelkeit anheimzufallen noch einer falschen Bescheidenheit, und eine wie auch immer geäußerte Infragestellung nicht gleich als Angriff, sondern als hilfreichen Denkanstoß anzunehmen. Wie gesagt, eine Übung! Als leidenschaftliche und idealistische Künstlerin schaffe ich es nicht immer, den diplomatischen Ton der objektiven Meinungsäußerung zu treffen, da setze ich mich gerne mal in die Nesseln. Als Pädagogin hingegen ist mir, ganz im Geist der Impro, das „Nicht-Bewerten“ ein großes Anliegen. Das „wie, warum und wann“ einer Rückmeldung und/oder Korrektur sind wichtige Themen in meinen Klassen wie gerade auch bei TOOLs. Wir sollten das ehrliche und wertschätzende Lob, aber auch das ungeschönte Meinungsäußerung kultivieren, im Geben wie im Nehmen.

Man und frau darf sich ja alles wünschen. Was wünschst du dir für dich und die Welt?
Ich wünsche mir zu Weihnachten ein großes, dickes, fettes (Impro) „JA“ zu Toleranz, Akzeptanz, Menschlichkeit, Demokratie und Achtung vor der Natur. Außerdem: „Slow is our luxury - Langsam ist unser Luxus“ titelt aktuell ein Werbeplakat für türkischen Raki. Stimmt! Auch Entschleunigung geht mit Improvisation ganz hervorragend und ganz ohne Schnaps!
TERMINE Raksan:

TAI:TOOLs
Fortbildung in Stuttgart
Ab 26. September 2015!

Info und Anmeldung unter:
www.raksan.de/termine/...

Homepage: www.raksan.de
Genuß und Leichtigkeit beim Erarbeiten und Erforschen von Bewegungen entsprechen meiner Vorstellung von Tanzunterricht. Im Laufe der letzten Jahre habe ich immer wieder offene Workshops unter der Leitung der Berliner Tänzerin, Choreographin und Dozentin Raksan besucht. Die charismatische Persönlichkeit der “Grand Dame des zeitgenössischen Orientalischen Tanzes“ und ihr TAI (Tanz-Ausdruck-Improvisation) – Format: ein starkes Duo!
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Warmimprovisieren für "Don't climb the Pyramids", Düsseldorf 2014
Fotos: links (Nr. 5), 6 und 7 - Proben zu "Secret Lila" in Osnabrück, 2012
Probenmoment zu "Secret Lila" in Dresden, 2013
"GEHT DAS EGO, KOMMT DIE QUALITÄT"
Interview mit Raksan

von Sylvia Sophia Assmann