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Da taucht also eine Tänzerin aus dem südostasiatischen Stadtstaat Singapur (zwischen Malaysien und Indonesien gelegen) bei Leyla Jouvanas und Rolands Orientalischem Festival Europas* auf und gewinnt auf Anhieb beim Wettbewerb „Bellydancer of the World“ den 2. Platz in der Königinnen-Kategorie “Raks Sharki” und den 3. Platz in der Abteilung “Bollywood.
"WIR HABEN NOCH EINEN
LANGEN WEG VOR UNS"

Interview mit Crystina Wang

- von Marcel Bieger (auch Übersetzung)

Wir hatten nie zuvor von ihr gehört (oder einer anderen Tänzerin aus Singapur) und wollten natürlich mehr von ihr wissen. Hier unser Interview mit Crystina Wang. Wir hoffen sehr, sie in diesem Jahr bei Leyla und Roland wiederzusehen!
Ist es für eine junge Frau in Singapur selbstverständlich, Bauchtänzerin zu werden? Dir müssen doch auch andere Stile offengestanden haben, und du hast ja immerhin traditionellen chinesischen Tanz und Ballett studiert. Wie bist du an den Bauchtanz geraten, und warum bist du nicht mehr von ihm losgekommen?

Der Bauchtanz ist in Singapur immer noch etwas Neues und hat sich noch nicht so recht etabliert. Die jungen Leute wenden sich lieber Hip Hop, Jazz, Latin und Salsa zu. Aber weil der Bauchtanz ein besonders weiblicher Tanz ist und auch der weiblichen Gesundheit dient, wenden sich immer mehr Frauen dem orientalischen Tanz zu.

Meine orientalischen Freunde in China haben mich auf den Bauchtanz aufmerksam gemacht, und ich war sofort begeistert von seiner Schönheit und seinen Möglichkeiten, die innersten Gefühle auszudrücken. Gar nicht erst zu reden davon, wie sehr er sich von allen anderen Tänzen unterscheidet und wieviel Freude er macht.
Was gefällt dir vor allem am Bauchtanz und welche Sparten liebst du besonders?

Mir gefällt am meisten am Bauchtanz, daß er die Gefühle der Tänzer zur Musik und zur Kunst so gut zum Ausdruck bringt. Mit seiner Technik, seinen Möglichkeiten und seinem Vermögen, die innersten Gefühle nach außen zu bringen, verwandelt er Tänzer in Künstler, denn sie vermitteln dem Publikum die Schönheit dessen, was sie tun.

Mein Favorit unter den Orientalischen Stilen ist der ägyptische Raks Sharki, weil er noch stärker mit den innersten Gefühlen arbeitet, sich noch intensiver an der Musik orientiert, aber sich nicht von ihr abhängig macht, sondern genau das richtige Maß für den Bauchtanz findet.
Wie würdest du den ganz spezifischen Crystina-Wang-Stil beschreiben?

Mein persönlicher Tanzstil ist sehr weiblich und anmutig, aber auch energiegeladen. Wenn ich tanze, bewege ich mich viel damenhafter und eleganter. Ich hoffe, das Publikum spürt während meiner Darbietung die Schönheit des Tanzes. Aber ich tanze auch gern Bollywood, weil ich mich da viel lebendiger und fröhlicher bewegen und meine Mimik einsetzen kann. Ich möchte, daß das Publikum durch mich die Fröhlichkeit spürt und auch die Geschichte versteht, die ich erzähle; denn ich tanze eigentlich nie nur irgendwelche Bewegungsmuster, sondern will immer auch eine Geschichte erzählen.
Wie bist du auch für Bollywood zur Spezialistin geworden? Es ist ja nicht gerade selbstverständlich, daß OT-Tänzerinnen auch im Bollywood zuhause sind. Kennst du dich auch mit den traditionellen indischen Tänzen aus?

Ach, ich liebe Bollywood ganz einfach. Wenn ich dem Raks Sharki bescheinige, die innersten Gefühle nach außen zu holen, dann zeigt der Bollywood die fröhliche, die offene Seite der Tänzerin.

Ich habe einige Jahre lang sowohl klassischen indischen Tanz als auch Bollywood gelernt. 2013 bin ich eingeladen worden, die Wettbewerberinnen für die Wahl zur „Miss Singapore Indian“ zu trainieren und ihnen eine Choreographie zu schreiben. 2014 habe ich dann eine eigene Bollywood-Show im indischen Fernsehen Singapurs bekommen.
Erzähl uns bitte noch ein bißchen mehr darüber, wie der Bauchtanz in Singapur und überhaupt in Südost-Asien aufgenommen wird. 

Im Vergleich zu Europa, ist der Bauchtanz in Singapur noch sehr jung, genau wie meine Tanzgruppe, „Desert Roses Bellydance Singapore“. Sie ist erst fünf Jahre alt, und wie haben noch einen weiten Weg vor uns, ganz nach oben zu kommen.
Werden wir dich nach deinem wunderbaren Auftritt in Deutschland im letzten Dezember auf Leyla Jouvanas und Rolands Orientalischem Festival Europas 2014 wieder in Duisburg sehen, und was hast du für weitere Pläne?

Ja, ja, wie gern würde ich wieder nach Deutschland kommen und so viel wie möglich von den Spitzenkönnern der Welt lernen. Und was meine sonstigen Pläne betrifft, so möchte ich weiterhin Orientalischen Tanz und Bollywood unterrichten, hart an meiner (Fernseh-)Show arbeiten, unsere Tanztruppe immer besser machen und noch mehr von der Welt kennenlernen, um meinen eigenen Stil zu verbessern und auch international eine Chance zu bekommen.

Danke, daß ihr dieses Interview mit mir geführt habt.

Die Siegerinnen von Leyla Jouvanas Contest zum "Bellydancer of the World 2013"
v.l.n.r.: 1. Platz: Jennifer Ordonez (USA) und Romy Mimus (D), 2. Platz: Crystina Wang (SGP) und Gyongyi (H),
3. Platz: Chloé Schwartz (F) und Martina Tellini (I), 4. Platz: Lea Grujic (SLO), 5. Platz: Yaelle Zamani (F)
Homepage: www.mildlily.com/crystina.html
Crystina Wang bei facebook: www.facebook.com/crystina.wang
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Photos © Konstanze Winkler
* Leyla Jouvana und Rolands 22. Orientalisches Tanzfestival Europas, 21. Nov . - 1. Dez. 2014 in Duisburg, www.leyla-jouvana.de