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zum Showbericht tribalution II
zum Interview
mit Steven Eggers
Fotos: (c) Marcel Bieger
Am Rande des Orient Festivals Knechtsteden (29.-30. August 2009) kommen wir mit den Mädels von perlatentia ins Gespräch, die im Herbst ihre eigene Veranstaltung, „Tribalution II“, auf die Bühne bringen wollen. Wir haben schon einiges davon gehört und wollen Genaueres erfahren. Fünf Mädels aus dem Stamm sind anwesend, Elena und Imme-Kathrin werden, als Organisatorinnen der Show, besonders hervorgehoben.

Erzählt uns bitte etwas über Tribalution II.

(Elena) Die Veranstaltung findet am 17. und 18. Oktober
in Hannover statt, aber das hat sich hoffentlich ja schon herumgesprochen. Wir haben jetzt den Auftrittsplan aufgestellt. – Unser Grundansatz ist, urbane Kunstformen zusammenzuführen, um Tribal in neuer Umgebung – wie schon erwähnt, weg vom Orient – zu zeigen. Deswegen haben wir schon vor einiger Zeit angefangen, uns auf die Suche nach Künstlern zu machen, die urbane Subkultur leben und herstellen. Wir haben uns mit Poetry Slamern unterhalten, wir wollten auch ein Balkan-Trio dazu holen, vielleicht sogar eine Klezmer-Kapelle, das hat aber leider nicht funktioniert. Irgendwann kam uns die Idee, Impro-Theater dazuzunehmen. Und jetzt ist es so gekommen, ohne daß wir es eigentlich geplant haben, daß

Und wen oder was genau dürfen wir da erwarten?

(Imme) Neu dabei ist die Fünfte Dimension, eine Impro-Theater-Truppe aus Hannover, wie überhaupt die ganze Veranstaltung ziemlich stark auf Hannover ausgerichtet ist. Das war nicht von Anfang an so geplant, hat sich dann aber ergeben, und wir sind jetzt auch ganz zufrieden damit. Da wäre außerdem Tobias Kunze, der sich in der Poetry Slam Szene schon vor Jahren einen Namen gemacht hat und dort wirklich eine Größe ist. Durch solche Künstler soll es auch gelingen, einen Brückenschlag zu anderen Zuschauergruppen zu bewirken. Es ist schön, die gleichen Menschen immer wieder zu sehen, das hat auch seinen Reiz. Aber wir möchten ja auch neue Jagdgründe erschließen. Ich schätze mal, daß die
wir eine Show auf die Beine stellen, bei der alles improvisiert wird. – Jede Kunstform, die bei der „Tribalution II“ auf die Bühne kommt, hat etwas mit Improvisationskunst zu tun. – Das Publikum wird nicht nur zum Klatschen da sein, es wird auch mitmachen müssen. Wir hoffen, daß daraus ein ganz besonderes Flair entsteht und der Zuschauer bemerkt: Ich bin dabei, ich konsumiere nicht nur. So etwas finden wir nämlich immer ziemlich schade, wenn die Zuschauer so tappig dabei sitzen und gar nicht die Möglichkeit haben, mitzumachen oder sich in irgendeiner Form zu beteiligen. – Es soll eben ein besonderer Abend werden und die Voraussetzungen dafür sind gut.
Fans von Tobias Kunze noch nie etwas von Tribal gehört haben, genauso wie unseren Leuten der Name Tobias Kunze nicht viel sagen wird. Ich glaube, da haben wir dann also gegenseitig etwas davon.
Hattet ihr denn vorher irgendeinen Bezug zu ihm?

(Elena) Nee, gar nicht. Wir haben uns auf die Suche gemacht, und als Tobias einen Auftritt hatte, sind wir hin, um uns das mal anzusehen. Wir waren ziemlich begeistert von seiner Darbietung. Kurzum, er hat uns überzeugt. Wir haben uns die Leute alle vorher angeguckt. Na gut, wir sind nicht einfach drauflos. Ich habe mir mal angeschaut, was es alles so im Großraum Hannover gibt, und was mir interessant erschien, mit dem oder denen habe ich dann Kontakt aufgenommen. – Ja, so war es doch auch bei dem Poetry-Slam-Abend. Da sind mehrere aufgetreten, und in der Pause haben wir uns dann darüber unterhalten. – Boah, der war cool, und den will ich haben. –

(Imme) Was haben wir noch dabei: das Duo „namadeya“ aus Bremen, die allerlei Indisches, Vintage und anderen modernen Tribal tanzen. Ganz stolz sind wir auf Axel, unseren Hang-Spieler. Wer das nicht kennt, es handelt sich dabei um ein Schlaginstrument und sieht aus wie zwei Wok, die man auf einander gestellt hat. Damit erzeugt man einen wunderschönen sphärischen Klang. Angefangen hat es damit, daß mein Freund mir ein Video vorgespielt und gefragt hat, kennst du eigentlich dieses Musikinstrument, und ich habe erstmal gar nichts gesagt, weil ich nur am Schlucken und Staunen war. Das Hang klang so schön, daß ich mir gesagt habe, das mußt du in der Show haben. Ich habe dann ein Hang-Forum gefunden und darin gefragt: Wer hätte Lust, eine Tänzerin zu begleiten? Daraufhin hat sich dann Axel gemeldet, mit dem wir jetzt zusammen arbeiten.

Eine Freundin von mir spielt Geige, die fand das auch ganz toll. Der habe ich dann gesagt, komm, machste mit? Und so haben wir einen neuen, vorher gar nicht vorgesehenen Programmpunkt, von dem ich glaube, daß er den Menschen in Erinnerung bleiben wird. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf diesen Beitrag. Dazu werde ich ein Solo tanzen. Ich habe Bilder oder Stimmungen zu Liedern im Kopf. Bei diesem Hang kam mir die Assoziation von Licht, das durch ein Blätterdach fällt. Und wenn da Staubflocken drin sind, ist das wie Sternenstaub. Etwas ganz Zartes, Ruhiges, das mit sich im Reinen ist. Dazu werde ich ein schlichteres Kostüm tragen, mit beige, weiß und anderen helleren Tönen, was genau, weiß ich aber noch nicht so ganz. Eben nach der Assoziation von etwas Sanftem, das nicht aufdringlich sein darf. Also zum Beispiel darf da nichts klimpern und klirren, ich möchte nicht den Klang des Hang stören. Schließlich bin ich nicht die Solistin, die begleitet wird, sondern ich begleite die Musik. Das echt andere Trommelsolo (lacht). –

Als ich dieses Instrument zum ersten Mal auf You Tube gehört habe, dachte ich, das kann doch gar nicht echt sein, das muß von einem Synthesizer kommen. Aber es ist doch ein eigener Klang, ganz rein. – Wenn man das sieht, würde man sofort glauben, darauf haben schon die Inka vor tausenden von Jahren gespielt. Dabei ist dieses Instrument gerade mal knapp zehn Jahre alt, wurde 2000 in der Schweiz entwickelt. – Sieht aber total archaisch aus. – So als käme es aus Tibet. – Als würden Mönche darauf spielen. –

(Elena) Und natürlich müssen wir noch auf unseren teuersten und prominentesten Einkauf zu sprechen kommen, unseren Stargast aus den USA, Steven Eggers. –

(Imme) Eigentlich ging ja mit dem alles los. Wir hatten noch gar nicht an „Tribalution II“ gedacht, sondern wollten zunächst nur, daß Steven Eggers nach Deutschland kommt. Und dann haben wir uns überlegt, wie geht das und wer kann uns dabei helfen? Seine Tour ist jetzt fest gebucht, die Stationen sind als erstes Hannover, dann Duisburg, dann Berlin und schließlich Moskau. Flugscheine sind gebucht, er kommt also auf jeden Fall. Wichtig noch der Hinweis, seine Workshops sind zwar noch nicht komplett ausgebucht, aber man sollte sich drum kümmern. Elena und ich, Imme-Kathrin, haben uns um die Organisation gekümmert und dazu ganz stark das Internet genutzt. Ganz viel über tribe.net, ja, so geht es.
vorneweg...
Interview mit
perlatentia zur Tribalution II
von Marcel Bieger