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Seht ihr euch als Vertreter der ungarischen Bauchtanz- oder Tribal-Szene?

Unbedingt, wir können mit Fug und Recht von uns behaupten, zur ungarischen Tribal-Szene zu gehören. In Tribal-Kreisen kennt man unseren Namen. Aber wenn man nicht ständig auf der Bühne steht, ist es damit bald wieder vorbei. In Ungarn fängt die Bauchtanz-Szene gerade erst an zu gedeihen. Bis vor einigen Jahren gab es regelmäßig jedes Jahr eine Tribal-Gala, auf der sich alle möglichen ungarischen Gruppen getroffen haben. Aber 2008 hat der Veranstalter statt der Gala einen Wettbewer durchgeführt. Dort sind natürlich auch alle Tribal-Tänzerinnen zusammengekommen, aber es gab keine weitere große Veranstaltung bis zum Contest im folgenden Jahr. Seit letztem Jahr ist es besser geworden, jetzt veranstalten Tribal-Tänzerinnen alle zwei Monate eine Hafla. Gelegentlich kommt auch ein ausländischer Künstler hinzu und gibt Workshops und tritt abends auf. Dort geht es immer fröhlich und freundlich zu. Wir gehen gern dorthin, wann immer wir können. Letztes Jahr haben wir so zum Beispiel Eliran und Manca Pavli kennengelernt. Die haben wir jetzt in Hannover wiedergetroffen und uns gleich wieder mit ihnen gut verstanden. Solche Haflas sind eine hervorragende Gelegenheit, neue Tänzerinnen kennenzulernen.

Ich habe bislang nur von der Tribal-Szene gesprochen, weil die Tribal- und die Raks-Sharki-Gemeinden stark voneinander getrennt sind. Auf Tribal-Veranstaltungen treten nur sehr wenige Raks-Sharki-Künstlerinnen auf. Und umgekehrt gibt es auf Raks-Sharki-Shows in der Regel überhaupt keinen Tribal. Den Grund dafür kennen wir nicht. Das zeigt zum Beispiel auch der Umstand, daß wir noch nie auf einer Nicht-Tribal-Veranstaltung aufgetreten sind, abgesehen von dem Bauchtanz-Festival in unserer Stadt.

Die Raks-Sharki-Frauen sagen, daß wir (die Tribal-Frauen) bessere Verbindungen untereinander hätten. Sie selbst sind untereinander nicht so vernetzt. Das liegt vermutlich daran, daß Tribal eine Gruppenangelegenheit ist, während die Raks-Sharki-Künstlerinnen im allgemeinen solo auftreten. Wir halten diese Trennung für etwas Schlechtes, beide Seiten könnten doch so viel voneinander profitieren.

Wie hat euch euer Hannover-Abenteuer gefallen?

Ganz ehrlich, es war super! Die Stadt ist unglaublich schön, und man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Am Freitag haben wir eine Besichtigungs-Tour unternommen, und wir haben uns gesagt, wenn es hier nicht immer so viel regnen würde und es nicht so windig wäre, könnten wir hier auch leben. Nein, war nur ein Spaß, die Stadt hat uns wirklich beeindruckt.

Das Festival war ebenfalls ein Erlebnis für uns, vor allem die präzise Organisation hat uns beeindruckt. Und es war sehr interessant, deutschen Tänzerinnen zuzusehen. Obwohl sie den gleichen Stil tanzen, bewegen sie sich doch alle unterschiedlich. Und erst die Kostüme! Eine Gruppe ist sogar mit Elfenohren aufgetreten, richtig niedlich. Alle haben uns sehr freundlich und offen behandelt. Und natürlich war es toll, all die internationalen Stars zu sehen.

Und erst der Basar … Als wir am Montag nach Ungarn zurückgeflogen sind haben wir uns richtig gut gefühlt und uns gesagt, in Hannover hätten wir es auch noch ein paar Tage länger aushalten können.
Wart ihr als Gruppe schon in anderen Ländern?

Nein, leider noch nicht. Wir hatten mal überlegt, zum Festival nach Split zu reisen, haben uns dann aber doch dagegen entschieden. Vielleicht ein anderes Mal. Ins Ausland zu reisen ist nicht ganz einfach für uns, wir haben Familie und Beruf, und die Reisekosten sind schließlich auch nicht von Pappe. Aber wenn wir eine Einladung erhalten – wie die von Ariane (Tribal Festival Orga) -, dann kommen wir natürlich gern.

Wann werden wir euch wiedersehen?

Das Tribal Festival war unser erster Auftritt im Ausland, und es hat uns ausgezeichnet gefallen. Als Gruppe waren wir noch nie in Deutschland (nur Kitti war schon einmal hier, weil sie hier Familie hat). Hannover ist eine schöne und ruhige Stadt. Uns haben die U-Bahn und die Altstadt gut gefallen. Im März kommen wir wieder nach Hannover, weil wir auf der „World of Orient“ auftreten. Wir haben schon mit den Vorbereitungen begonnen, denn darauf freuen wir uns schon sehr.

Bis dahin haben wir hier in Ungarn noch eine ganze Reihe von Auftritten. Im Juli und August tanzen wir auf Sommer-Festivals, und im September treten wir auf einer „akkustischen“ Hafla auf. Und im November tanzen wir auf eine großen Show, auf der auch Samantha Emanuel ihr Können zeigt. Ihr seht, wir haben alle Hände voll zu tun.
Homepage Berill Tribal Bellydance: www.hastanc.co.cc
Fotos © Konstanze Winkler
Seitengestaltung: Konstanze Winkler
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"TRIBAL IST  EINE GRUPPENANGELEGENEIT"
Interview mit der ungarischen
Berill Tribal Bellydance Group
von Marcel Bieger (auch Übersetzung)