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Photos ©: Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Timbalitas
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Als Claudia Dufner, die Veranstalterin des Schwarzwald-Festivals, uns auf die Höhepunkte ihrer diesjährigen Veranstaltung aufmerksam gemacht hat, waren darunter auch die „Timbalitas“. Wir haben uns ihre Videos und ihre Homepage (ja, sie haben eine, obwohl das heute ja leider nicht mehr so üblich ist) angeschaut und waren baff: Was auf den ersten Blick wie eine Showtanz-Gruppe daherkam, hatte Substanz, einen eigenen Stil, Feuer und Klasse. Und sie haben sogar Orientalisch getanzt, zusammen mit Salsa und Afro Rumba. Darüber wollten wir mehr erfahren, und die Damen von Timbalitas waren so liebenswürdig, uns ausreichend und spannend zu versorgen. Doch lest selbst:
Eurer besuchenswerten Homepage entnehmen wir, dass ihr euch alle beim Salsa kennengelernt habt. Welche Stile und Genres habt ihr vorher gelernt, wovon profitieren die Timbalitas heute noch, kurzum: Welche Zutaten hat das Timbalitas-Rezept?

Vielen Dank für das Kompliment an unsere Homepage. Unser Rezept ist ganz einfach: Von allem etwas, und je mehr desto besser! Wir ergänzen uns alle durch ganz unterschiedliche tänzerische Vorerfahrungen, angefangen von Ballett, Jazz und Hip Hop, über Latein- und Standardtänze, weiter zu Flamenco bis hin zu klassischem orientalischen Tanz. Von Anfang an prägt uns die gemeinsame Einstellung, daß der Weg zu einer besseren Tänzerin nicht nur in eine Richtung geht, sondern ganz viele und ganz unterschiedliche Abzweigungen besitzt.

Unsere drei Hauptzutaten sind jedoch schon der orientalische Tanz, Salsa (Mambo) und Afro Rumba. Aus diesen 3 Tanzstilen entwickeln wir unsere Shows und Workshops. Beim orientalischen Tanz haben uns von Anfang an die Trommelsolos fasziniert, welche wir mit rasantem Salsa-Footwork kombinieren.

Und wer schon einmal Afro Rumba gesehen hat, weiß, wie anspruchsvoll der komplette Körpereinsatz in diesem Tanzstil ist. In unseren Fusion-Shows verbinden wir deshalb schnelle Körperisolationen mit weiblichen Hüftbewegungen und kombinieren diese mit heißen Latinorhythmen.

Wie war das, als ihr die Gruppe gegründet habt, wer hatte die Idee, wer hat als erste dabei mitgemacht, und wie sind dann die anderen dazu gestoßen?

Aus dem sehr gewagten Experiment von Sarah und Sabrina, mit einem knappen Monat Training im Rücken, bei dem Contest „Bellydancer of the World 2013“(im Rahmen des Orientalischen Festivals Europa von Leyla und Roland Jouvana) teilzunehmen, entstand unsere Showgruppe, die mittlerweile aus bis zu 5 Tänzerinnen besteht. Aus dem Erfolg dieser ersten Show entsprangen dann weitere Auftritte, durch die wir ein Jahr später auch die begabten Tänzerinnen Genia und Ida (beide als „Auswechseltänzerinnen“ aktiv) sowie Fabiola gewinnen konnten. Alle drei Tänzerinnen sind in der Salsa-Szene aus eigenen Showgruppen bekannt, und jede bringt eigene Tanz- und Bühnenerfahrung mit.

Ihr seid eine "Mambo - Afro Rumba - Oriental"-Tanzgruppe, und wir stimmen euch zu, daß der Ausdruck "Showgruppe" dafür zu kurz gegriffen ist. Wo tretet ihr mit eurem Projekt auf und könnt ihr davon leben (versteht uns bitte nicht falsch, euer Terminplan ist beeindruckend, aber er erweckt auch den Eindruck, als wärt ihr noch in der Phase des Ausprobierens)?

Wir lieben nicht nur das Entwickeln von musikalischen Choreografien und das Unterrichten, sondern auch das Abenteuer bei gemeinsamen Auftritten. Ganz nach dem Motto: „Am meisten lernt der Mensch auf Reisen“, probieren wir gerne neues aus, suchen die Herausforderung und möchten immer weiter dazu lernen.

Von dem Applaus und dem positiven Feedback können wir wahrlich leben, unser Geld verdienen wir jedoch alle durch unseren Beruf. Der Tanz ist unser zweites Standbein, bei dem wir auch „arbeiten“ und uns weiterbilden (Fabiola hat beispielsweise eine abgeschlossene Bühnentanz-Ausbildung, und Sabrina absolviert momentan eine Weiterbildung zur Tanzpädagogin): Tanzen ist mehr als nur ein Hobby! Tanzen ist unsere Lebensfreude, die wir sehr gerne weitergeben.

Mit unserer Tanzfreude möchte wir auch gerne andere Menschen anstecken, egal ob die ganz Kleinen in Kindertanz-Projekten, ältere Menschen in Alten- und Pflegeheimen oder Workshop-Besucher auf Tanz-Festivals.

Wenn ihr eine neue Choreographie entwickelt, wie geht ihr da vor? Wir stellen uns vor, daß bei so unterschiedlichen Charakteren und so verschiedenen musikalischen Vorlieben nicht alles sofort "im Kasten" ist. 

Ja das kann man wohl so sagen. Wo Qualität drinsteckt, steckt auch viel Zeit drin. Deshalb sind wir sehr froh, unser eigenes Tanzstudio in der Karlsruher Innenstadt zu haben (Tanzstudio Palladium), das quasi zu unserem zweiten Zuhause geworden ist. Wir choreografieren unsere Shows immer passend zur Musik, das heißt wir beschäftigen uns zunächst ausführlich mit der Musik und passen unsere Schrittkombinationen dem Rhythmus der Musik an. Aktuell arbeiten wir an unserer neuen Show, mit der wir gerne auf dem Schwarzwald Tribalfestival auftreten möchten.


Was werdet ihr uns im Schwarzwald auf der Bühne zeigen? Was hat euch bewogen, auf einem Tribal-Festival aufzutreten, welche Erfahrungen habt ihr bislang mit diesem Stil gemacht, und was erwartet ihr von diesem Festival?

Die Körper-Isolationen des orientalischen Tanzes faszinieren uns auch beim Tribal-Stil. Deshalb bilden wir uns durch Videos und durch den Privatunterricht unter anderem von der tollen Melli Sarina Baumeister weiter und wagen uns auch in unserer neuen Show daran. Wir nehmen von dem Festival mit, was wir können und versuchen so viele Workshops wie möglich zu besuchen.

Was bringt ihr uns in eurem Workshop bei? Und wie werdet ihr das handhaben, stehen drei von euch gemeinsam vorn, wechselt ihr euch ab oder wie macht ihr das?

Ganz wichtig in unseren Workshop ist uns ein Gleichgewicht zwischen Technik, Tanzgeschichte und der Choreografie. Wir möchten allen Workshop-Besuchern die Möglichkeit geben, die Schritte richtig zu lernen und zu üben. Gleichzeitig wollen wir unsere gemeinsame Leidenschaft und die Fusion dieser drei Tanzstile in einer Choreografie weitergeben. Wir stehen zu dritt vorne, wechseln uns je nach Fachgebiet ab und können somit intensiver auf die Teilnehmer eingehen. Bei uns lernt ihr drei in eins: Salsa, Afro Rumba und Body Isolation. Ab September bieten wir auch einen regelmäßigen Lady Styling Kurs jeden Mittwoch von 18.15Uhr bis 19.15Uhr in Karlsruhe an.

Wie soll es mit euch weitergehen, wollt ihr die bereits vorhandenen Stile noch stärker miteinander verschmelzen oder neue hinzunehmen, werden wir euch nun öfter auf "Bauchtanz"-Veranstaltungen sehen?

Wir möchten sowohl weitere Tanzstile in unsere Shows integrieren (z.B. Flamenco, Hip Hop, Dance Hall ...) als auch durch die Verschmelzung der Tanzstile unseren eigenen Tanzstil bewahren.

Während wir schon viel auf  Salsa-Festivals unterwegs waren, sind wir in der orientalischen Tanz- und Tribal-Szene noch ein eher unbeschriebenes Blatt. Aber das wollen wir jetzt ändern!
Über alle kommenden Projekte informieren wir euch auf unserer Homepage:
www.timbalitas.de

Wir bedanken uns ganz herzlich für das wertschätzende Interview!

Timbalitas mit Sarah, Sabrina und Fabiola

Die Timbalitas
s
ind zu Gast beim
6. Black Forest Tribal Fest
30. September - 2. Oktober 2016
in Oberhamersbach (bei Offenburg)

Infos - auch zu den Workshops - hier:
http://tribal-festival.jimdo.com/

"TANZEN IST UNSERE LEBENSFREUDE"
Interview mit der Gruppe Timbalitas
von Marcel Bieger