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Fusion-Feuilleton
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3. Orientale
aus der Reihe:

Neue Trends und Entwicklungen im Frühjahr 2009

- von Marcel Bieger
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Fotos: André Elbing (www.andre-elbing.de)

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Bietet die „Eröffnungs-Gala“ einen internationalen Einstieg in das Festival, so konzentriert sich „Oriental Lounge“ auf die nationale Szene. Für dieses Show-Konzept zeichnet Manis verantwortlich, die wert darauf legt, die gesamte Bandbreite wiederzugeben, und so nimmt der traditionelle Orientalische Tanz darin breiten Raum ein, in etwa die Hälfte. Doch wenn Manis etwas anpackt, kommt immer etwas anderes dabei heraus. Das im Verein mit der Regel des Tanzhauses NRW, Künstler stets mehrmals auftreten zu lassen, erklärt dann auch, warum die Schar der Künstlerinnen eher klein ausfällt. Erwarte also niemand eine Show mit Anspruch auf Vollständigkeit, dafür aber wirkliche Top-Tänzerinnen und dazu erstklassige Choreographien.

Oriental Louge

Die bereits vorher erwähnte Sophia Chariarse (www.sophia-chariarse.de)tanzt hier noch einmal ihr Varieté-Stück, ihre Fusion aus Swing-Musik und Orientalischem Tanz. Und auch die Verbindung von OT und chinesischem Tanz von ihr und Manis darf ein weiteres Mal bewundert werden (es tut gut, manche Stücke zum zweiten Mal zu sehen zu bekommen, weil sie einem, wie bei einem guten Film, beim neuerlichen Betrachten noch mehr Geschichte zu erzählen haben). Dazu führt sie uns aber auch noch ihre überarbeitete „Krähe“ vor, wo sie in düsterer Gewandung den gleichnamigen Vogel gibt, morgens von seinem Erwachen bis abends zum Darniederlegen, von der Geburt bis zum Dahinscheiden.

Mag das auf den ersten Blick wie Gothic anmuten, so tanzt Sophia doch nur mittelbar solchen, denn bis auf das Ausleben und Erzählen einer Geschichte gibt es bei ihr – noch – keine Übereinstimmung. Auch ist das Musikstück – „Rhythm of the Heart“ von Djinn – eher die Fusion-Interpretation eines Trommelsolos. Dennoch, ich habe die „Krähe“ nun zum dritten Mal gesehen, und jedes Mal erscheint sie mir vollkommener und noch reifer.