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Fotos: 1 (c) Konstanze Winkler, 2 und 3 (c) Silvia Salamanca

"ICH BEFINDE MICH AUF EINER MISSION …"
Interview mit der spanisch-amerikanischen Tänzerin
Silvia Salamanca
von Marcel Bieger und Konstanze Winkler

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Fortsetzung...

Seit einigen Jahren lebst du in den USA. Hast du immer noch Kontakt zu spanischen Bauchtanz-Szene, und könntest du uns etwas über sie erzählen, weil wir hier nicht allzu viel darüber wissen?

Ganz unbedingt gehöre ich noch zur spanischen Bauchtanzszene. Seit kurzem blüht und gedeiht der Orientalische Tanz in Spanien. In den letzten Jahren ist es zu einem gewaltigen Wachstum auf allen Gebieten gekommen – an Tanzschülern, Tanzschulen, professionellen Tänzerinnen und künstlerischer Weiterentwicklung. Um einige Namen zu nenne, Munique Neith in Barcelona oder Morgana in Madrid haben in ihren Tanzschulen über 500 Schülerinnen.
Charakteristisch für die Entwicklung des Orientalischen Tanzes in Spanien ist ein wichtiger Nebeneffekt. Mit ihm wuchs das Interesse an der Wiederentdeckung unserer maurischen Wurzeln. Sie gehören zu unserem bedeutendsten kulturellen Erbe (fast 800 Jahre haben die arabischen und berberischen Mauren die Geschicke des iberischen Halbinsel bestimmt, Anm. d. Red.) So viele Jahrhunderte Al-Andalus, (wie die Mauren ihren Teil des Landes nannten, geblieben ist der Name Andalusien) Tanz und Musik verschwinden nicht spurlos! Wo immer man sich in Spanien mit dem Bauchtanz auseinandersetzt, findet man auch eine Klasse, die sich dem Flamenco in der arabischen Variation widmet. Und das gefällt mir sehr!

Was hat dich nach Texas geführt, und warum bist du dort geblieben?

Um meine Doktorarbeit zu beenden (ich besitze einen Doktorgrad in Biochemie), bin ich nach Houston, Texas gegangen. Mein damaliger Professor in Spanien (an der Universität zu Barcelona) stand in Kontakt mit einem Professor am Texas Medical Center. Der arbeitete im dortigen Institut für Molekular-Medizin. Also habe ich mich am TMC um ein Praktikum beworben, meine Doktorarbeit zu Ende geschrieben und danach meinen heutigen Ehemann kennengelernt. Aus diesem Grund bin ich auch in Texas geblieben – obwohl wir uns beide mit dem Gedanken tragen, nach Mallorca zu ziehen.

Ist Flamenco in den USA populär, und befindest du dich auf einer Mission, ihn dort noch mehr zu verbreiten?

Der Flamenco ist dort nicht so populär, wie man erwarten sollte. Und richtig, ich befinde mich auf einer persönlichen Mission, um das Wissen über diese Kunstform und alle ihre zigeunerischen Wurzeln bis in den letzten Winkel zu tragen!

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