Startseite/Aktuelles
zurück zu Interviews
Interview mit Shaddai

von Konstanze Winkler

"Ich bin die "Bauchtanz - Pippi Langstrumpf"
Wer Shaddais Vita auf ihrer Homepage liest, erfährt, dass sie ein wahres Allroundtalent ist.  Shaddai spielte ihr erstes Instrument, eine Melodika, mit zehn Jahren. Auf dem musischen Gymnasium lernte sie Klavier, Geige, Akkordeon und Musiktheorie. Mit 12 Jahren ging sie ins Ballett und übte sich im Jazztanz. Im Jahr 1988, begann sie mit dem orientalischen Tanz. 1992 folgte der erste Auftritt vor großem Publikum. 1993 hatte sie ihre erste eigene Show, worauf jährlich mindestens zwei weitere große Shows folgten. Im gleichen Jahr lernte sie Tabla. 1994 gründete sie die Orientalische Tanzschule Augsburg. Sie erweiterte ihr Wissen um indischem Tanz, Flamenco und Jazztanz. 1995 produzierte Shaddai als erste orientalische Tänzerin in Deutschland eine Videoworkshopreihe. Aufgrund des großen Erfolges beschloss sie mit ihrem auf Anraten ihrer Eltern begonnenem Mathematik- und Physikstudium aufzuhören und widmete sich ab 1997 dem Studium der Orientalistik, Ägyptologie und Theaterwissenschaften auf der renommierten Ludwig-Maximilian-Universität in München. Sie studierte dazu die Sprachen Türkisch, Persisch, Osmanisch und die Hieroglyphen, die Schrift der alten Ägypter. Parallel dazu fanden zahlreiche Auftritte bei namhaften Theatern und Firmen im In- und Ausland statt. Das Studium schloss Shaddai mit großem Erfolg im Jahr 2003 ab.
Shaddais Tanzschule in Augsburg gehört zu den größten in Deutschland. Sie entwirft und näht ihre Kostüme selbst, malt ihre Kulissen, entwirft ihre Werbung selbst und choreographiert alle Tänze für sich und ihre Auftrittsgruppen. Der einzige Baustein, der noch fehlte, war die Musik. Im Jahr 2005 veröffentlichte sie ihre erste CD „Oriental Emotions“, es folgten weitere. Alle Titel auf diesen CDs sind von Shaddai gespielt, arrangiert, komponiert und produziert. Damit ist die wahrscheinlich einzige orientalische Tänzerin auf der Welt, die ihre Musik selbst gestaltet. Und damit sind wir auch schon beim Schwerpunkt dieses Interviews, ihrer Musik:
Du hast neben deinem ersten Musikalbum „Oriental Emotions – Classic & Modern“ noch zwei weitere CDs in dieser Reihe komponiert, namens „Bollywood“ und „Tribal-Fusion“.  Wie kamst du darauf, eigene Musik zu produzieren?

Ich bin die "Bauchtanz-Pippi Langstrumpf", die nach dem Motto lebt "ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" und nachdem ich oft genug stundenlang nach der passenden Musik gesucht habe und dann schneiden und zusammenbringen musste, was niemals zusammen gehörte, beschloss ich, selbst zu komponieren. Dann wollte ich auch GEMA-freie Musik verwenden und irgendwann dachte ich, ich kann das doch, warum es nicht selbst gestalten.

Ich hatte das ganze Wissen über Musiktheorie auf der Schule und der Hochschule gelernt. Dazu habe ich an der Universität München auch noch Vorlesungen über orientalische Musik besucht und unzählige Bücher gelesen. Die orientalische Musik ist viel komplexer als die westliche Musik. Dort gibt es 24 Tonräume, wovon 21 sich von unseren unterscheiden. Dazu noch das Wissen über die Rhythmik. Dies musste ich erst alles lernen, bevor ich zu komponieren anfangen konnte. Ich investierte dann 12.000 Euro und fing an. Und es ist einfach großartig, wenn man eine Vorstellung von einem Auftritt hat und dann einfach die passende Musik dazu bekommt. Das Arbeiten an einem Stück verändert sich dadurch grundlegend. Erst habe ich die Idee zu einer Performance, dann schreibe ich die passende Musik dazu. Fertig.
Wie geht das bei dir mit dem Komponieren vonstatten? Hast du ein eigenes Tonstudio?

Ich sitze am Computer und komponiere, danach mische ich das „Werk“ ab und gebe es an ein externes Tonstudio, für das professionelle Mastering. Manchmal schreibe ich einen Song in einer halben Stunde, manchmal dauert es mehrere Tage, bis alles passt. Die Abschlussarbeiten an einem Song dauern dann immer sehr lange. Das Feinabstimmen der Tonspuren, das Gewichten der einzelnen Instrumente und das Mischen sind sehr zeitauf-wendig. Manchmal, wenn ich keine Lust dazu habe, gebe ich alles meinem Mann, der ja lieber am Computer sitzt als ich. Wenn ich ihn nicht hätte ...

Wo sind deine CDs erhältlich? Gibt es die Möglichkeit in die Titel vorab reinzuhören?

Bei mir über die Homepage , bei mags and more, auf iTunes und anderen Internetplattformen wie z.B. Amazon. Wenn ich selbst auf Messen bin, dann kann man bei mir reinhören und im Internet geht das ja sowieso. Dort verkaufe ich am meisten von meiner Musik in die ganze Welt. In Japan wird viel Musik von mir konsumiert und in Australien auch. Auf jedem Kontinent der Welt wird meine Musik gehört und darauf getanzt. Das ist doch großartig!

Wie wir deinem Lebenslauf entnehmen können, bist du unglaublich vielseitig, was künstlerische Talente angeht. Was machst du davon zur Zeit am liebsten?

Oh, schwierige Frage. Hm, auf jedem Fall Fusion tanzen und unterrichten. Und Preise entgegen nehmen, so wie letztes Jahr den Halima Preis 2010. Dann Kostüme nähen, wenn da meine Ungeduld nicht immer wäre.

Ich bin ein friedlicher und geduldiger Mensch, nur wenn das mit dem Nähen nicht schnell genug geht, dann fluche ich echt Bayerisch. Im Nachhinein bin ich froh um jedes Kostüm, das ich selbst genäht habe. Denn eine sehr nachhaltige Wirkung bei Auftritten erzielen immer meine eigenwillig bis prachtvoll gestalteten Kostüme. Eigentlich macht alles Spass, ausser Buchhaltung und sonstiger Finanzkram.
Du hast auch Theaterwissenschaften studiert. Was lernt man da alles, und kannst du dieses Wissen auch für deinen Tanz nutzen?

Auf jedem Fall. Das war sowieso das tollste Studium. Kannst Du Dir vorstellen, jedes Wochenende ins Tanztheater zu gehen und dann mit dem Professor und den anderen Studenten das Ganze zu besprechen? Das erweitert den Horizont ungemein. Vor allen lasse ich sämtliche Erkenntnisse in meine Arbeit einfließen. Man lernt alles über den Theaterbetrieb, alles zum Thema Bühnenarbeit, alles zur Geschichte des Theaters, alles einfach alles, was man braucht, um Theater selbst machen zu können. Und es sind lauter Gleichgesinnte um einen herum, herrlich. Als Theaterwissenschaftlerin ist man glücklich, wenn das Publikum auf die Performance reagiert. Im Theater ist dies inzwischen ziemlich schwer geworden, da das Publikum doch schon viel gesehen hat. Beim Publikum der orientalischen Tanzszene ist dies doch aus theaterwissenschaftlicher Sicht ganz leicht. Ich habe auf einem Festival mit einem Schleier getanzt, der mit dem Shaddai-Logo versehen war. 50% der Zuschauer fanden es toll, 50% fanden dies, nett formuliert, ganz "innovativ sonderbar". Am Messewochenende wurde nur noch darüber diskutiert. Das sind Reaktionen, die Theaterwissenschaftler glücklich machen.

Dein Tanzstudio ist eines der größten in Deutschland. Welche Tanzstile kann man bei dir erlernen?

Langsam kursieren die Gerüchte, es gäbe nur noch Tribal und Tribal Fusion bei mir, Das stimmt nicht. Ich unterrichte nach wie vor klassischen orientalischen Tanz mit der Betonung auf Technik und Kenntnisse zum Thema Musik. Shimmies und schöne Hände und Arme sind meine absolute Spezialität, ach ja, und Schleiertanz und Zimbeln. Beim Schleiertanz gilt: je schwieriger, je besser. Fantasy Oriental ist selbstverständlich auch dabei.

Dann unterrichte ich noch Bollywood und Flamenco. Eine Ausbildung zur Lehrerin und Tänzerin für orientalischen Tanz läuft auch gerade im Studio. Ich fördere bei meinen Schülerinnen auch die dramaturgische Interpretation des Tanzes.

Wie geht es weiter? Welches sind deine Pläne für 2011?

Momentan habe ich eine absolut kreative Phase, nachdem die vorherigen Jahre eher in den Aufbau der Tanzschule gingen. Angedacht ist ein Auftritt vor einer großen Moden schau. Aber dies ist noch im „Werden“ und so möchte ich jetzt noch nichts Genaues „verraten“. Ich habe schon sehr viele Termine im Jahr 2011 belegt, ich unterrichte unter anderem ein großes Fusion Projekt in der Nähe von München und habe auch wieder ein solches Projekt in Augsburg bei mir im Studio. Dann werde ich auch im Ausland tanzen und unterrichten. Diese Woche wurde ich als Workshopdozentin auf dem Tribalfestival Hannover 2011und dem Tribalkongreß des Bundesverbandes für OT 2011 bestätigt.

Termine 1. Halbjahr 2011

12.02.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in Augsburg Teil 2
26.02.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in München Teil 1
12.03.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in München Teil 2
19.03.
.   WS + Show mit Shaddai in Stuttgart Messe OTF
26.03.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in Augsburg Teil 3
02.04.     WS Tribal Fusion mit Shaddai neues Projekt in Freising Teil 1
09.04.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in München Teil 3
16.04.     große Gala-Show mit allen Stadtbergen Bürgersaal
07.05.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in Augsburg
14.05.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in München Teil 4
21.05.     WS Tribal Fusion mit Shaddai neues Projekt in Freising Teil 2
27.-29.05. Shaddai auf dem Tribalfest Hannover
04.06.     WS Tribal Fusion mit Shaddai neues Projekt in Freising Teil 3
04.06.     WS Tribal Fusion mit Shaddai in München Teil 5

Shaddais Homepage: www.shaddai.de
1
2
3
4
5
Photos © 1 u. 3 Shaddai, 3 André Elbing, 2 u. 5 Konstanze Winkler
Die CDs von Shaddai sind unter anderem bei www.mags-and-more.com erhältlich.
Unter Nennung des Rabatt-Codes bekommt ihr 10% hagalla Leser Rabatt! Einfach den Code im Bestelltext mit angeben, auf die Rechnung warten, selber 10% vom Warenwert abziehen, Porto wieder draufrechen, bezahlen.

RABATTCODE: SH0211

Hier geht’s direkt zur CD Oriental Emotions/Classic & Modern: www.mags-and-more.com
Hier geht’s direkt zur CD Oriental Emotions/Bollywood: www.mags-and-more.com
Hier geht’s direkt zur CD Oriental Emotions/Tribal-Fusion & Gothic: www.mags-and-more.com