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Fusion-Feuilleton
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Manis und Sophia Chariarse im Duo, das läßt auf Großes hoffen, und tatsächlich führen uns die beiden mit einer Selbstverständlichkeit in die Welt des chinesischen Tanzes, als hätten sie seit Jahren nichts anderes getan. Sie schreiten und trippeln in schwarzroten Kostümen nebeneinander her, lassen den Fächerschleier wallen, daß man sofort an Bäche in chinesischen Ziergärten (denen die paradoxerweise bei uns bekannteren japanischen nachempfunden sind) erinnert wird. Das Ganze geht recht flott über die Bühne, was wohl auch der Einbeziehung von Elementen aus dem Orientalischen Tanz zu verdanken ist.

Sophia Chariarse (www.sophia-chariarse.de) ist wenig später nochmals zu sehen, diesmal jedoch mit einer ganz anderen Darbietung. Sie entführt uns in die Swing-Revuen der 40er Jahre und zitiert Rita Hayworth, Ginger Rogers und all die anderen. Sie schmeißt die Beine hoch in die Luft, baut Can Can ein, tanzt den Charleston und swingt, daß man sich die Augen reibt. Das alles vollzieht sich auf der Grundlage des Tribal wie auch des Orientalischen (Trommelsolo)-Tanzes. Das ist so gut, daß man darüber leicht das Burlesque-Gedönse vergißt, an dem BDSS immer noch herumdoktert. Vor allem tanzt Sophia viel frischer.

Eine ungewohnte Fusion offenbart Manis etwas später mit ihrer häufigen Tanzpartnerin Gamila (www.yasalam.de). Die zwei Frauen tanzen Tango orientalisch. Mal bewegen sie sich wie im Orientalischen Tanz zu Bandoneon-Musik, mal die typischen Paarbewegungen des südamerikanischen Standards zu orientalischen Klängen. Die Wechsel gehen ineinander über, und man ist baff

erstaunt, daß dieser Fusion tatsächlich funktioniert, kannte man ihn doch bisher vornehmlich als Aufeinanderprall der beiden Geschlechter, deren Antagonismus erst durch diesen Tanz überwunden wird.