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Fusion-Feuilleton
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Höhepunkt und Abschluß dieser Aufführung bildet die Sinfonie „Jahreszeiten – Zeitenrad“. Seiya stimmt uns mit einem Gedicht auf das ein, was nun folgt, die vier Jahreszeiten nämlich, getanzt und interpretiert von den vier Akteurinnen des heutigen Abends. Der Bühneneingang ist nur eine schmale Pforte in einer Wand, und dahinter ziehen die vier Jahreszeiten wie Figuren eines Glockenspiels vorbei, drängeln und stoßen, und stets kommt eine heraus und kehrt am Schluß in den Reigen zurück.

Auf Sommer folgt Herbst, und den bedient Seiya. In einem erdig orangefarbenen Kleid beginnt sie ihrer Interpretation mit einem langsamen und melancholischen orientalischen Tanz, den sie im zweiten Teil mit einem Schleier ergänzt, mit welchem sie die Herbststürme wiedergibt, November und Vergehen in einem.

Den Abschluß bildet eine besondere Darbietung, wie man sie weder erwartet hat noch oft zu sehen bekommt: Das Quartett kniet sich hin und bearbeitet mit Trommelstöcken den Boden, ehe sie mitsamt Lichtern und Schwertern entschwinden. Dies bezeichnen sie als „Trommelfeuer“, um Mutter Erde zu ermuntern, nach langem Wintersdunkel das Licht wieder freizulassen.

Nach der Pause kommen die Gäste, Apsaras Tribal-Vorzeigetruppe Goondarani. Zu düsterer und wabernd mythischer Musik schreiten sie teils mit Lichtern, teils mit Lichtern, teils mit Schwertern. So machen sie ihrem Namen – „Kriegerinnen des Lichts“ – alle Ehre. Wer diese Gruppe schon einmal mit Schwert und Dolch gesehen hat, weiß daß er sich auf einen ungewöhnlichen Tanz freuen darf, voller Wucht und das Herz wie auch die Phantasie ansprechend. Getanzt wird vorwiegend Tribal, und wie es sich gehört, gibt Apsara auch die Führung ab.

Entgegen der in unserem Kulturkreis bekannten Ordnung beginnen die Frauen mit dem Sommer – und den hat sich Mephista vorgenommen. Fröhlich und unbeschwert tänzelt sie in einem grünen Gewand voller aufgestickter Blumen daher, doch während man sich noch mühsam an diesen unerwartet idyllischen Anblick gewöhnt, erfolgt schon die Wandlung: Zum ausgewachsenen Sommergewitter! Sie reißt sich den grünen Rock herunter und steht in ihrem braunen Fantasy-Gewand da. Sie rudert mit Armen und Beinen und dem ganzen Körper und passt sich dem Tempo des rockenden Schlagzeugs an. Das alles von einer Wildheit, die einen erahnen lässt, warum „furios“ und „Furie“ denselben Wortstamm haben.

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