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Mülheim an der Ruhr hat über hundertfünfzigtausend Einwohner und wird – mehr oder weniger – eingerahmt von Oberhausen (im Norden), Essen (0sten), Düsseldorf (Süden) und Duisburg (Westen). Das schreit natürlich danach, sich bemerkbar zu machen, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dies geschieht, um nur eines, aber für uns wesentliches Beispiel zu nennen, durch eine vorzüglich geführte Tanzschule, die von Mona Okon nämlich. Einmal im Jahr führt sie einen eigenen Show-Tag durch (dieses Mal in der hypermodernen RWE-Sporthalle), und da geht es dann richtig gut ab. Nicht nur Talente aus Monas Studio treten auf, sondern auch Künstler und Künstlerinnen aus den benachbarten Orten und vom ganzen Niederrhein. Siehe oben, Mülheim a. d. R. (es gibt mehrere Mülheime) liegt im Herzen eines Ballungsraumes.
LEBENSFREUDE PUR! -
Der Showbericht zur ALEGRIA-GALA
Mülheim an der Ruhr, 9. Mai 2015

von Marcel Bieger
Im vergangenen Jahr durfte „Hagalla“ auch in Mülheim an der Ruhr dabei sein, und um es gleich vorweg zu sagen, wir haben die Veranstaltung sehr genossen. Von der „Offenen Bühne“, hier „Rahmenprogramm“ genannt, haben wir leider viel zu wenig mitbekommen (das lag ausschließlich an uns), aber so viel Gutes darüber gehört, daß wir uns beim nächsten Mal, insofern wir Gelegenheit dazu erhalten, dieser viel mehr Aufmerksamkeit widmen wollen.

Aber am Abend findet die große Gala statt, unter dem Titel „Alegria“ (so heißt auf Spanisch die „Freude“, aber auch ein Flamenco-Tanz), und das Ganze als Premiere, denn schließlich feiert Mona Okon 20-jähriges Bestehen. Pünktlich um 19 Uhr beschreitet Mona mit dreien ihrer Mitstreiterinnen aus der ersten Stunde (1995) zu den Klängen von „Egyptian Drums“ die Bühne, und alle vier erinnern in kurzen Ansprachen an die damalige Zeit und was aus den Anfängen geworden ist. Auch Samir Shokry aus Ägypten zeigt sich mit seiner Tabla und lobt seine Schülerin Mona.

Die Veranstalterin eröffnet nun den Tanzteil mit einem Auftritt ihres Ensembles Al Hilal, dem sich auch die Pionierinnen anschließen. Isis-Flügel und Tücher vereinen sich zu einem phantastischen Großbild, das sich dann in mehrere Kleingruppen auflöst. Eine sehr kurzweilige Choreographie. – Als nächstes erleben wir Anujum, neun junge Damen mit einer Tüchertanz-Fantasy und leichten spanischen Beiklängen. Ein hübscher Beitrag, der, wie so vieles bei diesem Jubiläums-Fest einfach nur gefallen will.

Es wird lateinamerikanisch: Alles beginnt mit einer Italo-Western-Trompete, und dann führen Alf Leila wa Leila und Mona einen Rumba Oriental vor, der es in sich hat und in ein ebenso fetziges Trommelsolo übergeht. – Zigeunerisch kommen uns Warda und wissen dazu auch das Tamburin zu schlagen. Ein Beitrag voller Lebensfreude.

Ägypten im Nebel, das sieht man auch nicht alle Tage, doch dann tauchen daraus die zehn Tänzerinnen von Al Sharouq mit der flotten modernen Interpretation eines ägyptischen Klassikers auf. – Auch bei dem ein Dutzend starken Ensemble Sahara geht es um Ägypten, und wir erfreuen uns an einem klassischen ägyptischen Tanz.

Das Duo Amidala zeigt uns einen sehr modernen Trend, den Bauchtanz-Fusion; warum soll der OT sich nicht auch anderen Stilrichtungen öffnen, der Tribal hat es mit dem Tribal Fusion ja erfolgreich vorgemacht. – OT-Fusion ist auch das Thema von Samar & Nour el Amar, die mit ihrem klassischen ägyptischen Tanz ebenfalls ganz neue Wege gehen, und das mit 19 Frauen auf der Bühne!

Natürlich ist trotz aller Experimente und Modernisierungen der ägyptische Bauchtanz immer noch die Säule, auf der alles im OT steht. Mona & Trommler Samir Shokry führen mit einer klassischen Tanz-Routine vor, warum das so ist. – Mit Isis-Flügeln, Fächerschleiern und zu dramatischer Filmmusik erzählen uns Karima, Myriam & Amoura eine mystische, märchenhafte und natürlich romantische Geschichte.

Die 14 Damen von Nalani zeigen uns jetzt in Dreiecks-Formationen, womit man OT alles kombinieren kann: Es beginnt mit einer Prise Salsa, dann kommen zwei gehäufte Esslöffel Hip Hop hinzu, und das alles im Ensemble. – Und nun eine kleine männliche Note, in diesem ansonsten stark weiblich geprägten Programm: Pierre Moussa, ebenso bekannter Tänzer wie Schneider aus dem Libanon, tanzt uns einen libanesischen Pop-Song, in dem der von ihm so sehr geliebte Dabke nicht fehlen darf.

Großes „Zimbel-Kino“ mit der Projektgruppe Chicco & Mona, da steckt alles drin: Vom Mittelalter-Reigen bis zum Pophits-Mix; dazu dann große und sehr große Tanz-Formationen!

Den zweiten Teil eröffnen Warda, wiederum mit einem Volkstanz, diesmal einem aus Nubien. Sie wissen dem traditionellen Stil durchaus moderne Seiten abzugewinnen. – Und was hatten wir an diesem Abend noch gar nicht? Richtig, den Tribal. Der Tribe Ananadi führt zu einer Choreo von Nicole (Shir O Shakar, die wir später auch noch sehen werden) im Oktett einen Tango Fusion auf: nicht nur die Lehrerin, auch die Schülerinnen sind zu loben.

Ebenfalls noch nicht dabei an diesem Abend, der Bollywood. Das holt die Gruppe Mojgan nach, und fröhlich geht es zur Sache. – Nour el Amar mögen es romantisch, zu zwölft lassen sie die Fächerschleier wehen, daß es einem ganz warm ums Herz wird.

Säbeltanz zur Musik von Paul Dinlettir, das erwartet uns jetzt bei Alf Leila wa Leila, bevor der in einen beschwingten Pop-OT (natürlich ohne Klingen) mit anschließendem Trommelsolo übergeht. – Mona selbst entzückt uns nun wieder, dieses Mal mit einem sehr leidenschaftlichen arabischen Liebeslied.

Als hierzulande noch kein Mensch an Bauchtanz gedacht hat: Ala Nar führen Bauchtanz der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stimmungsgerecht vor (natürlich mit in entsprechenden Kostümen). – Die neun Damen von Samar tragen die Isis-Flügel wie einen Umhang und tanzen verschiedene Formationen zu mehreren kleinen Gruppen, allerliebst die Trippelschritte.

Geheimnisvoll und romantisch erscheinen uns jetzt Al Hilal & Mona zu einem Fantasy-Schreittanz. Daraus erwächst ein Trommelsolo mit Flamenco-Untertönen. – Noch einmal der Mann, aber jetzt in Begleitung: Pierre Moussa hat seine Gruppe mitgebracht, und für uns gibt es eine flotte und fröhliche Dabke.

Shir o Shakar, Pionierinnen des Tribal und Tribal Fusion in Deutschland, beweisen uns mit einer Tribal Fusion Charleston- und Swing-Nummer, daß sie es immer noch drauf haben, und wie. – Mojgan stammt nicht nur aus Persien, sie zeigt auch gern Tänze ihrer Heimat, seien es traditionelle oder, wie hier, moderne.

Zum Schluß Tanztheater: die Projektgruppe Arab und Sahara & Mona tun sich zusammen, um mit Schleiern, Säbeln und (später) Fächerschleiern zu opernartigen Klängen mit Waldhorn, Pauke, Geigen und dramatischen Chören eine Geschichte zu erzählen. – Und zum Finale kommen alle, die uns heute so gut unterhalten und erfreut haben, noch einmal auf die Bühne, und uns erwartet ein riesiges Trommelsolo.

1001 Nacht - Tanz ist Leben

Wer Mona Okon, ihre Ensembles und Gäste auch einmal live erleben möchte, hat am 23. April 2016 die Gelegenheit dazu. Unter dem Motto „1001 Nacht – Tanz ist Leben“ findet wieder ein ganzer Show-Tag mit abendlicher Gala-Show in der RWE-Halle in Mülheim an der Ruhr statt.

Kartenvorverkauf und weitere Infos unter:

www.mona-okon.de
und überall auf tänzerische Darbietungen stoßen kann, die zeigen, wie bunt, vielfältig, modern und gleichzeitig traditionsbewußt der OT und mit ihm der Tribal in Deutschland blühen und gedeihen.
Wir haben einen schönen Abend erlebt und uns aufs Beste unterhalten lassen. Was für ein beruhigendes Gefühl, daß man bei uns immer