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Fusion-Feuilleton
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Stargast des 2. Tribal-Festivals ist die amerikanische Dark-Fusion-Ikone Ariellah, die auch schon im Vorjahr den Höhepunkt darstellte. Gerade wegen ihres großen Erfolges vor 12 Monaten ging es gar nicht anders, als sie noch einmal einzuladen. Und sie kam gern, hat sie doch auch und vor allem durch jenen Auftritt in Deutschland viele neue Freunde gewonnen. Das zeigt sich unter anderem auch daran, daß sie nicht nur bei der Gala auftritt, sondern auch vorher schon bei der Offenen Bühne. Und gerade hier zeigt sie ihre ganze in Tanz umgesetzte Philosophie. Nämlich Geschichten zu erzählen und Gefühle und Leidenschaften deutlich zum Ausdruck zu bringen.

Sie stampft (ja wirklich) wie Godzillas böse Tante auf die Bühne, was zu ihrer Schock-Eröffnung gehört, ihr Tanz gestaltet sich dann aber weicher, trauriger. Sie bewegt sich melancholisch auf der Stelle, dreht sich zu Geigenmusik aus seligen Stummfilmtagen um sich selbst.

Doch dann bricht der Zorn sich wieder Bahn, die Musik verwandelt sich in eine Kakophonie, und aus der erwächst die Rache, in der Musik dargestellt durch Maschinengewehrfeuer, das sich über den Rhythmus legt, und Ariellah tanzt dazu Shimmies und Flutters.

Immer kürzer werden die Musikstücke, bis sie endlich in einen Gesang völliger Verzweiflung münden. Nach erster Enttäuschung über das Verlassenwerden Trauer und schließlich tiefste Depression.
Die getanzte Geschichte endet in einem Hip Hop – die Krise ist überwunden. Was für eine Energie, was für eine ungeheure Leistung. Die Künstlerin hat das erreicht, was sie für sich und ihre Philosophie in Anspruch nimmt.