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Fusion-Feuilleton
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Samstagsbericht...

VON FUSIONEN, FURIEN UND FLUTTERS

2. NDTT 22.-24. Mai 2009
von Marcel Bieger, Fotos: Arno Werner und Günter Schultz

Letztes Jahr waren die Tribaltage noch ein Versuchsballon, wurden vom eigenen Erfolg überrascht und sind bei fast allen in bester Erinnerung behalten. Gründe genug für einen zweiten Durchlauf, und deswegen gab es auch dieses Jahr wieder Norddeutsche Tribal Tage, diesmal folgerichtig offiziell ausgewiesen mit dem Titel „Festival“. Man kam mit hohen Erwartungen, sind die reinen Tribal-Festivals hierzulande doch dünn gesät, und das traditionelle „Alles Tribal 5“ schwächelte 2009 spürbar. Man soll sich von dem Namen nicht irreführen lassen, „Norddeutsch“ schließt ganz Europa ein, und die rührige Veranstalterin Asmahan el Zein kann ja auch für sich in Anspruch nehmen, in ganz Europa (und darüber hinaus) gehört zu werden.   

Doch zurück auf den Boden Hannovers. Zuletzt noch in einem Zirkuszelt abgehalten fand die Veranstaltung nun im Saale statt, die Klimaverhältnisse im Mai ließen das ratsam erscheinen. Das atmosphärisch sehr schöne Zelt war für die gewachsene Zuschauerschaft leider zu klein geworden und die Klimaverhältnisse im Mai ließen es ebenfalls ratsam erscheinen, die vielen Basarstände auf der Außenfläche nicht dem Regen auszusetzen. Der Europasaal im „Haus der Jugend“ bot einen geräumigen ersten Stock mit Vorhalle, Haupthalle, ein paar Nebenräumen und Toiletten. Der umfangreiche Basar, verteilt im ganzen oberen Stockwerk und im Hauptsaal bot den Kaufwilligen, alles was das Tribalherz begehrt.

Wie schon im Vorjahr gab es am Freitag die Offene Bühne und am Samstag die Gala. Um es gleich vorweg zu sagen, es liegt sicher in der Natur des Tribal, daß die Qualitäts-Grenzen zwischen beiden Abenden oft fließend sind. Einige Künstlerinnen von der Offenen Bühne hätten durchaus ins Hauptprogramm gepaßt – und umgekehrt. Deswegen lohnt sich auch einschränkungslos der Besuch beider Shows.

Den Startschuß feuert der Tribe Akasha ab und kann sich gleich der allgemeinen Aufmerksamkeit sicher sein: Mit Ziegenhörnern auf dem Kopf  laufen sie auf wie die Bergvölker der Alpen beim Fasching und tanzten urigen Tribal. Im Mittelteil kommen ein paar Figuren aus dem Ballett hinzu, und zum Beweis dafür, daß zwischen den Eingeborenen gar nicht so große Unterschiede herrschen, stellt sich auch noch afrikanisches Stammestanz-Getrommel ein, bis alles wieder im Tribal endet. Noch ein paar kleine Unsicherheiten ausbügeln, und der Auftritt wäre perfekt.

Schon bei den 1. NDTT fiel ein starkes Fusion/Gothic-Element auf, es fehlt auch in diesem Jahr nicht: Lina Linada tanzt in einem weißen Kostüm mit Goldverzierungen Tribal indisch und Tribal Hip Hop, bleibt dabei aber meist auf der Stelle stehen. Etwas bessere Handarbeit und deutlich mehr Leidenschaft und Ausdruck seien ihr zu wünschen.

ATS Tribal improvisiert beschert uns nun der Tribe Arzesh, und obwohl das für die Mutter des Tribal eigentlich selbstverständlich sein sollte, bekommen wir das nur noch selten geboten. Die Mädels wechseln sich in der Führung ab, und alle kommen einmal dran. Ein paar Balkanelemente finden auch Eingang in ihren Tanz, aber insgesamt dürfte ein wenig mehr passieren (s. „Nea’s Tribal“).

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