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ALTES VERABSCHIEDEN
UND NEUES WILLKOMMEN HEISSEN
Auf dem 2. Oberrheinischen Tribal-Festival in Offenburg, Ende Oktober 2011, trat sie zum erstenmal in Deutschland auf, Aepril Schaile, bekannte Tribal Fusion Tänzerin aus den USA. Daß sie deutsche Vorfahren hat, war ein Grund für sie, in den Schwarzwald zu kommen. Sie hoffte, dort auch mit Mächten in Kontakt zu treten, mit denen nicht viele Menschen in Verbindung stehen. Sabine Dober war bei ihrem Halloween-Ritual dabei.
Homepage: www.aeprilschaile.com
Oberrheinisches Tribal Festival
Offenburg, 05. - 07. Oktober 2012:

www.tribal-festival.jimdo.com
Grafische Gestaltung & WebDesign: Konstanze Winkler
Halloween-Ritual
mit
Aepril Schaile

von Sabine Dober

Ein Tag nach dem 2.Oberrheinischen Tribal-Festival in Offenburg. Ein Tag vor Allerheiligen. Es heißt, der Schleier zwischen verstorbenen Seelen und uns Lebenden sei an diesem Tag lichter. Menschen, die nicht in erster Linie verstandesorientiert sind, können Kontakt mit ihren Ahnen und Ahninnen aufnehmen. Ich glaube, daß so etwas in Einzelfällen möglich ist.
Die Christen haben ihre eigenen Rituale, was diesen Tag betrifft. Diese sollen die Seelen anlocken und ihnen den Weg zu dem Ruheplatz des Körpers weisen, oder sie sollen die Seelen wärmen. An anderen Orten ist das Licht eine Schranke zwischen den Lebenden und den Toten, oder es vertreibt die bösen Geister. Wer sich nachts auf einen Grabhügel stellte, sollte alle, die nächstes Jahr starben, über die Gräber gehen sehen. Die Toten selbst benennen diejenigen, die im nächsten Jahr sterben, sagt Prof. Dr. theol. Manfred Becker-Huberti aus Köln.

Ein paar Freunde, untereinander noch unbekannt, und ich haben uns verabredet, an diesem mysteriösen Tag eine alte Zeremonie zu begehen. Nachts, draußen in der Natur. Wir begrüßen uns und vor allem Aepril Schaile, die eine weite Reise hinter sich hat. Der goldensilberne Mond begrüßt uns. Er beleuchtet ein paar Schleierwolken und uns den Weg an einen ruhigen Platz am Feuer.

Stille …

… außer dem leichten Wind, der um die Blätter der Bäume streicht, und den Nachtjägern aus dem Tierreich.

Aepril fängt an, uns das Ritual zu erklären. Und ich bin ergriffen, mit welcher Sicherheit sie das tut. Ihre ganze Erscheinung finde ich höchst beeindruckend. Gespannt lausche ich den Worten und Gesten. „Eine tolle Hexe“, sagt irgendwas in mir.

Das Ritual beginnt.Aepril läuft um die Gruppe und schließt den Kreis mit beiden Händen. Sie ruft nach Norden und lädt Göttinnen mit außergewöhnlichen Namen ein, mit und bei uns zu sein.

Im dem Moment in dem sie das tut überrieselt mich eine Gänsehaut, die sich wie eine Schlange um meinen Körper kringelt. Ein angenehmer Schauer, der Geborgenheit spendet.

Ich halte den Atem an …

Wir bitten die Göttinnen, uns zu unterstützen in unseren jeweiligen Anliegen. Altes zu verabschieden und Neues willkommen zu heißen. Die Himmelrichtungen wollen willkommen geheißen werden und mit ihnen alle Elemente und was wir damit verbinden. Vier von uns stehen für je eine Himmelsrichtung.

Ich begrüße die Himmelsrichtung des Ostens, welche für Luft steht und mit ihr die Leichtigkeit und den fließenden Atem. Wir rufen gemeinsam in die Nacht hinaus zu den dunklen im Mondschein schimmernden Bergen:

Hello and Welcome!

Wir drehen uns zum Feuer und entzünden unsere weißen Kerzen, die wir fest in den Händen halten. Fast fühle ich mich selbst wie eine Hexe. In Gedanken oder laut sagen wir, jede Einzelne im Zwiegespräch mit dem Feuer, was wir verabschieden wollen und natürlich, was uns persönlich am Herzen liegt für die kommende Zeit.

Ums Feuer tanzen? Jetzt? Ich auch? Und schon bin ich mittendrin und sehe mich fröhlich singend und stampfend zwischen anderen Hexen und einem Hexer ums Feuer tanzen.

Puh, nach dem feurigen Hexentanz setzen wir uns und genießen endlich den mitgebrachten Rotwein mit frischem Brot. Wir reden, erzählen und singen. Unsere Wünsche werden damit bekräftigt, da bin ich mir ganz sicher! Welch wunderbar bunte Erfahrung in meinem eher bescheidenen Jahr 2011. Ich seufze.

Es ist spät geworden.

Und wie der Energiekreis zuvor geschlossen wurde, so öffnet ihn Aepril indem sie noch einmal um uns herum läuft und ihn mit beiden Händen freigibt. Wir verabschieden laut die Göttinnen und wieder staune ich, als sich die Gänsehaut erneut ihren Weg um meinen Körper bahnt.

Danke Aepril und Claudia und allen, die dabei waren. Es war etwas Besonderes. Ich werde mich noch lange daran erinnern, denn es hatte etwas Magisches. Gute Reise uns allen und besonders Aepril Schaile!

Aepril Schaile kommt im Herbst 2012 wieder in den Schwarzwald – zum 3. Oberrheinischen Tribal-Festival
Photos © Konstanze Winkler