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Fusion-Feuilleton
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Den zweiten Teil nach der Pause eröffnet der Stamm Dana Triskiliana mit einem Fusion, der an die Formation „Urban Tribal“ erinnert. Sie tanzen Figuren im Modern Dance Stil, und jede Künstlerin übernimmt ihren Teil im großen Getriebe. Die Bewegungen haben auch Elemente des Orientalischen Tanzes, und die Musik ist noch mehr orientalisiert. Eine schöne Nummer, die deutlich besser gefällt als die im letzten Jahr. Einige im Publikum waren der Ansicht, daß das Stück an Ariellahs Formation Deshret anlehnt. Aber wenn dem so wäre, hätten die Tänzerinnen das sicher vorher angekündigt, gell?

Mariam Ala Rashi tanzt Ausdruckstanz auf der Stelle, inklusive aller dramatischen Posen, sogar ein „Turkish Drop“ ist darunter, den man nun wirklich nicht einmal auf jeder zweiten Show zu sehen bekommt. Die Stimmung ist sehr elegisch und melancholisch, die Tänzerin hingegen überdurchschnittlich beweglich. Sie besitzt sehr großes Talent, und ihr Körper hat Ausdruck (das geschickt gewählte weiße Kostüm unterstützt ihn dabei) und Ausstrahlung – wenn sie noch ihre Mimik beleben könnte, wäre sie schon auf dem Weg, einmal zu den ganz Großen zu gelangen.

Und jetzt wird es furchtbar (aber im positiven Sinne): Signa Mystera, neueste Gruppe der hannoverschen Grusel-Gotin Clarissa. Zu Industrial Rock und Orient-Tanz gibt’s einen Fusion-Tanz mit viel Tribal und erweitertem Bewegungs-Kanon, mit chinesischen Einsprengseln und Schock-Elementen. Da ist so viel drin, daß man gar nicht weiß, wo man anfangen und wo aufhören soll. Auf der Schiene weitermachen, Clarissa, bitte-bitte-bitte...

Zum zweiten Mal dabei die Dänin Linda Thorsager, diesmal mit Ausdruckstanz der 20er Jahre, und hier erleben wir eine wahre Könnerin. Die Bewegungen sind exakt, die Tänzerin strahlt eine Menge aus, und in den dramatischen Posen und Gesten findet sich auch einiges vom Orientalischen Tanz.

Und gleich noch eine Aufführung von Tanzmusik aus dem vergangenen Jahrhundert: Der Tribe Sondesh bedient sich hier allerdings schon mehr aus den 50er Jahren. Ungeniert nehmen sich die Mädels Marilyn Monroe, späten Swing und lateinamerikanische Rhythmen wie den Conga (mit dem man nie etwas falsch machen kann) vor und tanzen das unverschämt sexy und expressiv.