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"ICH EMPFINDE MICH ALS EINMALIG,
UND SO SEHE ICH AUCH ALLE ANDEREN"
Interview mit
Viviane Gerhard
von Marcel Bieger

Wie sieht es denn in der Schweiz aus?

Unsere Tribal-Szene ist wie gesagt erst am Wachsen. In Bern wird eine Tribal Fusion Ausbildung mit einigen Tänzerinnen der Bellydance Superstars angeboten. Ich selbst habe nicht teilgenommen. Ich kenne jedoch einige Schülerinnen, welche die ca. eineinhalbjährige Ausbildung besuchen und nebenbei bei mir Privatunterricht

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Foto © André Elbing
Fotos, wenn nicht anders vermerkt, © Viviane Gerhard
nehmen. (Tanzschule Taksim in Bern – www.taksim.ch – mit den Lehrerinnen Moria Chappell, Sharon Kihara, Mardi Love und Heather Stants) Wen haben wir noch? Naheema, die einen Tribal Infopool gegründet hat und stetig Workshops mit nationalen wie internationalen Dozenten anbietet, und «Weiberwirbel», die eher klassischen Tribal, ATS, tanzen.
Die Schweiz ist in vier Sprachregionen aufgeteilt. Du lebst in der deutschsprachigen Schweiz. Bist du denn zum Beispiel schon einmal in der französischsprachigen Schweiz aufgetreten?

Nein, bis jetzt noch nie. Ich würde mich freuen, dies bald zu tun.

Gibt es in der Schweiz einschlägige Festivals, Galen, Shows?

Zum Teil veranstalten die Tanzschulen so einiges. Caritas-Shows, das Oriswiss das einmal im Jahr statt findet und im Oktober 2010 soll es ein Festival in Lausanne geben.

Aber ich muß hier einschränken, daß mir bei der OT-Szene etwas der Überblick fehlt.

Tanzt du denn noch Orientalisch?

Kaum. Der klassische Orientalische Tanz war für mich der Einstieg in die Tanzwelt, und Bauchtanz eine Bewegungs- und Ausdrucksform, die ich liebe. Jedoch auf die Bühne als Bellydance Solistin zog es mich erst mit Tribal Fusion. Ich unterrichte Bauchtanztechnik, Bellydance Fusion und Tribal Fusion. Doch darüber hinaus unterrichte ich keinen klassischen oder traditionellen Orientalischen Tanz mehr.

Das finde ich konsequent. Du hast zwei oder drei Videos von dir eingestellt.

Es gibt noch mehr, alle meine veröffentlichten Videos sind auf  «You Tube» zu finden.

Wie entwickelst du deine Choreographien?

Hm, eigentlich immer verschieden. Ich höre oft neue Musik, die ich bei Freunden, iTunes, You Tube oder an Festivals entdecke, und improvisiere gerne dazu. So entstehen viele meiner Ideen und Choreografien, durch Musik hören und strukturierte Improvisation. Manchmal habe ich eine klare Vorstellung von Kostüm und Bewegungsqualität oder ich habe ein Thema, das mich beschäftigt, eine Idee, und entscheide erst dann, welche Musik geeignet ist. Es gibt für mich verschiedene Wege und ich variiere gerne meine Vorgehensweise.

Hast du dich mal in Richtung Gothic oder Dark versucht?

Eigentlich nicht. Nein, kaum. Mir gefällt die Melancholie, doch Gothic ist mir zu düster.

Wie kreierst du deine Kostüme?

Gewisse Teile habe ich bei «ShaliSari» gekauft. Am Contest bei Leyla trug ich Stücke von ihr. Daneben nähe ich aber auch einiges selbst, da bin ich immer wieder mal dran. Es sammeln sich Kostümteile an. Ich habe viele Stücke aus Ländern, die ich bereist habe wie Indien, Türkei, Spanien. Ich stöbere aber auch gerne auf Flohmärkten, in «Brockenhäusern» und Secondhand-Läden.

Was kommt bei dir zuerst, das Kostüm oder das Musikstück?

Wie gesagt, das kommt ganz darauf an, was bei mir gerade ansteht. Es gab schon einige Stücke, da war zuerst die Musik da, die mich inspirierte. Aber es kommt auch vor, da denke ich zuerst an ein Kostüm, an ein Thema, und ich suche in einem zweiten Schritt nach der Musik. Es sind viele Komponenten, die eine Choreografie ausmachen.

Bist du, außer bei Leyla, auch schon woanders in Deutschland aufgetreten?

An privaten Anlässen. Die lagen meist kurz hinter der Grenze. Bei öffentlichen Anlässen war ich eigentlich nur bei Leyla Jouvana. Ich bin durch die Workshops bei den BDSS an sie geraten. Ich wollte Kurse in Tribal Fusion besuchen und hatte entdeckt, dass Sharon Kihara in Duisburg (Studio von Leyla) unterrichtet. So bin ich dann auch zu Leyla gekommen und war seither schon einige Male

wieder in Duisburg. Im November 2010 werde ich wieder beim Festival dabei sein. Dieses Mal als Dozentin und Jurymitglied. Ich freue mich schon sehr. Ich reise immer wieder gerne nach Duisburg. Bei Leyla aufzutreten, ist ein besonderes Ereignis, ein big Event mit vielen tollen Künstlern und Dozenten, grossem Bazar und mit spezieller Atmosphäre durch die vielen tanzbegeisterten Menschen.
Homepage: www.viviane-gerhard.ch