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Das gibt es nicht alle Tage: Drei der einflußreichsten, wichtigsten und künstlerisch prägendsten ATS-Größen Deutschlands und auch Europas tun sich zusammen, bündeln ihre Energien und schaffen daraus etwas Neues. Leute, schaut Euch das an:
Wenn Gabriella, Fara & Nicole auf dem diesjährigen Tribal Festival Hannover ihre Welt-Premiere haben, dürfte das einer dieser ganz besonderen Augenblicke werden, von dem ihr noch euren Tanz-Enkelinnen stolz berichten werdet: Ich bin dabei gewesen! Ganz klar, daß wir mehr wissen wollten.
"WIR HABEN GEMEINSAM EINE SPÜRBAR SCHÖNE ENERGIE"
Die drei von UNIQUA über UNIQUA

von Marcel Bieger

Wir haben UNIQUA Fragen geschickt, und sie haben sie nicht einzeln, sondern nach dem, was ihnen am wichtigsten erschien, beantwortet. Außerdem hat jede für sich geantwortet, und niemand war verblüffter als sie selbst, als sie im Anschluß gelesen haben, wie die jeweils anderen über das Projekt und die beiden Mitstreiterinnen denken …

1- Ihr seid alle schon länger im Geschäft und habt als Grundlage OT und ATS gelernt. Stellt Euch bitte kurz vor, beschreibt Eure künstlerische Entwicklung und führt kurz auf, worauf Ihr Euch spezialisiert habt. 

2- Wie kam es zu dem Geistesblitz, ein gemeinsames Trio gründen zu wollen, und wie ist der dann umgesetzt worden? 

3- Was ist das Besondere an "Uniqua", und wie bringen sich drei so unterschiedliche Künstler-Charaktere darin ein?

4- Wie seht ihr den Stellenwert dieses besonderen, von Euch im tänzerischen Dreiklang gepflegten Stils in unserer Tanzlandschaft? 

5- Wie soll es mit Uniqua weitergehen, was habt Ihr für Pläne, auch mit oder neben Euren eigenen Gruppen?

UNIQUA stellt sich selbst so vor: 3 Tänzerinnen, deren Liebe zum improvisierten Tanz ihre größte Leidenschaft ist, wagen sich gemeinsam an ein neues, kreatives Projekt. Gabriella (Nea’s Tribal), Fara la Sombra (Daphnee’s Clan) und Nicole (Shir o Shakar) sind erfahrene ATS®-Dozentinnen mit Sister Studio®-Status und leiten ihre eigenen Tribes.

Sie stehen nicht nur gemeinsam auf der Bühne, sondern unterrichten unter anderem auch gemeinsam ihre neuen Ideen. Alle drei sind bekannt für ihren qualifizierten und fundierten Unterricht.

(Und Fara erklärt den Namen:) UNIQUA ist eine Eigenkreation, dieses Wort gründet sich auf dem englischen „unique“, doch ich wollte unbedingt eine weibliche Form „erschaffen“, und daher habe ich (wie es im Russischen üblich ist) einfach das „e“ durch ein „a“ ausgetauscht ….

Gabriella
Bei mir fing alles vor fast 30 Jahren mit OT an, den ich aber, seit ich mit Tribal begonnen habe, immer weniger getanzt und gelehrt habe. Tribal Style Dance mit all seinen vjelen Möglichkeiten hat mich von Anfang an fasziniert, und er hat einen immer größeren Teil in meinem Leben eingenommen. Und von jeher war es das Unterrichten, welches mich noch mehr fasziniert hat als auf der Bühne zu stehen. Die Energie, die spürbar ist, wenn Frauen ihre Schritte, gerade im Tribal Style Dance, machen, wie sie wachsen, mit all diesen vielen Dingen, die man braucht, um ATS®  wirklich zu verstehen und zu tanzen, ist einfach etwas Wunderbares. So habe ich mit Nea‘s Tribal (Dillenburg und weitere Umgebung) einen der ältesten Tribes an meiner Seite (fast 15 Jahre) und habe vor zehn Jahren Fusionea gegründet, um auch die damals noch neue Seite, den Tribal Fusion, mit Frauen aus meinen Gruppen zu tanzen. Seit 6 Jahren gibt es die Neas Fundamentals, die nach wie vor mit großem Erfolg laufen und Tribal-Tänzerinnen eine gute Basis und ein tieferes Verstehen in das „System“ des Miteinandertanzens bieten. Seit einem Jahr nun gibt es außerdem Sharineas Tribes, auch wieder ein Projekt das Frauen tänzerisch voranbringt.

Gelegenheit, als Teilnehmerinnen in einem WS zusammen zu tanzen. Und genau das ist dort passiert. Wir alle drei haben sofort gemerkt, das fühlt sich gut an. Und noch mehr, das fühlt sich so gut an, das wollen wir wiederholen. Und haben gleich weiter den Gedanken gesponnen, was wäre, wenn wir drei uns miteinander verbänden? Drei Tänzerinnen, die nicht nur weit entfernt voneinander wohnen sondern auch noch absolut unterschiedliche Typen sind. Und alle drei waren wir sofort Feuer und Flamme von dem Gedanken und haben uns weder von vollen Terminkalendern noch von der Entfernung abschrecken lassen.

Wir alle drei sind zertifizierte ATS® teacher und eingetragene FCBD® Sister Studios und sehen, glaube ich, auch alle unsere Wurzeln im Tribal Style Dance. Somit haben wir eine gute gemeinsame Basis, aber wir sind alle drei, jede für sich, sehr kreativ. Und witzigerweise hatten wir sogar die gleiche Idee, was wir als erstes umsetzen wollten. Die nächsten kreativen Prozesse sind übrigens auch schon am laufen.

Für mich kann ich nur sagen, es ist eine neue, gewaltige Herausforderung, aber sie macht unglaublich viel Spaß, und wir haben gemeinsam eine spürbar schöne Energie. Wir sind schon sehr gespannt wie die Szene auf UNIQUA reagiert und freuen uns auf das Tribalfestival in Hannover. 

Es gibt viele Tänzerinnen, viele tribes, mit denen ich seit Jahren arbeite und deren Schritte ich begleiten darf und darüber bin ich sehr froh und dankbar. Ich selbst gehe natürlich auch nach wie vor zu Workshops, um mich weiterzubilden. Und so kam es im Februar letzten Jahres, daß ich beim WS von Kristine Adams u.a. auch auf Nicole und Fara getroffen bin. Wir kennen und schätzen uns schon lange, aber wir hatten bis dahin noch nie die
Fara la Sombra
Seit frühester Kindheit bestimmten Musik und Tanz mein Leben. Über eine mehrjährige klassische Musikausbildung und das Spielen von verschiedenen Instrumenten bis hin zu Ballett und auch orientalischem Tanz habe ich gern viele Dinge ausprobiert und bin dann 2006 auf ATS® aufmerksam geworden. Mich hat die Idee überzeugt, eben nicht als Solistin zu improvisieren, sondern als Teil einer Gruppe und mit  – wie ich finde – sehr eleganten Bewegungen und einer gelungenen Mischung aus verschiedenen Tanzstilen zu tanzen.

Ich bin Gründerin und künstlerische Leiterin des Berliner Tribes Daphnee’s Clan. Wir tanzen sowohl klassischen ATS® als auch eigene Kreationen, die kürzlich eine Tänzerin als “Future-ATS“ betitelte. Wir nutzen gern ausgefallene Musik und untypische Formationen und Kostüme.

Als ich Nicole das erste Mal auf einer Bühne sah, war ich fasziniert von ihrer Eleganz und ihrem feinen Stil, klassische Elemente des ATS® mit indischen Elementen aus dem Bharat Natyam zu fusionieren und war begeistert von ihrer Arbeit mit “Shir o Shakar“. Wir haben eine besondere Verbindung zueinander, und uns vereint die Liebe zum Flamenco. Ich möchte so viel von ihr lernen, sie ist menschlich und auch tänzerisch eine große Inspiration für mich.

Nach vielen Jahren im klassischen ATS® -Repertoire bin ich jetzt einfach wild darauf, mich weiterzuentwickeln und neue Dinge auszuprobieren. Dabei habe ich eine klare Vorstellung, wohin die Reise gehen soll und bin dankbar, dass ich in Gabriella und Nicole so kreative Geister und Seelenverwandte gefunden habe. Außerdem bin der festen Überzeugung, dass UNIQUA für mich persönlich eine große Bereicherung bleiben wird.

Ich bin mir nicht sicher, welchen Stellenwert wir in der Tanzlandschaft einnehmen werden, das liegt auch immer im Auge des Betrachters. Für uns drei ist es ein Herzensprojekt, welches Entfernungen locker überwindet, und wir hoffen natürlich, auch andere Menschen zu begeistern und etwas von unserem Glück und unserer Leidenschaft mit ihnen zu teilen.
Ich lernte Gabriella kennen, als sie 2008 in Berlin einen Workshop gab. Sie war meine erste Lehrerin für ATS®, und es ist eine tiefe und schöne Freundschaft daraus erwachsen. Gabriella ist ein ständig sprudelnder Quell von Wissen und Lebensfreude und hat ein riesiges Herz – damals wie heute. Sie war auch treibende Kraft für mich, dieses Format seit 2011 erfolgreich als Sister Studio® in Berlin zu unterrichten.
Nicole:
Begonnen hat auch bei mir alles mit OT, aber schon 2000 hatte mich der Tribal Gedanke überzeugt und wurde nach einem Aufenthalt in San Francisco noch weiter ausgebaut. Somit gilt meine Vorliebe vor allem dem ATS® mit dem Grundgedanken der Improvisation, aber auch dem Fusion Style und seinen breit gefächerten Variationen und Möglichkeiten. Mit meiner Gruppe Shir o Shakar bewege ich mich immer wieder zwischen diesen beiden Stilen – wobei der Flamenco und auch der Indische Tanz (Bharat Natyam) für mich eine ganz besondere Rolle spielen. Zu meiner Laufbahn: ich bin Diplompädagogin, Gymnastiklehrerin, Jogalehrerin, seit 2011 zertifizierte ATS®-Lehrerin und lebe hauptberuflich vom Tanz als selbstständige Künstlerin und Lehrerin.

Meine absolute Vorliebe gilt vor allem der Arbeit in der Gruppe, dem gemeinsamen Improvisieren und der damit verbundenen nonverbalen Tanz-Kommunikation, die immer wieder überraschende und verblüffende Momente entstehen lassen, dem Austausch und dem gemeinsamen Erarbeiten von Tanzstücken, dem Prozeß des Entstehens, dem Miteinander - all das sind für mich die Besonderheiten am Tribal.

Da Shir o Shakar gerade eine kreative Pause eingelegt hat und sich unter anderem um den Nachwuchs kümmert, war ich zu allem Schandtaten bereit und habe gleich den Jackpot gezogen, als UNIQUA begann und alles ins Rollen geriet …
Wir kennen uns ja schon seit einigen Jahren, aber bei diesem WS kam es besonders oft vor, dass wir im Trio getanzt haben. Und das war richtig klasse!!! Sofort haben wir gemerkt, dass zwischen uns die Chemie stimmt, und es hat einfach Mega-Spaß gemacht, mit Gabriella und Fara zu tanzen! Sie sind zwei Kolleginnen, die ich natürlich tänzerisch, aber auch jede auf ihre ganz eigene Weise besonders schätze!

Fara la Sombra - eine der elegantesten, schönsten und geschmackvollsten Frauen, die ich kenne. Sie hat ein absolutes Händchen dafür, wie Dinge/Bewegungen/Outfit/ wirken, worauf man achten muss, und alle Fragen bei UNIQUA bezüglich Stil und Stylen etc. laufen bei ihr zusammen. Und noch dazu hat sie ein wunderbar großes Herz. Und Gabriella – ein Feuerwerk an Energie und Humor und ein wahrer Born an Wissen und Hintergründen, halt eine Vollblut Dozentin. Alles wird von ihr genau unter die Lupe genommen und seziert. Mit Gabi kann man nicht nur tanzen, sondern auch Pferde stehlen. Und so ergänzen wir uns ganz phantastisch! Und sind wir alle darauf gespannt, was noch kommen wird. Wir haben natürlich unsere gemeinsame Basis, den ATS, werden aber darüber hinaus auch andere Einflüsse einbeziehen. Unser erstes Projekt hat insbesondere spanische Einflüsse, wie der Einsatz des Fächers in die improvisierte Arbeit zeigt. Dieses im ATS recht neue und verspielte Requisit kommt ja aus dem Flamenco und wird hauptsächlich in der Guajira eingesetzt. Wir haben diesbezüglich ATS Schritte aus dem langsamen Repertoire mit dem Einsatz des Fächers ausgestattet – und uns somit die Möglichkeit eröffnet auch improvisiert mit dem Fächer zu tanzen. Dabei werden bekannte Moves fächertechnisch leicht verändert.
Wo es dann weiterhingeht wird sich noch zeigen – aber ich glaube aus unserer nicht nur Tanzfreundschaft könnte sich etwas Einmaliges entwickeln: die gebündelte Kraft, Energie und Kreativität dreier Kolleginnen, die unterschiedlicher nicht sein können. Ich hoffe, auch unsere Zuschauer und Schüler werden davon profitieren können.

Das einzig Störende an diesem Projekt sind die Entfernungen, die wir zurücklegen müssen, um uns zu sehen. So bilden wir ein ziemliches Dreieck auf der deutschen Landkarte von Berlin über das Ruhrgebiet bis hin in den Süden nach Dillenburg, und das macht ein häufiges gemeinsames Training sehr schwer! Aber wir werden das schaffen!
Der erste Samen wurde gelegt, als wir drei uns beim Workshop von Kristine Adams (FatChanceBellyDance) in Ansbach getroffen haben.
UNIQUA sind zu Gast beim 9. Internationalen TRIBAL FESTIVAL in Hannover, 10. - 12. Juni 2016!
www.tribal-festival.de