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"O MEIN GOTT"

Interview mit dem allerneuesten BDSS-Mitglied, Romy Mimus

von Marcel Bieger und Konstanze Winkler

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Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
Photos ©: 1 und 6 Konstanze Winkler, 3 und 5 "lux light art", 4 Rainer Gutzmer, 2 Romy privat
... Fortsetzung
Erzähl uns doch bitte ein bißchen mehr, wie es mit den BDSSs hinter der Bühne zugeht.

Es geht sehr offen zu und ist sehr lustig. Sie scherzen viel herum, hören die ganze Zeit Musik, und, na ja, ich bin ja nun schon wirklich oft aufgetreten und kenne mich auch mit Schminken aus, aber im Gegensatz zu den BDSS habe ich sehr blaß ausgesehen, und dann haben sie mich umringt und gesagt, leg doch noch was mehr auf. Sie haben mich dann intensiver geschminkt und mir Tipps gegeben. Und sie haben sich große Mühe gegeben, mir die Nervosität zu vertreiben. Sabah und Moria haben sich den ersten Teil der Show angeschaut, wo die deutschen Künstler auftreten. Ich hätte das auch gern gesehen, war aber zu nervös, um im Zuschauerraum still zu sitzen. Stefanya ist dann bei mir geblieben und hat mir gesagt, daß sie vor der ersten Show einer Tournee auch immer viel zu aufgeregt sei und dann lieber hinten bliebe. Es war, alles in allem, ganz unkompliziert und locker.

Sabah ist die Chefin (künstlerische Leiterin), von allen die vernünftigste, aber auch sehr nett, mit ihr habe ich mein Zimmer geteilt und mich bestens mit ihr verstanden. Sie ist der ruhende Pol der Truppe. Moria war total putzig, hat ständig Witze gerissen und aus dem Nähkästchen geplaudert, und Stefanya ist so mehr die Kumpelhafte, Aufgedrehte.

Weil ich gut Englisch spreche, habe ich mich auch sehr gut mit den BDSS verständigen können. Auf der Bühne sind alle Profis, aber hinter der Bühne geht es herzlich und locker zu. Eine ganze Reihe von meinen Freunden und Verwandten sind mit nach Berlin gekommen und haben mir nach der Show auf der Bühne gratuliert. Moria und Stefanya haben sich zu ihnen gestellt und gleich das Eis gebrochen.

Stefanya hat übrigens ein Kostüm meiner Mutter getragen. Ihres war sehr eng, und sie mußte doch in der Show einen Spagat hinlegen.Und so kam es, daß Stefanya völlig gelassen bis zwei Stunden vor der Show gewartet hatte das Kostüm anzuprobieren, das meine Mutter ihr am Freitag mitgebracht hatte und immer gemeint hat, „Och, wird schon passen.“
Und das Kostüm hat tatsächlich genau gepaßt.
Während des Künstleressens nach der Show hat Stefanya dann gefragt, ob sie sich das Stück bis zum Ende der Tournee vielleicht ausborgen könne, und so war dann das Kostüm
mit auf Tour.
Wußte das Publikum, um wen es sich bei dir handelt?

Na ja, angekündigt war die Show mit Inka, aber dann habe ich im Programm gestanden … oder waren wir nur als BDSS aufgeführt? Ich glaube, die meisten haben mich auch für eine Amerikanerin gehalten. Mich haben jedenfalls alle auf Englisch angesprochen, und ich habe auf Englisch geantwortet. Wir hatten soviel Streß, daß ich mir gedacht habe, wenn ich jetzt deutsch spreche, gibt das nur einen Haufen Fragen, und dafür fehlte einfach die Zeit. Ich habe mich sozusagen als Amerikanerin durchgeschmuggelt (alle lachen). Viele im Publikum hatten ja auch keine Ahnung, daß eine Deutsche mittanzt.

Das alles war ja sehr kurzfristig gelaufen, ich hatte erst zwei bis drei Wochen zuvor Bescheid bekommen. Bei BDSS ist alles etwas weniger auf lange Frist strukturiert, und ich habe ja seitdem auch immer wieder nachfragen müssen, kommt denn da noch was für mich, wann geht es denn los, und so weiter. Schließlich ist die Kalifornien-Tournee jetzt im Oktober auch recht spät gekommen. Na gut, sie wollen halt nichts sagen, solange das noch nicht in trockenen Tüchern war. Erst wenn die Auftritts-Säle gebucht sind, bekommen die Künstler Bescheid. Und so habe ich nur sporadisch etwas von ihnen gehört, von wegen, es sei in Planung, es gehe alles seinen Gang. Bei mir hat sich das ja jetzt auch über ein Jahr hingezogen.
Der Berlin-Auftritt hat ja nicht so recht zur BDSS-Club-Tournee durch Deutschland gepasst …

Die Tournee sollte um zwei bis drei Monate verschoben werden, doch die Berliner waren nach eigenen Angaben schon ausverkauft, und sie wollten den Termin nicht verschieben. Deswegen ist, auch weil Inka ausgefallen ist, dort nur ein geschrumpftes BDSS-Programm abgelaufen, zu dem ich dann als Verstärkung geholt worden bin.Und der Saal der Ufa-Fabrik in Berlin war mit ca. 300 Zuschauern ausverkauft.

Als die restliche Tournee dann im Mai und Juni abgelaufen ist, wollte Sabah mich zwar noch fest in das Programm einbauen, aber das hat sich dann leider als unmöglich erwiesen, weil die Choreographien und die Musik nur auf fünf Tänzerinnen zugeschnitten gewesen waren. Ich habe mir dann auch gleich gedacht, daß das wohl nichts wird. Aber auf der letzten Station, in Nürnberg, durfte ich dann mein Solo tanzen. Sabah hat dafür gesorgt, daß ich den Showteil der BDSS eröffnen durfte

Wie ist es, mit einer solchen Truppe zusammen vor einem deutschen Publikum aufzutreten?

Ganz kurz - überwältigend! Auf der Bühne habe ich mehrfach gedacht, du stehst wirklich hier mit den BDSS, ein Wahnsinn! Also, es war wirklich ein ganz tolles Gefühl. Das tänzerische Niveau und die Professionalität dieser Gruppe waren so präsent. Schon bei den Proben ist mir das bewußt geworden. Bereits bei Fragen wie „Wo stehst du wann?“ fängt das an. Die Show ist vollkommen strukturiert, und zu jedem Zeitpunkt weiß eine jede, wo sie zu stehen und zu

tanzen hat. Alle nehmen diese Show zu hundert Prozent ernst, da gibt es kein: Ich gebe heute mal weniger. Eine unglaubliche Erfahrung. Mir hat auch sehr gut getan, daß meine Freunde und Verwandten da waren und mir zugejubelt haben. Und es war einfach die Krönung, jetzt von den BDSS die offizielle Bestätigung erhalten zu haben, daß ich bei ihnen mittanzen darf. Das Publikum hat jedenfalls zwischen mir und den „echten“ BDSS keinen Unterschied gemacht. Mein Solo hat ziemlich viel Applaus bekommen, aber das lag wohl auch an meinen Fans (lacht). Die Menschen dort haben gleich gespürt, wenn sie es denn nicht schon längst gewußt haben, daß eine BDSS-Show etwas Einmaliges ist. Ich meine, wen gibt es denn sonst noch auf der Welt, der so etwas macht?
Stimmt. Dann laß uns auf deine US-Tournee zu sprechen kommen. Wann genau hast du erfahren, daß du im Oktober dabei bist?

So vor anderthalb Wochen (das Interview wurde Mitte August geführt, Anm. d. Red.),
da bekam ich die Aufforderung, mir einen Flugschein zu besorgen, den muß ich selber bezahlen. Aber ich bekomme ja für die Tour auch eine Gage. Ich bleibe fast den ganzen Oktober in den USA. Zwischen den vier Auftritten in Kalifornien und dem in Florida gibt es zehn Tage Pause, und da will ich dort Urlaub machen und mir soviel
wie möglich anschauen.

        Am 5. Oktober fliege ich, und dann gibt es erst einmal fünf Tage Proben
(am 11. Oktober ist der erste Auftritt, Anm. d. Red.), und dann geht es los, vier Tage lang jeden Abend eine Show. Dann die bereits erwähnten zehn Tage Pause, danach geht es weiter nach Florida zu einer weiteren Show, und endlich zurück nach Los Angeles. Dort angekommen fliege ich dann zurück nach Hause.

Damit du bei deiner Mutter in der „Tribal Convention“ auftreten kannst.

Ja, genau. Die ist ja erst am 16.November, und so verpasse ich auch nichts, und bis dahin bin ich auch hoffentlich wieder meinen Jetlag los (lacht). Die Tournee wird keine Club-Show sein, sondern wieder eine reine BDSS Show mit größerer Besetzung. Es gibt natürlich ein neues Konzept, an dem aber noch gearbeitet wird. Welche Choreographien werden genommen, wer soll was tanzen und so weiter. Auf jeden Fall sollen aber Inka und ich ein Duo tanzen. Stevo hat Inka und mich vor ein paar Tagen angeschrieben, ob wir das machen wollten und ob wir vielleicht schon im Vorfeld ein paar Gedanken dazu entwickeln könnten. Und ob wir das vielleicht schon vorab einstudieren könnten, bevor wir in die USA kämen. Gut möglich, daß Miles die Vorstellung ganz cool findet, die beiden Deutschen zusammen auftreten zu lassen …

Ihr müsst aber nicht in Lederhosen auf die Bühne?

(Alle lachen) Nee, nee. Ich muß mal mit der Inka telephonieren, ob wir das zusammen machen wollen. Aber sie ist, glaube ich, gerade auf Tournee. Nun ja, wir haben noch ein wenig Zeit. Als Miles im letzten Jahr bei uns war, hat er auch ein Stück gesehen, daß ich mit meiner Tanzgruppe „Rakas“ einstudiert hatte. Das war ein Swing-Stück, „Oh That Man“, die erste Choreo, die ich mit Rakas gemacht habe. Das war schon aufregend genug, weil wir ja sonst immer die Choreographien meiner Mutter, unserer Trainerin, tanzen. Ursprünglich hatte ich das solo getanzt, aber es ist so gut angekommen, daß wir das auch als Gruppe angingen, und so habe ich die Choreo eben umgeschrieben. Zuerst tanzen wir ein anderes Stück, und dann entledigen wir uns der Röcke und tanzen in kurzen Fransen- röckchen meine Swing-Choreo. Über Stevo kam nun von Miles die Anfrage, ob das auch für BDSS zu tanzen sei und ob wir dafür schon Kostüm-Ideen hätten. Ich solle ihm doch mal die Musik und alles andere schicken.
Wenn das klappen würde, daß die BDSS eine Choreographie von mir tanzen sollten, also das wäre schon richtig toll.

Wir drücken dir ganz feste die Daumen. Unsere letzte Frage: Was ist dran am Raum Nürnberg, daß Miles vornehmlich dort nach neuen Tänzerinnen angeln geht?

Gute Frage, ich bin mir selbst nicht so ganz sicher. Letztes Jahr hatten wir auf der „Total Oriental“ Jillina zu Gast, die Miles ja auch schon ewig kennt. Vielleicht ist er wegen ihr zu uns auf die Show gekommen, weil er ohnehin gerade in Europa war. Aber ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Ich bin natürlich super froh darüber, denn dabei hat er mich dann entdeckt, fast so wie im Märchen …

Homepage Romy: www.romy-dance.com
Romy live on Stage bei der "Tribal Convention":
www.tribal-convention.com
Homepage BDSS: www.bellydancesuperstars.com
Romy
Romy (links), hier mit ihren neuen Kolleginnen Stefanya und Moria
* die englische Übersetzung dieses Interviews wird heute, am 16. 9 2013, zeitgleich im US-Magazin "Zaghareet!" erscheinen
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