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Fusion-Feuilleton
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Apsara Habiba erscheint uns nun in Gestalt der Hel, der germanischen Göttin der Unterwelt (das Pendant zu Walhalla), die den Beinamen „die Gräßliche“ trägt. Der Sage nach ist sie zur Hälfte fleischfarben und zur Hälfte blau, und diese beiden Farben beherrschen den visuellen Teil ihres Auftritts. Schwermetall-rockig geht es los, und dann schwingt Apsara ihre Sense (als Königin der Unterwelt ist sie auch Göttin des Todes) über die ersten Reihen des Publikums.

Wie stellt man auf orientalische Tanzweise am besten einen „Engel des Todes“ dar – natürlich mit einem Säbeltanz. Das hat sich jedenfalls Seiya gesagt und stellt das auch unter Beweis – mit schwarzen Flügeln, umgeben von rotglühenden Lichtern und den Tanz erweiternd um lockende Bewegungen an die armen Seelen.

Das nächste Kapitel trägt den Titel „Wolfsfrauen“, und die haben ziemliche Ähnlichkeit mit dem Duo KarMa. Zu Elektro-Rock erwachen sie aus dem Schlaf und springen und bewegen sich synchron, um den neuen Tag zu begrüßen. Unter dem Heulen des Rudels endet dieser Teil und findet seine Fortsetzung in einem verspielten Trommelsolo, der von Witz und Lebensfreude nur so sprüht (es scheint sich um junge Wolfsfrauen zu handeln). Sie tanzen jetzt nicht mehr Seite an Seite, sondern mal spiegelverkehrt synchron, mal ausgelassen im Hip Hop und mal wie Marionetten, so daß eine Art tänzerische Zwiesprache entsteht.

Schlangengleich folgt Mephista, und schon wird die Musik etwas gotischer. Bunt wie ein Pfau, den sie in dieser Abteilung verkörpert, dreht sie sich auf der Stelle. Efeu umkränzt ihr Haupt, und mit kleinen Schritten bewegt sie sich wie eine Verführerin auf das Publikum zu, scheu und doch wohlwissend, was sie tut. Im zweiten Teil dieser Szene erwartet uns dann ein Raks Sharki der gewohnt ungewöhnlichen Art. Dem folgt ein Trommelsolo zu Gothic-Klängen, zu denen sich Töne wie von einer Luftschutzsirene gesellen.
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