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Dud Muurmand nimmt niemals ihren gehörnten Helm ab, nicht einmal nachts. (Sie versteckt ihn lediglich manchmal unter ihrem rabenschwarzen Haar.) Wieder einmal kommen ihre Wikingerinnen über uns, und wir können sie nur gnädig stimmen, indem wir ihnen kräftig Applaus spenden. Dafür bringen sie aber auch jedes Jahr wunderbare Darbietungen mit, und Dud sprudelt regelmäßig vor tollen Ideen über. Hier erzählt eine der kreativsten Frauen Europas, was sie für Hannover 2015 ausgekocht hat. Fangt schon mal an zu zittern …
Wie viele kommen von euch?
Ha! Macht euch auf was gefaßt, ein ganzes Drachenboot kommt zu euch gefahren! Und wir machen Gefangene (die sich nur mit einem Bier freikaufen können, oder auch zwei, dann werden sie geschont). Auf dem Drachenboot aus Dänemark stehen acht stolze Wikingerinnen. Fünf von ihnen tanzen bei „Tribe of Gaia“ oder „Asynja Tribal“ mit oder bringen ein Solo (wie Dud und Lisa), und die restlichen drei sind nur dabei, um uns beim Tragen der unermeßlichen Beute zu helfen.

Wie gedeihen Tribal und Tribal Fusion in Nord-Europa (Wikingerland)?
Beide erfreuen sich wachsender Beliebtheit, sowohl in Dänemark als auch in den anderen nordischen Landen. Man könnte meinen, eine ATS®-Welle habe uns erfaßt, aber auch der Tribal Fusion ist im Kommen. Ich, deren Herz ja insgeheim für den „burlesque“ schlägt, freue mich ganz diebisch darüber, daß der „burlesque fusion“ immer mehr Anhänger findet, vor allem ganz oben, in Nord-Schweden und –Norwegen. In den letzten drei Jahren hat sich dort eine richtige Szene entwickelt. Die kann sich mittlerweile ehrlich sehen lassen.

Wie ist es dem „Tribe of Gaia“ seit dem letzten Überfall auf Hannover ergangen?
Wir haben uns mit einer ganzen Reihe von Projekten beschäftigt, wie den “Dark Weekend Performance Collaborations” und anderen kulturellen Veranstaltungen hier in Kopenhagen. Im Augenblick lassen wir es allerdings etwas ruhiger angehen, denn ich habe einige Zeit für meine Solo-Arbeit gebraucht. Aber im Frühjahr habe ich mich wieder auf den Regisseursstuhl geworfen, um etwas ganz und gar Spektakuläres für einen Gruppen-Auftritt zu entwickeln.
In der Gruppe selbst hat es ein paar personelle Veränderungen gegeben, und ich bin ziemlich froh darüber, wie sehr das neue Quartett bei den Proben zu unserem neuen Stück geglänzt hat, mit dem wir in Hannover auftreten wollen. Darin sind viele von meinen Lieblings-Sujets eingewoben: Drama, Finsternis, Hexenmagie, fliegende Röcke und jede Menge Wikinger-Atmosphäre.
Und was werden wir von dir auf der Bühne sehen?
Meine Solos (oh ja, ich tanze zwei) unterscheiden sich total voneinander. Für das „Friday Varieté“ habe ich mir etwas ganz Besonderes ausgedacht, ein „Kabarett-Fusion“ mit einem Musikstück aus meinem absoluten Lieblingsfilm, „Cabaret“; welches Stück wird noch nicht verraten, nur so viel: auf dem Boden meines Drachenbootes schmuggle ich ein paar Jazz-Musiker ein.

Der Samstag steht dann ja mehr unter mystischen Vorzeichen und so habe ich mich, wer hätte das gedacht, für das Wikinger-Thema entschieden. Aber diesmal trete ich als Kriegerin auf. Die alten nordischen Sagen haben mich immer schon fasziniert, vor allem die Schicksalsfrauen, die Nornen, und die anderen weisen Frauen. Und so bestimmt unsere Sagenwelt meinen ganz persönlichen Tribal Fusion.
Was lehrt die weise Dud in ihrem Workshop?
Mein "Drillz & Thrillz, but keep the Chillz" – läßt sich am ehesten mit „Düsterer Spaß“ umschreiben. Wir üben traditionelle Fusion-Schritte und –Techniken ein – sowohl die weichen, schlangen- gleichen, als auch die scharfen und akzentuierten, und zu denen bringe ich euch einige neue und frische Kombinationen bei, die das Publikum fesseln. Bei diesen Kombinationen handelt es sich um Ausschnitte meiner jüngsten Fusion-Choreographien, und so erhaltet ihr Tanz-Puzzle-Teile mit einem unterschiedlichen Grad an Ausdruck und Dramatik. Und wir wenden uns ein paar besonderen Techniken zu, die einem bei „dark and dramtic“ weiterhelfen, wie z.B. das Spiel mit den Ebenen, wegtauchen, geduckte Bewegungen auf halber Höhe und noch mehr gruseliges Zeug.
Welche Zukunft werden die Nornen, die Schicksalsgöttinnen, für euch weben?
Wie unsere Zukunft aussehen wird? Wohlan denn, die nahe Zukunft bringt im Sommer das „Intensive Tribal CPH“ (CPH ist die internationale Abkürzung für Kopenhagen), das bereits jetzt ein tolles Programm mit noch tolleren skandinavischen Tänzerinnen beisammen hat. Am 12. und 13. September komme ich wieder nach Deutschland, genauer ins fränkische Ansbach zu Martha Saunders, worauf ich mich schon ganz besonders freue. Und in der weiteren Zukunft lauert schon das „Dark Weekend“-Wochenende 2016 (wir haben 2015 ausfallen lassen) … Aber was die fernere Zukunft angeht, da brauen sich in meinem Kopf bereits einige verrückte träume zusammen … und über die kann ich nur mit einem magischen „Carlsberg“ (oder einem beliebigen anderen Hopfen-Humpen) sprechen. Also, wollt ihr mehr davon erfahren, he-he?

Aus Dänemark die allerherzlichsten Grüße, wir setzen bereits die Segel und freuen uns wie verrückt darauf, euch alle schon sehr bald wiederzusehen!

Herzliche Umarmungen,
Dud

Workshop mit Dud Muurmand
Samstag, 13.6., 15:00 - 17:00h, Level M

“Drillz and Thrillz, but keep the Chillz”
Tribal Fusion with a dark twist

New dark and dramatic steps and combos to challenge and thrill!
Anmeldung hier ...
Homepages
www.dudmuurmand.dk
www.tribaldance.dk

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Dud Muurmand
Tribe of Gaia
Grafik (oben) und Photos, wenn nicht anders vermerkt © Konstanze Winkler
photo © Nils Djervad
WebDesign: Konstanze Winkler
"Tribe of Gaia" haben Marcel niedergerungen (Tribal Festival Hannover 2010)
weiter zum Interview mit Lisa Bugel Jørgensen ...
DIE WIKINGER K-K-KOMMEN!
Interview mit Dud Muurmand

- von Marcel Bieger
(auch Übersetzung)