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Fusion-Feuilleton
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Zum ersten Mal auf dieser Bühne steht Henneth Annun
(www.henneth-annun.de), eine der großen jungen Talente des modernen Orientalischen Tanzes, die im vergangenen Jahr durchgestartet ist. Sie stellt mit zwei Stücken die Eckpfeiler ihrer Tanzkunst auf: Fusion/Weißer Gothic und Vintage Style.

„Cybershaman“ nennt sie ihr neues Stück aus dem ersten Bereich, und dieser Name drückt eigentlich schon alles aus: Wie ein Schamane auf Hip Hop verdreht sie ihren Körper und läßt dazu die Armschlangen wogen. Henneth gehört zu den ganz wenigen, die ihren Körper auf drei oder mehr Ebenen unabhängig voneinander arbeiten lassen können. An Dramatik in den Bewegungen kann ihr nicht einmal Ariellah noch viel vormachen, und wenn sie sich wie Phönix aus der Asche erhebt, glaubt man auch, die Sonne vor sich zu sehen.

Henneths Auseinandersetzung mit den frühen Tanzstilen aus dem ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts (ungefähr der Zeitraum des Stummfilms, oder auch „Mata Hari“ genannt) ist eine der intelligentesten, auch im internationalen Vergleich. Sie nennt ihren Stil „Vintage“, eine wesentlich angenehmer klingende Bezeichnung als „Retro“, obwohl beide das Gleiche meinen. So wie Henneth das mit orientalischen Rhythmen verbindet, können auch nicht viele US-amerikanische Künstlerinnen mithalten. Sie mengt auch Balkan-Töne hinzu und kann innerhalb einer Bewegungsfolge von Mata Hari zu Hip Hop umschwenken.