
Nach der Pause hat der Köln-Düsseldorfer Stamm Goondarani Premiere in Hannover. Die Tribalgruppe von Apsara Habiba kommt uns mit Säbeln und Dolchen, und Apsara kann wieder einmal unter Beweis stellen, daß sie sich nicht nur auf den tanztechnischen Umgang mit Klingen versteht, sondern auch begreift, daß jedes Schwert eine Seele hat. Die vier Frauen sind Tänzerinnen, sind Kriegerinnen und sind mythische Figuren. In einem faszinierenden Reigen zeigen sie sich von allen diesen Seiten.

Majallah ist der Name eines Berliner Trios, das sich hintereinander aufbaut und sehr synchron balletthafte langsame Bewegungen tanzt. Das fußt zwar auf dem Tribal, aber da kommen auch Posen wie man sie von Ariellah kennt. Und Fusion ist natürlich auch eine Menge dabei, verbunden mit Modern Dance, wenn sie sich zum Beispiel auf dem Boden winden.

Direkt von Fat Chance Belly Dance nach Deutschland kommt Martha Saunders, die mittlerweile auch in Deutschland lebt – mit Mann und in wenigen Monaten wohl auch zu dritt. Gabriella von Nea’s Tribal hat sich ihrer angenommen, und daraus erwächst eine der heißesten Verbindungen der jüngeren OT-Geschichte. Während Nea’s Tribal den Chorus bilden, tanzen die beiden angeführten Frauen einen improvisierten Tribal, wie man ihn an diesem Wochenende noch nicht erlebt hat. Martha tanzt erst ein Solo, später kommt Gabriella hinzu, und schon binnen weniger Momente sind sie eine vollkommene Einheit. Ein ungeheurer Energieaustausch findet zwischen ihnen statt, die aus ihnen heraus in die restlichen Anwesenden strömt. Ein Erlebnis, wie man es so rasch nicht wieder hat. Gabriella erzählt uns später, daß Martha sie allein mit Blicken aus ihren Augen geführt hat.
