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Gabriella:

WAS IST NOCH ATS UND WAS NICHT?

Carolena Nericcio hat eine, in meinen Augen, lange überfällige Stellungnahme zu dieser Frage abgegeben. Schon vorher wurde von ihr angekündigt, daß sich am 16. September 2010 für immer das Gesicht des ATS ändern würde, und alle warteten gespannt, was nun folgen  würde.

Als sie ihre Erklärung dann veröffentlicht hat, kamen viele Reaktionen. Einige waren überrascht, andere nicht, einige konnten es gut verstehen, wieder andere waren geschockt, und so wurde in diversen Netzwerken ordentlich diskutiert.

Der Tribal D.A.CH. Verein reagierte schnell und hat mit Carolenas Erlaubnis dieses „statement“ übersetzt auf seine Homepage gestellt, damit alle lesen können, was die Gründerin des American Tribal Style zu sagen hat.

Ich selbst arbeite seit 2003 mit Dozentinnen von Fat Chance Belly Dance zusammen, ich habe Carolena kennengelernt, und ich habe über elf Jahre die Entwicklung des Tribal Style Belly Dance sowohl in den USA als auch in Deutschland beobachtet. Und es war höchste Zeit für ein paar deutliche Sätze. Carolenas Worte zeigen, wie verletzt sie über einige Vorgehensweisen ehemaliger Schülerinnen ist. Sie erzählt offen, was sie bewegt, und lädt alle ein, sie auch daran teilhaben zu lassen, wie Stämme, jeder für sich, den ATS umsetzen und verändern. Wohlgemerkt, es geht um ATS nach FCBD, nicht um Selbsterlerntes nach DVDs o. ä. Carolena legt Wert darauf, daß es um den Unterricht geht, der kontrolliert und korrigiert wird. Sie sagt, wie wichtig eben die richtige Haltung ist, daß damit ein Muskelgedächtnis einhergeht, welches es uns ermöglicht, fließend überall auf der Welt mit den gleichen Bewegungen harmonisch miteinander zu tanzen. Sie definiert nun auch klar, daß sie die Basis als Old School verstanden haben möchte, sie führt auch klar auf, welchen Bewegungen darunter verstanden werden. Alles, was darüber hinausgeht, wird von nun an als ATS New Style bezeichnet, und hier sieht sie auch den Raum für große Veränderungen, die sich überall aufzeigen. Alles ist lebendig und im Fluß.
"Gabriella" und Carolena Nericcio
Carolena ermuntert und ermahnt gleichzeitig. Jede Tänzerin kann ihre eigenen Wege gehen, ihren eigenen Dialekt finden und so weiter, kann dann aber eben nicht mehr fließend mit anderen ATS tanzen. Man kann miteinander tanzen, sich unter Umständen auch absprechen, aber das wird nicht im gleichen harmonischen Fluß der Bewegungen möglich sein. Genau das gibt sie zu bedenken, nicht mehr und nicht weniger.

Carolena arbeitet weiter, und der Kern der Bewegungen wird Old School bleiben, und auch an der Haltung wird sich nichts ändern. Denn alle sollen Freude am Tanz haben.

Einen Satz von Carolena möchte ich hier aufgreifen, um etwas aufzuzeigen, was auch mir sehr am Herzen liegt. Sie sagt, alle Cues müssen kurz und logisch sein, je mehr Regeln vorhanden sind, desto weniger gelungen wird die Bewegung ausfallen.

Gabriella und ihr Stamm "Neas Tribal"
Nun, wenn ich mich in Deutschland umsehe, dann haben einige diese Forderung klar als das erkannt, was sie ist … eine Richtlinie und eine Möglichkeit zur eigenständigen Weiterentwicklung auf einer festgelegten Basis. Aber etliche Tänzerinnen ignorieren all das. Gerade hier in Deutschland finden sich viele riesengroße Bewegungen, langatmige Cues etc. Sie  stellen das absolute Gegenteil dessen dar, was den Ursprung des ATS, des Tribal an sich ausmacht. Und da einfach zu sagen, wir wollen aber nur unseren Dialekt sprechen, weil es uns gefällt, läßt das Ergebnis nicht unbedingt schöner aussehen. Denn es geht am Kerngedanken des Tribal und im besonderen des ATS vorbei. Warum tun sich so viele so schwer damit, eine stabile Tanz-Basis zu erlernen?

Weil das zu schwer ist? Weil es zu aufwendig ist? Es kann nicht daran liegen, daß kein korrektes ATS nach FCBD in Deutschland unterrichtet wird. Denn mittlerweile gibt es einige Lehrerinnen, denen genau das am Herzen liegt. Und da geht es nicht darum, daß alle nur noch strikt als FCBD-Kopien herumlaufen, nein, es geht darum, daß wir gemeinsam, alle zusammen EINE Basis haben, auf der wir uns, tänzerisch, verständigen können. Daß dies möglich ist, habe ich selbst viele Male erlebt.

Für mich persönlich kam diese Erklärung von Carolena genau passend. Denn ich habe mein eigenes Format auf den Weg gebracht, Neas Fundamentals. All die Erfahrung, mein Wissen und der Stil, den Neas Tribal und ich tanzen, ist Neas Fundamentals. Und da mir ATS nach FCBD, dessen Haltung und Ausstrahlung am Herzen liegen, ist das natürlich das Herzstück dieses Projekts. Und der überwiegende Teil des Old School ATS wird innerhalb der Neas Fundamentals als Basis unterrichtet. Darüber hinaus bin ich meinen eigenen Weg gegangen, genauso wie uns Carolena  auffordert. Ich bin sehr froh, daß ich sie persönlich kennen gelernt habe, sie hautnah auf der Bühne erleben durfte, und ich ihren Blick beim Unterricht in ihrem Studio auf mir spüren konnte. Sie hat der Tribalwelt viel geschenkt mit dem FCBD ATS, nun sind wir an der Reihe dieses Geschenk mit Respekt zu behandeln und das Beste draus zu machen.
Gabriele Keiner tanzt als „Gabriella“ u.a. in dem von ihr geleiteten Tribe „Neas Tribal“, www.neastribal.com, sie ist 2. Vorsitzende des Tribal D.A.CH. Vereins www.tribal-dach.de und sie führt in verschiedenen Regionen (von Norddeutschland bis Österreich) Tribal-Projekte durch. Dies ist nur eine kleine Auswahl ihrer vielseitigen Aktivitäten.

Carolena Nericcio wird 2011 zum ersten Mal nach
Deutschland kommen, in Zusammenarbeit mit Gabriella und dem Tribal D.A.CH.Verein.