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Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Homepage "Shades of Araby": http://shadesofaraby.valizan.com/
Photos (von oben nach unten): © 1, 2, 3, 6, 11, 12 und 13 Joe Szilvagyi, 5 und 7 Alex Sears, 8 Dennis Novosad
Valizan aus dem kanadischen Toronto ist nicht nur ATS®-Tänzer, sondern auch einer der weltweit führenden männlichen ATS®-Tänzer. Spätestens seit er im letzten Spätsommer beim Oberrheinischen Tribal-Festival aufgetreten ist, gehört er fest zum deutschen Tribal-Vokabular. Er tanzt aber auch bei den „Shades of Araby“ mit – wo sich ansonsten nur Tribal-Damen finden, und deren Maral ihn in den Schwarzwald begleitet hat -, und so haben wir diesmal nicht nur ihn, sondern auch die Mädels befragt.

Außerdem kommt er ja aller Voraussicht nach in diesem Jahr wieder zu uns, und bringt sicher wieder die eine oder andere „Shade“ mit. Alle haben neben der Vorliebe für den Tanz auch andere künstlerische Gebiete, auf denen sie sich tummeln.
Alle Mitglieder der „Shades of Araby“ betätigen sich auch in anderen künstlerischen Bereichen. Was kam bei dir zuerst, der Tanz oder die Kunst allgemein? Wie haben der Tribal und du euch kennengelernt? Beeinflussen deine anderen Kunstinteressen deinen Tanz, und umgekehrt?

Maral: Für mich steht die Kunst immer an erster Stelle. Seit ich denken kann, wollte ich mich mit Kunst beschäftigen, und ich habe mich immer gern mit allen möglichen Richtungen auseinandergesetzt. Ich habe Illustratorin gelernt, und jetzt entwerfe ich eben Kostüme. Was nun den Tanz angeht, ich habe schon als Kind Ballett-Stunden genommen und die auch bis ins Erwachsenen-Alter beibehalten. Aber Ballett hat mich nie so sehr zu mir selbst geführt wie der Bauchtanz. Ich habe mit klassischem Bauchtanz begonnen und bin dann zum Tribal gewechselt, weil die Kostüme dort mich mehr angesprochen haben. Und als Kostümbildnerin habe ich natürlich ständig neue Ideen für die Ausstattung der „Shades of Araby“.

Wie ist es eigentlich, mit einem Mann zu tanzen? Tribal steht ja allen offen, aber ein Mann in einem Stamm ist immer noch sehr selten. Und Valizan ist ja auch noch im ATS nicht irgendwer, sondern ein bekannter Tänzer, der sich schon eine Menge Verdienste erworben hat. Wie sind die „Shades of Araby“ aufgebaut?

Stimmt, bauchtanzende Männer sind längst keine Selbstverständlichkeit, weder im Tribal noch im OT. Aber sie sind auch nicht völlig unbekannt, und Valizan hat sich wirklich in der Tribal-Szene einen Namen gemacht. Wenn man mit ihm zusammen tanzt, unterscheidet sich das zunächst einmal nicht davon, mit einer Tänzerin zu tribaln. Aber natürlich gibt es kleine Unterschiede. Valizan ist viel größer als die meisten Tänzerinnen, und weil er einen männlichen Körper hat, fallen bei ihm auch einige Bewegungen anders aus. So etwas trifft man aber auch bei Frauen an, die einen etwas anderen Körper haben. Gar nicht erst zu reden von der Persönlichkeitsstruktur.

Bei den „Shades of Arab“ ist Valizan der künstlerische Leiter, aber wir diskutierten und planen alle Ideen gemeinsam. Er hat viele Kontakte und Verbindungen, die uns als Stamm sehr zugutekommen. Und als „Brother Studio“ ist er natürlich stets auf dem neuesten Stand der ATS-Entwicklung.

Wie siehst du die Zukunft der „Shades of Araby“ und des ATS? Wo wollt ihr noch hin?

Wir haben als Trio angefangen (vor 7 Jahren) und sind jetzt zu sechst. Wir können jetzt endlich all das ausprobieren, was einer größeren Truppe möglich sein sollte. Und das ist toll!

Was die Zukunft dem ATS bringt, bin ich mir da nicht so ganz sicher. Seit ich dazugestoßen bin, hat sich in ihm viel verändert und fortentwickelt. Es gab alle möglichen Formen und Versionen, bis Carolena Nericcio das FCBD-Vokabular endgültig festgelegt hat. Mir stellt sich das so dar, als gäbe es im Moment im ATS zwei Hauptströmungen: Die einen wollen mehr Neues wagen und experimentieren, die anderen wollen ATS buchstabengetreu tanzen und dulden keine Abweichungen. Ich bin neugierig, wie diese beiden Fraktionen miteinander zurechtkommen werden.

Für mich als Tänzerin ist es jedoch vor allem großartig, mit Menschen aus aller Welt zusammenkommen, mich mit ihnen in der Sprache des Tanzes unterhalten und mit ihnen neue Ideen austauschen zu können.

„Shades of Araby“ sind eine Weile zusammen, erinnere dich für uns doch bitte an wichtige, gefühlvolle und lustige Momente aus dieser Zeit.

Ich erinnre mich an eine lustige Begebenheit in einem Club, in dem wir anläßlich einer Halloween-Party aufgetreten sind. Die Leute waren schon ziemlich angetrunken (oder etwas Entsprechendes), und irgendwann mitten in unserem Tanz, ich gab gerade den „Cue“ für eine Drehung, als plötzlich ein junger Mann mitten zwischen uns dreien auf dem Boden lag. Er trug ein Katzenkostüm, rollte sich hin und her und machte: „Miau!“ Ich bin ziemlich erschrocken und habe versucht, ihn mit sanfter Gewalt fortzuschieben, damit wir unseren Beitrag fortsetzen konnten. Aber er wollte nicht gehen, sondern hat sich weiter auf dem Rücken gedreht und miaut. Ich mußte ihn schließlich fortrollen, ehe wir den Tanz wieder aufnehmen konnten.

Alle Mitglieder der „Shades of Araby“ betätigen sich auch in anderen künstlerischen Bereichen. Was kam bei dir zuerst, der Tanz oder die Kunst allgemein? Wie haben der Tribal und du euch kennengelernt? Beeinflussen deine anderen Kunstinteressen deinen Tanz, und umgekehrt?

Sophie: Für mich kam immer das Zeichnen an erster Stelle. Als ich fünf war, teilte ich meiner Mutter mit, daß ich so zeichnen wollte wie in den Disney-Filmen. Aber ich erinnere mich auch daran, so zwischen sieben und zehn mit meiner Schwester vor der Familie getanzt zu haben. Als ich meinen zweiten Kurs in Bauchtanz nahm, habe ich einen Auftritt der „Bellydance Superstars“ gesehen. Darunter „The Indigo“, und ich habe mich sofort in ihre Kostüme und in den Tribal verliebt. Das hat mich interessiert, ich habe mich kundig gemacht, bin an eine Tribal-Lehrerin geraten und habe über die zu Valizan gefunden.

Wie ist es eigentlich, mit einem Mann zu tanzen? Tribal steht ja allen offen, aber ein Mann in einem Stamm ist immer noch sehr selten. Und Valizan ist ja auch noch im ATS nicht irgendwer, sondern ein bekannter Tänzer, der sich schon ein Menge Verdienste erworben hat. Wie sind die „Shades of Araby“ aufgebaut?

Mit einem Mann zu tanzen, ist ganz wunderbar! Männer bewegen sich ganz anders im Raum, und auch ihr Körper bewegt sich ganz anders. Sie sind bei allem so konzentriert! Valizan hat uns einen neuen Ansatz beim Tanzen beschert und war uns damit hochwillkommen!

Maral und ich lassen uns nicht gern vorschreiben, was zu tun ist, aber ich glaube, Valizan ist doch so etwas wie unser heimlicher Anführer. Er sucht gern die Musik aus oder erklärt uns, wie das Drumherum bei einer bestimmten Nummer aussehen sollte. Doch darüber hinaus haben wir uns alle in den Diskussionen eingebracht und uns gemeinsam für das entschieden, was am besten für uns zu sein schien. Eine wirkliche gleichberechtigte Zusammenarbeit von allen. Aber jeder auf seine Weise: Maral zum Beispiel ist unsere Schneiderin, also entwickelt sie die Ideen und Entwürfe für unsere Kostüme. Wir nähen die dann zwar jede für sich, aber unter Marals Anleitung.

„Shades of Araby“ sind eine Weile zusammen, erinnere dich für uns doch bitte an wichtige, gefühlvolle und lustige Momente aus dieser Zeit.

(Sophie pausiert zur Zeit, deswegen hat sie die vorangegangene Frage ausgelassen, Anm. d. Red.)

Ich vermisse den Nachmittagstee mit den anderen, wenn wir unsere Kostüme genäht oder bei Rob (Valizans bürgerlicher Name) geprobt haben. Und unsere Auswärts-Auftritte waren auch toll. Bis auf einmal, als wir nach Montreal zum „Tribally Yours“-Festival wollten. Da sind wir in einen sagenhaften Sturm geraten. Wir befürchteten schon, daß wir nie dort ankommen würden. Dem Himmel sei Dank, daß Rob ein so guter Fahrer ist! (Einwurf von Valizan: Normalerweise fährt man in sechs Stunden von Toronto nach Montreal, aber dank eines irrsinnigen Schneesturms haben wir sechzehn Stunden gebraucht. War ganz schön unheimlich, an Wagen und Lastern vorbeizukommen, die umgekippt im Straßengraben liegen.)


Alle Mitglieder der „Shades of Araby“ betätigen sich auch in anderen künstlerischen Bereichen. Was kam bei dir zuerst, der Tanz oder die Kunst allgemein? Wie haben der Tribal und du euch kennengelernt? Beeinflussen deine anderen Kunstinteressen deinen Tanz, und umgekehrt?

Sarah: Ich habe immer Möglichkeiten gefunden, meiner Kreativität Ausdruck zu geben. Seit ich einen Stift halten kann, schreibe ich Geschichten. Und von der Grundschule bis zur High School habe ich an Theateraufführungen mitgewirkt. Zum Tanz habe ich allerdings erst sehr spät gefunden. Meine Freundin Karina und ich haben uns überlegt, was wir tun könnten, um uns wenigstens einmal in der Woche fit zu halten. Am Ende standen wir vor zwei Möglichkeiten, entweder Bauchtanz oder den Kampfsport „Kendo“. Da ich allerdings unter Blutungsstörungen leide, erschien es dann doch als wenig sinnvoll, mich einmal in der Woche von jemandem mit einem Stock vermöbeln zu lassen. Also Bauchtanz. Bei unserer ersten Auftritt in der Studio-Show haben wir auch zum ersten Mal Tribal gesehen (von der studioeigenen Tribal-Gruppe) und waren gleich hin und weg. Seitdem hat ATS mich nicht mehr losgelassen.

Meine verrückte Seite beeinflußt unseren Tanz durchaus, wie ich gern zugebe. Zum Beispiel, wenn unsere jüngste Choreographie doch ziemlich an (die Science Fiction-Serie) „Dr. Who“ erinnert. Oder die Sache mit der Titelmelodie von „Baymax – riesiges Robowabohu“ (engli. Titel: Big Hero 6), auf die ich unbedingt tribaln will. Übrigens ist mir aufgefallen, daß seit einiger Zeit immer mehr Tänzerinnen in meinen Geschichten eine Rolle spielen.

Wie ist es eigentlich, mit einem Mann zu tanzen? Tribal steht ja allen offen, aber ein Mann in einem Stamm ist immer noch sehr selten. Und Valizan ist ja auch noch im ATS nicht irgendwer, sondern ein bekannter Tänzer, der sich schon ein Menge Verdienste erworben hat. Wie sind die „Shades of Araby“ aufgebaut?


Das ist natürlich nichts Alltägliches, aber ich persönlich habe noch nie Schwierigkeiten damit gehabt. Ich glaube, es hat etwas mit der Entwicklung des  Bauchtanzes zu tun, daß der Mann darin wie ein Exot wirkt. In seiner Heimat war der Bauchtanz gesellschaftsfähig, dann wurde er von der Prüderie der Viktorianischen Zeit als etwas Schockierendes, Unanständiges abgestempelt. In jüngerer Zeit haben die Frauen sich den Bauchtanz zurückerobert, weil sie in ihm die Möglichkeit sehen, die Kontrolle über ihren eigenen Körper zu finden. Dadurch an Selbstbewußtsein und Ausstrahlung zu gelangen. Durch den Bauchtanz fühlt man sich in seinem eigenen Körper wohl, und das trotz eines Dauer-Bombardements mit Bildern idealer weiblicher Schönheit, wie sie ohne Photoshop eigentlich nicht erreicht werden kann.

Doch darüber hinaus hoffe ich, daß der Trend anhält und mehr Männer bei uns mitmachen, sowohl im Tribal wie auch im OT; denn so kehrt dieser Tanz zu seiner ursprünglichen Bedeutung zurück. Die wahre Macht dieses Tanzes, die mich auch immer wieder zu ihm zurückbringt, liegt in diesem unglaublichen, elektrisierenden Moment, wenn es plötzlich bei allen gleichzeitig Klick! macht. Von da an folgt man nicht mehr nur irgendeiner Schrittfolge, sondern man tanzt im Team, man tanzt wirklich. Je mehr wir dann sind, desto wunderbarere Wege und Variationen können wir bewirken. Und genau das bedeuten die „Shades“ für mich. Valizan ist ein enorm begabter und erfahrener Tänzer, und als mein Lehrer habe ich einen Heidenrespekt vor ihm. Doch das macht die „Shades“ noch nicht zur Gänze aus. Wir sind eine Gruppe von tollen Tänzern, und einiges von uns unterrichten sogar.

Ich glaube auch, daß ein Tanz nach festen Regeln es unserem Tribe noch mehr ermöglicht, zu denm alten gesellschaftlichen Aspekten des Tanzes zurückzukehren, zu seinem ursprünglichen Sinn und Zweck zurückzuführen oder zu den Bauchtanz-Wurzeln. Meine „Shades“-Kameradin Karina hat sicher recht, wenn sie sagt (ich erlaube mir hier, sie zu zitieren:) „Unter dem Strich wollen wir doch alle das Gleiche, mit Freunden tanzen, uns am Tanz erfreuen, sowohl an seiner Kunst wie auch als gemeinsam verbrachter Freizeit. Um schöne, eindringliche und energiegeladene Auftritte zu erschaffen, die sowohl den Zuschauern als auch uns etwas geben.

… Alles weitere – die zauberhaften Kostüme, die Musik-Auswahl, die Auftritte, die gemeinsamen Reise – sind dabei nur zusätzliche Pluspunkte, Hauptsache, die Gruppe gibt weiterhin Wärme, Schutz und Geborgenheit. Das ist für mich das, was bei den ‚Shades’ zählt … „


Wie siehst du die Zukunft der „Shades of Araby“ und des ATS? Wo wollt ihr noch hin?

Hinter dem Horizont geht es immer weiter. Wir haben eine ganze Menge Talent zusammen, verfügen über reichlich Erfahrung und haben ein Gespür für die passende Musik; hinzu kommen Phantasie und Eingebung. Und ich glaube, wir haben unsere Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft, sondern kratzen immer noch an der Oberfläche.

„Shades of Araby“ sind eine Weile zusammen, erinnere dich für uns doch bitte an wichtige, gefühlvolle und lustige Momente aus dieser Zeit.

Mein Lieblings-Moment ist der, als Valizan und Erika auf dem Flying Dance Festival gerade einen Workshop gegeben hatten. Ein kleines Mädchen kam zu uns und erklärte, sie tanze zwar nicht, zeichne aber (Valizan ist Zeichner) und reichte Bob ein selbst angefertigtes Fan-Bild von ihm. Ich meine, das beweist doch anschaulich, was für eine Wirkung man in einem relativ kurzen Zeitraum auf Menschen haben kann.

Alle Mitglieder der „Shades of Araby“ betätigen sich auch in anderen künstlerischen Bereichen. Was kam bei dir zuerst, der Tanz oder die Kunst allgemein? Wie haben der Tribal und du euch kennengelernt? Beeinflussen deine anderen Kunstinteressen deinen Tanz, und umgekehrt?

Delice: Ich bin zwar auf künstlerischem Gebiet eher Amateur (ich singe und schreibe, nur so zum Zeitvertreib), darf aber doch sagen, daß die Kunst vor dem Tanz in mein Leben getreten ist. Und das habe ich vor allem meiner angebotenen Neugier und meinem Wissensdrang zu verdanken.

Schon immer habe ich bewundert, wie es Künstler gelingt, dem Leben oder einem Gefühl Gestalt zu geben, ihm Geschmack und Geräusch zu verleihen oder es in Form von Buchstaben sichtbar werden zu lassen. Ja mehr noch, sie leben nicht nur einfach, sie nehmen die Welt um sich herum in sich auf und strahlen sie wieder ab. Sie tun das auf ihre ganz eigene, geradezu magische Weise und geben sie als etwas zurück, das ich mir mit meiner Phantasie merken kann.

Seit ich als junger Mensch zum ersten Mal begriffen hatte, daß wir zu mehr in der Lage sind, als nur zu denken und zu lernen, nämlich schöpferisch tätig werden, hat mich das nicht mehr losgelassen. Tänzerisch hatte ich zu der Zeit noch wenig anderes ausprobiert als Ballett, und weil ich etwas unbeholfen und zu zurückhaltend war, habe ich davon auch ziemlich rasch wieder Abstand genommen. Es war dann in meinen Zwanzigern, als eine Freundin mir ein Video mit klassischem Bauchtanz gezeigt hat, und dieser Tanz hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Da sah man Frauen, die sich ihres Körpers durchaus bewußt waren und Kunst in völliger Übereinstimmung mit dem zeigten, was ihr Körper zu leisten in der Lage war.

Das wollte ich auch einmal probieren, wollte dem Tanz noch eine letzte Chance geben. Und wenn auch daraus nichts werden sollte, konnte ich mir zugute halten, es wenigstens versucht zu haben. Ich bin dann zum „Schnupper-Tag“ ins „Belly Up“-Tanztudio gegangen. Eigentlich wollte ich mit nur Bauchtanz anschauen, habe mich aber aus Neugier noch ein wenig mehr umgesehen und bin in eine Stunde geraten, die von einem Mann geleitet wurde, und der erklärte, daß es hier „improvisierten Tanz“ zu sehen gebe. Ich war hin und weg, und mein Herz und mein Gehirn kamen gleichzeitig zu dem Schluß: „Das ist es! Danach hast du dein Leben lang gesucht!“

Hier und jetzt ein Kunstwerk zu erschaffen, mit nichts weiter als meinen Erfahrungen und meiner Phantasie als Werkzeugen, und danach immer weiter zu lernen und neue Methoden in mir aufzunehmen … diesen Tanz mit jedem anderen Menschen aufzuführen, der ihn auch erlernt hatte, und mich mit ihm zu verständigen, auch wenn wir beide die Sprache des anderen nicht beherrschten … und dazu auch noch mit dem eigenen Körper auf du und du zu stehen … und dem zusätzlichen Vorteil, daß wirklich jeder diesen Tanz erlernen kann … Verdammt, da wollte ich dabei sein!

Die anderen Kunstrichtungen beeinflussen meinen Tanz nicht so sehr, wie es das Leben tut. Das Geben-und-Nehmen in vielen Alltags-Situationen erinnert mich an das Geben und Nehmen bei vielen unserer ATS-Schritte. Und wenn man gelernt hat sich auf Zeichen und die Persönlichkeit der Mittänzerinnen zu verlassen, hat das auch im tagtäglichen Leben seinen Wert. Seitdem habe ich im Umgang mit anderen Menschen eine Art sechsten Sinn entwickelt.

Wie ist es eigentlich, mit einem Mann zu tanzen? Tribal steht ja allen offen, aber ein Mann in einem Stamm ist immer noch sehr selten. Und Valizan ist ja auch noch im ATS nicht irgendwer, sondern ein bekannter Tänzer, der sich schon ein Menge Verdienste erworben hat. Wie sind die „Shades of Araby“ aufgebaut?

Mit einem Mann zu tanzen, ist unglaublich aufregend. Er bringt eine andere Dynamik und einige neue Schwierigkeitsgrade mit. Bei den anderen Tänzerinnen in der Gruppe muß man sich an ihre Körpersprache und ihre „Cues“ gewöhnen. Aber ein Mann muß an sich einiges umgewöhnen, um die Bewegungen so auszuführen wie wir. Das kann ihm am Anfang nicht leicht gefallen sein, die Schritte einzustudieren, die einem weiblichen Körper so selbstverständlich erscheinen.

Nehmen wir zum Beispiel den Taxeem. Unsere weiblichen Hüften führen diese Bewegungen ganz automatisch durch, zum Beispiel, wenn wir ganz normal gehen. Valizan hingegen muß diese Hüftbewegung betonen, um nicht aus dem Rahmen zu fallen. Und gerade seine Entschlossenheit, seine Selbstbeherrschung und sein Wissen um solche Dinge hat mich gleich am ersten Tag, als ich ihn erlebt habe, für ihn eingenommen und begeistert mich immer noch.

Valizan kann mich ohne große Mühe bei gewissen Bewegungen übertrumpfen, die eigentlich für mich als Frau wie geschaffen sind. Ich glaube, jeder Tänzer sollte einmal die Gelegenheit wahrnehmen, mit einem Mann ATS zu tanzen. So etwas erweitert den eigenen Horizont und zeigt einem Wege, einen bestimmten Schritt ganz anders aufzubauen. Dadurch gewinnt man einen neuen Zugang zu seinem eigenen Repertoire.

Als Lehrerin, Tänzerin oder Führerin kann ich mir nichts Besseres vorstellen, als bei den „Shades of Araby“ zu tanzen. Ich sehe mich selbst als – zusammen mit Valizan – Vortänzerin der Gruppe.

Aber er ist und bleibt der Kapitän unseres Schiffs. Wie jeder gute Kapitän weiß er auch, daß er eine ausgezeichnete Mannschaft um sich hat, und er spürt auch, wann eine jede von uns ihre schwächeren und stärkeren Momente hat und dann zu leisten in der Lage ist. Aber unter dem Strich ist er der Kapitän, und wenn er sagt, wir meistern auch dies, dann weil er sich einhundert Prozent auf seine Mannschaft und sein Schiff (den jeweiligen Tanz) verlassen und uns sicher in den Hafen bringen kann.

Wie siehst du die Zukunft der „Shades of Araby“ und des ATS? Wo wollt ihr noch hin?

Vor allem nach Deutschland! Ich bin noch immer etwas sauer auf mich selbst, weil ich die Gelegenheit im letzten Jahr verpaßt habe. Ansonsten glaube ich, daß wir uns immer weiter voranentwickeln werden, nicht nur als Einzelpersonen, sondern auch mit Blick auf unsere Tanzerfahrung und auf unsere weitere Entwicklung als Gruppe. Ganz unter uns, ich sehe uns als eine Truppe, die die Menschen immer mehr aus den Socken haut. 

„Shades of Araby“ sind eine Weile zusammen, erinnere dich für uns doch bitte an wichtige, gefühlvolle und lustige Momente aus dieser Zeit.

Wir hatten ein paar tolle Erlebnisse, und es werden sicher noch mehr. Mal sehen … In der letzten Zeit haben wir den Wunsch verspürt, auch auf emotionaler Ebene stärker zusammenzuwachsen. Jede von uns ist anders und erfordert eine ganz eigene Form der Annäherung. Das kennt man doch, die eine geht mehr nach außen, die andere ist eher nach innen gekehrt, und der gemeinsame Nenner bei uns ist eben, daß wir zusammen tanzen.

Vor ein paar Trainingsstunden war es dann so weit. Wir alle traten einen Schritt zurück, sahen uns das Video von der Probe unseres neuesten Stückes an und erkannten, daß jede von uns all ihre Gefühle, all das, was sie bewegte, in dieses Stück hatte einfließen lassen. Alle hatten sich darin seelisch entblößt, wir hatten uns wahrhaftig miteinander verbunden und zwar so wie nie zuvor. Seitdem fühle ich eine neue Geborgenheit, wenn ich mit diesen wunderbaren Gefährtinnen zusammen tanze.

Als Tänzerinnen achten wir auf unseren Körper und erfreuen uns an dem, was er kann, aber das, worüber wir dann diskutieren, hört sich manchmal schon etwas merkwürdig an, vor allem wenn ein paar Sätze aus dem Zusammenhang gerissen werden. Einmal hat eine von uns innegehalten und auf meine drei Sets gestarrt, nur um dann zur rufen: „Du hast ein phantastisches Hinterteil!“ Daraus hat sich dann eine Diskussion über „apfel-„ und „birnenförmige“ Hintern entwickelt, und alle habe sich gewundert, wie ein apfelförmiger (wieder der meine) so exakt tanzen könnte. Das ging dann so weiter, bis wir alle einen Lachanfall bekommen haben.

Alle Mitglieder der „Shades of Araby“ betätigen sich auch in anderen künstlerischen Bereichen. Was kam bei dir zuerst, der Tanz oder die Kunst allgemein? Wie haben der Tribal und du euch kennengelernt? Beeinflussen deine anderen Kunstinteressen deinen Tanz, und umgekehrt?

Erica: Mein Interesse an der Malerei und am Tanz haben sich ziemlich gleichzeitig entwickelt, als ich fünf oder sechs Jahre alt war. Ich erinnere mich noch, wie aufgeregt ich noch war, als ich in meinem kleinen Wohnort in den Ballett-Unterricht durfte. Und ich weiß auch noch, daß ich zum gleichen Zeitpunkt viel gemalt und gezeichnet habe. Und heute stelle ich verblüfft fest, daß ich es mein ganzes Leben lang so gehalten habe. In früher Jugend habe ich mit Ballett und Jazz begonnen und bin später auf schottische Hochland- und National-tänze umgestiegen. Dann kam eine längere Tanzpause, als ich während meiner Zwanziger die Kunst-Hochschule besuchte und an meiner Karriere gebastelt habe. Als ich dann mit 30 meine erste Bauchtanzstunde besucht habe (aufgrund einer Wette), konnte ich nicht mehr davon loskommen und bin seit nunmehr acht Jahren dabeigeblieben.

Zum ATS bin ich 2008 gestoßen, als Valizan in meine Stadt gekommen ist, um hier Unterricht zu geben. Ich habe mich sofort angemeldet, weil sein Können und seine Bühnenpräsenz es mir schon immer angetan hatten. Natürlich muß ich manchmal zwischen dem Tanz und meinem Beruf als Schmuckmacherin, Designerin und Illustratorin ganz schön hin und her jonglieren, aber das geht umso leichter, je mehr ich mir bewußt mache, daß beide zu den Grundbedürfnissen meiner Existenz gehören und mich auf meinem Weg immer weiter vorantreiben.

Ich glaube, aller Tanz ist für alle da, und deswegen ist auch ATS für alle da. Mit Valizan zu tanzen, macht einfach nur Spaß. Und was er für sich aus dem ATS macht, ist wirklich einzigartig und fesselnd. In seinem Tanz zeigt sich seine Persönlichkeit. Doch die steht niemals zwischen ihm und der Art, wie er auf den Rest der Truppe einzugehen versteht. Bei seinen Auftritten ist er sehr offen, und das hilft den anderen Tänzern, mit ihm zu tanzen, und gibt dem Publikum das Gefühl, mit eingeschlossen zu sein. Alle haben ihren Spaß dabei.

Ich bin sozusagen bei der Gruppe noch in der Lehre. Seit fünf oder sechs Monaten mache ich bei ihnen im Training wie auf der Bühne mit. Ich bin zwar noch die „Neue“, freue mich aber darüber, wie meine Beiträge in unseren Diskussionen ernstgenommen werden. Das fördert meine Liebe und meinen Respekt für die kreative Vision unserer Gruppe.

Wie siehst du die Zukunft der „Shades of Araby“ und des ATS? Wo wollt ihr noch hin?

Die „Shades“ haben es sich zum Ziel gesetzt, tolle Auftritte zu kreieren und sich gleichzeitig tänzerisch voranzuentwickeln. Und mit dem ATS haben sie sich dazu genau die richtige Form ausgesucht. Wie die meisten anderen Stile auch entwickelt sich der ATS immer weiter, und deshalb bietet er die ideale Grundlage für die tollen Auftritte, und gleichzeitig können wir uns mit ihm immer weiter voranbringen und anderen und zukünftigen Tänzern eine Quelle der Inspiration sein.

„Shades of Araby“ sind eine Weile zusammen, erinnere dich für uns doch bitte an wichtige, gefühlvolle und lustige Momente aus dieser Zeit.

Na ja, ich bin erst seit knapp einem halben Jahr dabei, aber zu meinem großen Vergnügen kenne ich die einzelnen Mitglieder der Truppe schon viel länger. Es macht viel mehr Spaß, mit Leuten zu trainieren und aufzutreten, mit denen man auch in der Freizeit gern abhängt. Bei jeder Probe kommt der Moment, an dem alle wie hysterisch lachen, da kann man die Uhr nach stellen, und das gibt uns beinahe genauso viel wie das Training selbst. Aber wir alle unterstützen einander auch bereitwillig. Das zurückliegende Jahr war für mich nicht eben einfach, und so ist mir das Tanzen mit den „Shades“ immer wichtiger geworden. Nicht zu vergessen die wirklich bedeutenden Momente mit der Truppe. Wie zum Beispiel vor einiger Zeit, als wir zum ersten Mal ein selbstgemaltes Fan-Bild überreicht bekommen haben. Ein junges Mädchen kam nach einem Auftritt auf uns zu und hat es uns überreicht. Als Ehefrau eines Comic-Zeichners, der oft zu Conventions geht, weiß ich, was in einem vorgeht, wenn man von einem Fan etwas überreicht bekommt, was man selbst bei ihm ausgelöst hat.
Wie ist es eigentlich, mit einem Mann zu tanzen? Tribal steht ja allen offen, aber ein Mann in einem Stamm ist immer noch sehr selten. Und Valizan ist ja auch noch im ATS nicht irgendwer, sondern ein bekannter Tänzer, der sich schon ein Menge Verdienste erworben hat. Wie sind die „Shades of Araby“ aufgebaut?
Auf deiner Web-Seite kann man lesen, daß die “Shades keine Araber sind und wir auch keinen arabischen Stil tanzen. Wir sind bloße Abbilder, weniger bunte und leuchtende Abbilder des arabischen Tanzes. Deswegen sind wir „Schatten Arabiens“.“ Eine sinnstiftende Definition. Sag uns bitte etwas dazu.

Uns kommen oft Klagen zu Ohren, das, was die Tribal-Tänzer da zeigten, sei überhaupt kein „richtiger“ Bauchtanz, und darunter verstehen sie den ägyptischen Bauchtanz. Die meisten ATS-Tänzer stimmen dem sofort zu: Das beabsichtigen wir ja auch gar nicht. ATS hat nie für sich in Anspruch genommen, ägyptischer Bauchtanz zu sein. Er sieht sich eher als Weiterentwicklung und Fusion, die dem ägyptischen Stil entsprungen sind. Unsere Schritte und Bewegungen entsprechen nicht dem einer klassischen OT-Tänzerin, aber gewisse Elemente der Bauchtanz-Grundlagen sind ganz ohne Zweifel in unseren Schritten und Bewegungen enthalten. Deswegen sind wir ja auch „Abbilder“ des klassischen Bauchtanzes.

Alle „Shades“ betätigen sich auch auf anderen Gebieten künstlerisch. Was kam bei dir zuerst, der Tanz oder die Kunst im allgemeinen? Wie sind sich der Tribal und du begegnet? Und beeinflussen die anderen Kunstrichtungen deinen Tanz und umgekehrt?

Seit ich laufen kann, tanze ich auch. Bei uns zuhause ist immer den ganzen Tag Musik gelaufen. Aber ich konnte mir trotzdem nicht vorstellen, daß aus mir einmal ein Tänzer würde. Zum Tribal bin ich auch während meiner Zeit in der „Society For Creative Anachronism“ (Gesellschaft für kreativen Anachronismus) gestoßen. Ich habe bei Leuten gelernt, die heute als die Vorläufer des Ostküsten-ATS gelten, wie etwa The Ghawazee in Pittsburgh. Meine Tribal-Muse, Alexis Yael, ist damals nach Toronto in Kanada gezogen und hat mich angetrieben, ermutigt und dazu gebracht, öffentlich aufzutreten und nicht nur vor den GKA-Leuten (s.o.)

Ob die anderen Kunstbereiche Einfluß auf meinen Tanz nehmen? Wie könnte es anders sein? Weil ich ja vom Zeichnen komme, sehe ich Tanz und Musik durch die Brille der Struktur und des Gefüges. Trommeln ist für mich wie Pointillismus (Spätimpressionistischer Malstil, auch Punktierstil genannt), jeder Schlag ist wie ein Farbtupfer. Meine Zeit in der schreibenden Zunft (Valizan war Journalist) hilft mir, die Phrasierung in einem Auftritt zu erkennen, wie man dies und das anders ausdrücken oder die Reihenfolge ändern könnte.


Der Tanz hat überhaupt einige Gemeinsamkeiten mit dem Schreiben. Erst kommt die Einleitung, in der die Atmosphäre und die mitwirkenden Personen vorgestellt werden, dann bewegt sich die Geschichte durch ihre Höhen und Tiefen, bis es zum Höhepunkt und dann zum Ende kommt.

Wie siehst du die Zukunft der „Shades of Araby“ und die Zukunft des ATS, wohin steuert ihr?

Bei den “Shades” befindet sich einiges im Fluß. Eine ganze Zeit lang waren wir immer nur zu dritt, dann waren wir plötzlich zu fünft, und jetzt sind wir sogar sechs. Alle sind ganz und gar wunderbar, und ich freue mich immer darauf, mit ihnen zu tanzen. Das macht ungeheuren Spaß. Als ich angefangen habe zu unterrichten, hatte ich folgendes Ziel: Mit Menschen zusammenzusein, die in dieser Kunstform mit mir experimentieren. Wir haben den Gipfel noch nicht erklommen, aber ich freue mich, daß wir gemeinsam weiter voransteigen und aneinander wachsen.

Über die Zukunft des ATS® kann ich nicht viel sagen, weil ich keine Ahnung habe, wohin die Reise geht. Der ATS® befindet sich ebenfalls im Fluß, und Carolena (Carolena Nericcio, Erfinderin und immer noch Kopf des ATS®) nimmt gerade ein paar Veränderungen vor. Die betreffen vor allem die FCBD (FatChanceBellyDance, Vorzeigetruppe des ATS und Name von Carolenas Tanzstudio), indem daß diese Tanztruppe aufgelöst worden ist, aber auch innerhalb der sonstigen FCBD-Organisation. Ich stehe immer noch hundertprozentig hinter dem ATS und warte deshalb ab, wie die ganzen Veränderungen diesen Stil noch attraktiver für mich machen und meine persönliche Tanzreise noch weiter befeuern.

Die „Shades of Araby“ sind nun schon eine ganze Weile zusammen. Laß uns an deinen Erinnerungen teilhaben, was waren wichtige, emotionale und komische Momente?

Also, Karin, Maral und ich hatten uns gerade in unsere bunten ATS-Gewandungen geworfen, weil wir bei einem Straßenfest in der Innenstadt von Hamilton (der Stadt, in der ich lebe und die nicht weit von Toronto liegt) auftreten wollten.

Nun ist Hamilton zwar keine Kleinstadt, aber auch lange nicht so weltoffen wie Toronto. Die Stadt lebt von der Schwerindustrie, und die Einwohner sagen, was sie denken - das kann mitunter etwas grob ausfallen. Als wir ankamen und in einer Seitenstraße den Wagen abgestellt haben, sah uns ein Mann auf der anderen Straßenseite zu und rief plötzlich: „He, Ihr da, willkommen in Kanada, aber hier behandeln wir unsere Frauen nicht so!“ Wir drei haben uns nur angesehen, weil wir nicht so genau wußten, was er meinte. Wie hatte ich denn „meine“ beiden Frauen behandelt? Wir waren alle drei bunt und fröhlich angetan, ohne aber einem bestimmten Kulturkreis zu entsprechen. Doch bevor wir ihn fragen konnten, war er schon verschwunden. Und dann haben wir den ganzen Tag immer wieder über diese Begegnung gelacht. Ich glaube, was er meinte, war: Ich stecke die Frauen in bunte Kostüme und zwinge sie dann, so verrückt zu tanzen und mit Zimbeln zu klappern. Na ja, das ist vermutlich genau das, was ich mit „meinen“ Frauen mache (lacht). Bis auf den heutigen Tag braucht nur einer von uns dreien diesen Vorfall zu erwähnen, und schon heitert sich unsere Laune auf.

Es gibt eine Handvoll männlicher Tribal-Tänzer. Wie kommt ihr miteinander aus, und wie bewegt ihr euch in der Tanz-Szene?

Eigentlich ganz gut. Wir treffen uns zwar nicht regelmäßig, aber wir kennen uns. Ich konzentriere mich auf meinen Weg, sie sich auf den ihren. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte jeder von uns seine ganz persönliche Nische in der Szene gefunden, und so treten wir uns kaum auf die Füße.

Erzähle uns bitte etwas über die kanadische Tanz-Szene. 

Ich fürchte, der Tribal hat erst viel später seinen Weg nach Kanada gefunden als in den anderen Ländern. Die meisten Bauchtänzer hier zeigen ägyptischen oder US-amerikanischen klassischen OT, und das ist ja auch gut so. In Toronto gab es die großartige Yasmina Ramzy, die einen hohen Standard für den kanadischen Bauchtanz gesetzt hat, und aus Montreal kennt man die ebenso großartige Denise Enan. Eines Tages ist dann Aziza aus den USA hierher gezogen, und die kennt man ja auf der ganzen Welt.

Eines Tages sind dann die Bellydance Superstars bei uns aufgetreten und haben uns ihren sehr professionellen und aufpolierten Tribal gezeigt, und das hat uns wirklich umgehauen.

Aber in Toronto kann man so viel Tanzkunst aus allen Bereichen genießen: klassisch indisch gleich von mehreren guten Lehrern, Flamenco, Modern, Ballett, Hip Hop … was immer man sucht, in Toronto findet man es. Im Vergleich dazu sind Tribal und ATS die jüngsten Neuerwerbungen. Der ATS wächst in Kanada, langsam aber stetig.
Shades of Araby
Maral Agnerian
Sophie Richer
Sarah Jane Elliott
Delice Davis
Valizan und Delice
Erica Wallace
Valizan
"ATS® BEFINDET SICH IM FLUSS"

Interview mit Valizan und den “Shades of Araby

- von Marcel Bieger (auch Übersetzung)