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Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
Ende Januar 2015, draußen ist es mörderisch kalt, und drinnen (im großen Raum eines Fitneß-Zentrums in Köln-Ehrenfeld) kämpft die Heizung vergeblich gegen die hohe Decke an. Keiner von den Zuschauern legt den Mantel ab, aber dann heizen die Darbietungen uns ordentlich ein, und es wird dennoch ein schöner Abend.

Apsara Habiba hat eingeladen zur Hafla mit Anasma und deren neuer Duo-Partnerin Linda Faoro. Ein Intensiv-Wochenende zur Vorbereitung eines neuen Projekts liegt hinter ihnen, und das wollen sie jetzt mit Gästen und Freunden feiern. Ein löbliches Vorhaben, und als Anasma & Linda die Show eröffnen, merken wir bald alle, wie klug es war, den Abend nicht zuhause verbracht zu haben: Anasma turnt am Boden, während Linda stehend Figuren vorführt, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Beide nähern sich schließlich rutschend und kniend einander. Sie erheben sich, tanzen versetzt und spiegelverkehrt synchron, kehren zwischendurch auf ihre Ausgangspositionen zurück und fangen wieder von vorn an. Das Ganze ist eine ungemein grazil-energetische, ausdrucksstark-elegante Darbietung, die wir so oder so ähnlich schon einmal früher von Anasma im Solo gesehen haben – und was für eine Schatztruhe neuer Ausdrucks-Möglichkeiten öffnet sich für diese Nummer im Duo. Bravo!
Apsara Habiba ist schon länger eine feste Größe im Orientalischen Tanz und im Tribal, nicht nur in ihrer Heimatstadt Köln, sondern im ganzen Land (sie ist in diesem Jahr auch wieder auf dem Tribal Festival in Hannover zu sehen). Mit soviel Erfahrung entwickelt man einen Kennerblick, und dem ist es sicher zu verdanken, daß sie und die multinationale Künstlerin Anasma sich gefunden haben. Nicht zum ersten Mal starten sie gemeinsam ein Projekt, und zum neuesten „Streich“ geht es hier …
Nourani Gamal fühlt sich seit jeher dem Gothic verpflichtet (neben anderem) und erzählt uns heute die Geschichte von der Meer-Jungfrau, die den Wassergott um Verzeihung bittet. - Karanfilia beschert uns ein improvisiertes Tribal Fusion-Stück mit langsamer, getragener Atmosphäre; ein wenig mehr Tempo würde dem Vortrag gut tun.

Die Fächerschleier wedelt Shalimar Sharif und gibt mit ihnen die böse Fee, ein weiterer Gothic-Beitrag und durchaus passend zu dieser Jahreszeit.

Die Meisterin Apsara Habiba selbst gibt nun sich und uns die Ehre mit ihrer Interpretation des Unter-Genres Steampunk. Ein bißchen „Airship Pirate“ à la Tempest, eine Portion „Violet Tribe“ und viel Apsara unter Einschluß von Hip Hop.

Kathrin & Diana zeigen, daß sie vom Ballett kommen und mischen ihren Tribal Fusion mit Modern. Eine sehr originelle Nummer, und wir hoffen, diese beiden, die wir heute zum ersten Mal erlebt haben, bald wiederzusehen.

Etwas ganz Originelles hat sich Sandra ausgedacht: indische Tanzbewegungen zu Heavy Metal-/Gothic Musik. Wir verfolgen gebannt, wie viele Möglichkeiten in einer solchen Kombination stecken.

Viel zu selten betritt Jasmin Dohr unsere Bühnen, dabei hat sie doch eine Menge tänzerische Erfahrung und pfiffige Ideen zu bieten; heute zu einer Reggaeton-Musik, die nur sie so agil und lebensfroh vermitteln kann.
Am Ende dann Apsaras Tribal-Ensemble „BellaDonna“: Das Sextett beginnt mit einem Tango Fusion, und der geht dann in das berühmte Trommelsolo der Gruppe Djinn über.

Apsara hatte 2013 schon einmal mit Anasma ein Projekt gestartet und dies „Love Army“ genannt. Sie trat gemeinsam mit den Ihren und der internationalen Künstlerin im Rahmen ihrer „1984“-Show auf, die 2013 dem Düsseldorfer Tanzhaus einen ganzen „Orientale“-Abend wert war. Wir dürfen gespannt sein, was sich weiter tut.

Auf jeden Fall sind alle, die darauf neugierig sind, herzlichst aufgerufen, sich mit eigenen Augen einen Eindruck zu verschaffen, wenn nämlich Apsara Habiba
am 25. April ins Kölner Zirkuszelt ZAK zu
„Just Dance V – Das Theater des Lebens“
einlädt.

Weitere Informationen auf:
http://www.apsarahabiba.de
Photos © Konstanze Winkler
Linda Faoro und Anasma
Ensemble BellaDonna
Jasmin Dohr
Sandra
Kathrin & Diana
Apsara Habiba
Shalimar Sherif
Nourani Gamal
Karanfilia
APSARA, ANASMA und die "Gates to Fusion" Hafla
24. Januar 2015 in Köln

von Marcel Bieger