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Fusion-Feuilleton

Und jetzt bitte anschnallen: Wer hätte je für möglich gehalten, daß Marilyn Monroe zu den Wegbereitern des Orientalischen Tanzes in der westlichen Welt gehört! Und daß sie eine Meisterin des Saidi war! Und daß sie das schon mit einem ihrer bekanntesten Stücke vorgeführt hat, „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“ nämlich! Und daß sie diesen Meilenstein in Gestalt von Rea pünktlich zum 56. Jahrestag der Filmaufführung (in dem dieser Titel zu hören ist) noch einmal unter Beweis stellt. Rea hat sich nicht nur das Video sehr genau angeschaut, sie weiß auch, wie und wo sie den Stock einsetzen und überhaupt noch die eine oder andere orientalische Zutat einfließen lassen muß. Hier ist etwas herangewachsen, das große Aufmerksamkeit verdient.

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Beim Duo Karma darf man immer wieder gespannt sein, was sie sich dieses Jahr wieder Neues haben einfallen lassen. Vorneweg möchte ich meiner tiefen Freude darüber Ausdruck verleihen, daß sie sich des Prodigy-Klassikers „Outer Space“ bedienen. Noch einmal, wie schon bei „Orient Desaster 4“ kommt hier das Thema Weltraum zur Geltung, und die beiden beweisen erneut, dass sie auch zu einem schwierigen Musikstück (Tempo- und Stilwechsel, vom Five Beat zum Drum’n’Bass und wieder zurück), ebenso originelle wie passende, ebenso synchrone wie akrobatische Bewegungen im Duo ersinnen und vorführen können. Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder zu Recht auf diesen Auftritt gefreut.

Noch einmal wird die Fantasy-Abteilung bedient, diesmal von Julischka & Dawn, und auch hier wieder setzt frau sich mit wilden Kerlen auseinander, den Piraten nämlich. Seemannstanz wie auf alten Dreimastern, mit Tribal-Elementen vermischt, eine fusionäre Mischung von hohem Unterhaltungswert. Das Duo Karma hatte es vor Zeiten auch schon einmal mit diesem Thema versucht, und das hat diese beiden hier sicher inspiriert. Recht so! 

Mephista versus zwei perkussive Stimmen und Tablas. Was sich wie Dada-Gesang auf zu schneller Spur anhört, gerade noch eingefangen von sich sputenden Handtrommeln, wird von der Tänzerin rhythmisch und spannend begleitet. In dieser höchst ungewöhnlichen Darbietung beweist Mephista ihre profunde Ausbildung auch im Jazz-Tanz. Und auch dann, wenn sie den Jazz-Rock-Gitarren nebst Skat-Gesang mit Orienttanz kontert. Daß George Benson, Snowball und dergleichen mal auf diese Weise verfremdet werden, haben sie sich sicher auch nicht träumen lassen.