


Eigentlich durch Recherche bei „YouTube“. Wir haben uns vorher überlegt, wer war noch nie in Europa und ist gut genug, um die Massen mitzureißen. Wir wollten einen Namen, der noch nicht so bekannt ist, aber genug Kompetenz besitzt, um gut unterrichten und tanzen zu können. Da ist uns Steven eigentlich ziemlich rasch in den Sinn gekommen, weil wir ihn schon oft auf „You Tube“ goutiert haben. Kurzum, er war unsere erste Wahl, und wir haben ihn angeschrieben. Wie er uns später erzählt hat, war er gerade in Texas unterwegs, und die Tänzerinnen dort haben ihm berichtet, wie sie es in Europa gefunden hätten. Er fühlte sich ein bißchen ausgeschlossen, und genau in dem Moment bekam er die E-Mail von uns (lacht).
Seine Workshops in Berlin mußten leider abgesagt werden. Über die Gründe dafür kann man streiten. Eigentlich kannten wir das Risiko, Stevens Name ist noch nicht so bekannt, und er zieht eben nicht wie Rachel Brice. Es ist wirklich schwer vorauszusehen, wie die Szene das aufnimmt. In Duisburg bei Leyla ist es hingegen ganz gut gelaufen. Es hätte noch besser laufen können, wenn nicht ganz in der Nähe eine andere Veranstaltung stattgefunden hätte. Aber so etwas passiert einem immer wieder mal, es war eben ein unglücklicher Zufall. Die Kosten sind auf jeden Fall wieder reingekommen.
Das haben Imme und ich ganz bewußt umgesetzt, einfach aus dem Grund, daß wir seine Reisekosten nicht allein tragen konnten. Wir sind zwei Privatpersonen, die nicht gerade im Geld schwimmen, und wir konnten nicht mal eben 1000 Euro für seinen Flug auslegen. Deswegen haben wir uns überlegt, wir suchen uns noch ein paar Partner, bei denen er auch auftreten kann und die sich an den Kosten beteiligen. Und die haben wir in Leyla Jouvana und Maja gefunden. Na gut, die WS in Berlin mußten abgesagt werden ...
Und dann war da ja auch noch Moskau. Über tribe.net habe ich die Nadja kennengelernt, die war supernett und ganz begeistert von dem Umstand, daß ich sie angeschrieben habe. Sie ist ganz neu in dem Geschäft, bemüht sich sehr, und so viel ich weiß, waren die Kurse dort auch gut besucht. Wir sind ganz zufrieden, und ich glaube, wir machen so was nochmal.


Danke, ersteres war ja auch ein ganz verwegenes Experiment ... Und Oliver ist ein ganz toller Gitarrist, ich gerate jedes Mal ins Schwärmen, wenn er spielt. Patricia und Oliver sind wirklich ein Traumpaar.

Hoffentlich, er ist ja ein bisschen rampenlichtscheu. Er hatte anfangs sogar was dagegen, namentlich aufgeführt zu werden. Aber wir haben uns durchgesetzt.
Ja, hm, danke für den Hinweis. Einen Maler zu nehmen, hatten wir auch überlegt. Aber man kann eben nicht alles haben. Vielleicht beim nächsten Mal. Wir hatten auch an Sprayer gedacht. In Hannover gibt es ja auch ein paar sehr gute Graffiti-Künstler, nur bekommt man zu denen nicht so leicht Kontakt.
Das läßt sich nicht mit einem Satz sagen. Rein finanziell hat die Veranstaltung sich getragen. Das für sich ist schon ein großer Erfolg, weil wir das nicht erwartet hatten. Wir hatten ausverkauftes Haus und mußten ja noch Zusatzstühle dazustellen. Das Haus war bis auf den letzten Platz voll. Die Workshops waren auch gut besucht, das hat uns ebenfalls sehr gefreut. Inwieweit jetzt aber mehr Leute auf Tribal Style aufmerksam geworden sind, kann man natürlich noch nicht sagen. Wir wissen aber, daß Anhänger von Tobias Kunze (Poetry Slam- Künstler) da waren, sicher auch Freunde der Fünften Dimension (Improvisations-Theater), und wir hoffen, daß die jetzt den Tribal neu entdeckt haben. Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Mal abwarten, ob wir jetzt zu irgendwelchen Slams eingeladen werden, oder als Vorgruppe zu einer Theater-Veranstaltung …


Natürlich, aber die nehmen Tribal Style kaum wahr. Der Pressetext auf der Seite von „Faust“ (Kulturzentrum in Hannover Linden) war ja nicht von uns, sondern von den Faust-Leuten, und da konnte man ja auch feststellen, daß sie nicht unbedingt Ahnung vom Tribal haben. Aber sie haben sich wenigstens bemüht (lacht), und wir sind sehr froh, daß wir in allen Werbemitteln der Faust e.V. aufgetaucht sind. Das war auf jeden Fall sehr hilfreich für uns.
Alles muß wachsen und werden. Bei Tribalution I hattet ihr noch kein solches Konzept.
Nee, da mußte alles ganz schnell gehen. Wir mußten innerhalb von ein paar Monaten die ganze Geschichte planen. Wir waren froh, daß wir einen Star aus den USA hatten und ein paar Gasttänzerinnen, damit wir nicht die ganze Show alleine schmeißen mußten. Letztendlich hat es dann großen Spaß gemacht und ist auch gut angekommen, aber in der Vorbereitung war es mitunter schon ganz schön stressig. Daß wir jetzt bei „Zwei“ mit Konzept herangegangen sind, kam wirklich durch Imme und mich. Wir haben uns sehr lange damit beschäftigt und über ein Jahr lang geplant.
Eben hast du gesagt, ihr hättet Tribal und Tribal Fusion bekannter machen wollen, aber so richtig klassischen ATS habt ihr gar nicht geboten.
Das stimmt. Das erste Stück war aber sehr triballastig, da sind wir auf die Ursprünge zurückgekommen. Das war Musik aus den 70er Jahren von einer Band, die von einer Schülerin von Jamila Salimpour in den frühen 1970ern gegründet wurde; damit sind wir bewußt zu den Ursprüngen des Tribal zurückgekehrt, auch mit dem Einsatz von Zimbeln und so weiter. Wir finden es schade, daß die Zimbeln im Tribal etwas vernachlässigt werden. Das war so eine Art Tribut an Fat Chance Belly Dance und Jamila.
„Tribalution“ enthält ja auch den Begriff „Evolution“, wie wir eben festgestellt haben, und meint Weiterentwicklung und Vielfalt.
Sehr schön formuliert. Wie soll es weitergehen.
Es war eine sehr schöne, aber auch sehr anstrengende Woche mit Steven, und wir haben uns noch nicht festgelegt, ob wir schon 2010 oder erst 2011 die nächste Tribalution vom Stapel lassen. Wir haben auch schon wieder jemanden als Gast-Star im Auge, aber darüber kann ich noch nicht reden. Eines ist aber sicher, daß es die 3 geben wird. Man darf gespannt sein. Wir bleiben für alles offen, und vielleicht driftet die nächste Ausgabe schon wieder in eine ganz andere Richtung ab.






Elena Sapega ist Mitglied bei der Gruppe perlatentia und Organisatorin der Tribalution II-Show. Sie gilt als vorzügliche Tänzerin und hat noch weitere Talente: Im Mai soll sie auf dem 3. Internationalen Europäischen Tribal Festival die Tribal-Varieté & Café-Veranstaltungen moderieren.
Wie ist die Idee zu Tribalution geboren worden?
Eigentlich durch einen Zufall. Wir haben vor zwei Jahren eine Nachricht von Geneva Bybee bekommen, einer Tänzerin aus New York, die gern in Deutschland Workshops anbieten wollte – sie hatte wohl über mehrere Ecken von uns gehört. Geneva ist eine Vertreterin des East Coast Tribal, also der New Yorker Szene, war lange Zeit Mitglied bei Bellyqueen. Wir haben ihr Hannover vorgeschlagen, hier könnte sie gern mit uns was machen. Ich kannte sie, weil ich ein Jahr zuvor in Dillenburg (bei Gabriella) einen Workshop von ihr besucht hatte. Sie war einverstanden, und wir haben beschlossen, sie einzuladen. Aber dann haben wir uns gedacht, nur für WS, wäre doch ein bißchen schade. Da könnte man doch eigentlich auch eine Show drum herum machen. So ist die Sache ins Rollen gekommen. Wir haben nach einem griffigen Namen gesucht, und da hat Alexandra (perlatentia-Mitglied) den genialen Einfall mit „Tribalution“ gehabt, eine Zusammensetzung aus „Tribal“ und „Evolution“ oder „Revolution“. Das läßt dann ganz bewußt Raum für Spekulationen, denn wir wollen damit niemandem etwas aufzwingen.