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Fusion-Feuilleton
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 „NORNEN WEBEN, WÖLFE HEULEN, SOMMER GEWITTERT“

Zur Mythischen Show „Tanz des Mondes III“, Köln, 30. April 2009

Nach der Eröffnungsnummer beginnt Seiya den Reigen der Darbietungen mit einem Tablett voller brennender Kerzen auf dem Kopf. Sie führt uns diesen traditionellen arabischen Tanz als Dschinna vor. Die eher germanische Einstimmung vorhin erfährt jetzt ihre erste Erweiterung auf einen weiteren Kulturkreis, und es soll nicht der letzte bleiben.

Vier Frauen betreten die Bühne, jede führt ein Seil mit und diese verweben sie im rhythmischen Schreiten. Von einem Moment auf den anderen fühlt man sich in einen Hexenkreis versetzt, dabei versteht das Quartett sich lediglich als Weberinnen. Aber solches Hand- werk verrichteten die germani- schen Nornen auch, und die weben am Schicksalsfaden der Menschen.

Vier Frauen tragen diese Show der ganz besonderen Art, federführend ist die weithin bekannte Apsara Habiba , die schon immer eine ganz besondere Vorliebe für die Sagen und Märchen dieser Welt pflegte. Deswegen ist kaum etwas in dieser Show zufällig so, wie wir es zu sehen bekommen, sondern mit Hintersinn und Vorsatz. Mitgebrachte mythologische Vorkenntnisse schaden durchaus nicht. Wer ihrer entbehrt, erlebt dennoch eine faszinierende Vorstellung, die ihn oder sie ja vielleicht sogar dazu anregt, sich einmal mit dem Sagengut auseinanderzusetzen – das lohnt allemal.

        Apsara zur Seite steht das nicht minder bekannte Duo Karma mit Xahira und Mephista, die im weiteren Verlauf mal gemeinsam und mal einzeln auftreten. Und last not least Seiya, ebenfalls keine Unbekannte und zusammen mit Apsara Erfinderin und verantwortliche für den „Tanz des Mondes“. Sie hat sich jedoch mehr dem traditionellen Orientalischen Tanz verschrieben. Und stellt damit eine wertvolle Ergänzung für das weitere Repertoire des Abends dar. Normalerweise stellt diese Zeitung Tribal, Fusion und Artverwandtes in den Vordergrund, aber weil hier selbst traditioneller Orientalischer Tanz im Fantasy-Gewand daherkommt (und das sich als ungemein interessante Verbindung entpuppt), kommen hier alle Beiträge zur Würdigung.

        Nicht daß die drei anderen nichts mit dem traditionellen OT im Sinn hätten, ganz im Gegenteil; doch lassen wir uns überraschen, was da kommt

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