
Teil 1
Neue Trends und Entwicklungen im Frühjahr 2009
von Marcel Bieger
Seit einiger Zeit ist Fusion nicht mehr aus der Orienttanz-Szene wegzudenken, und kaum eine Orientalische Tanz-Show möchte ohne ein mehr oder weniger deutlich experimentelles Stück auskommen. 2008 erschien außerdem von Arzo Renz das grundlegende Werk „Tribal Signs“, die erste deutsche Tribal-Bestandsaufnahme der Tanzszene und seitdem Grundlage und Hintergrund für alle weitere Diskussion zu diesem Thema.
Interessanterweise gehört Arzo der Gothic-Bewegung an, und Gothic-Stars reisten 2008 verstärkt aus den USA an, um hier ihre „dunkle Botschaft“ zu verbreiten. Ariellah, Sashi und Tempest seien hier vor allem genannt. Dark Fusion, der auf dem Gothic basiert, wird auch längst nicht mehr als Spinnerei belächelt.

Auf diesem Humus gedieh auch die jüngste Pflanze, das Fantasy-Genre, das den Tänzerinnen ermöglicht, allerlei Elemente aus jüngeren Kino-Filmen und populärer Unterhaltungskultur wohlwollend zu prüfen und bei Gefallen zu übernehmen. Tribal ist immer noch allseits sehr lebendig, aber längst nicht mehr das jüngste Kind des OT. Und der traditionelle ATS befindet sich auf dem besten Wege, in den Olymp des Kanons der klassischen Orientalischen Tänze Eingang zu finden.
2008 hat sich also eine Menge getan, das neue Jahr 2009 geht mit Riesenschritten seiner Halbzeit entgegen. Schauen wir, was sich bislang getan hat und uns aufgefallen ist.