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Anja Waidele
Photos © Konstanze Winkler
Grafische Gestaltung/WebDesign Konstanze Winkler
ELEGANZ UND ÜBERMUT

Zur Show „Just Dance 2“
von Apsara Habiba und Shahrazad

von Marcel Bieger

Juni in Köln, angeblich Sommer, es regnet in Strömen. Wir versammeln uns in einem Zirkuszelt, durch dessen Dach es im weiteren Verlauf der Veranstaltung erst langsam und dann immer mehr tröpfelt. Und dennoch, die Stimmung ist von Anfang an grandios, Apsara Habiba und Shahrazad, zwei der Größten in der Kölner Tanzszene (und weit darüber hinaus), haben zu JUST DANCE 2 geladen, einer Show mit viel Lokalkolorit aber auch Stars von anderswo und von Rang.

Das Zirkuszelt mit seiner anheimelnden Atmosphäre tut ein übriges, und ganz ehrlich, wenn’s aus dicken schwarzen Wolken aufs Dach trommelt, dann hat das doch auch etwas.
Wir erfreuen uns am vielen Programm, denn wie bei diesen beiden üblich, wird an Darbietungen nicht gespart.

Anja Waidele, die wir auch von den „Orient Desaster“-Shows in gleicher Funktion kennen, führt durch den Abend und weiß zu unterhalten. Den Anfang macht Belladonna mit einem Balkan Tribal Fusion der schmissigen, lebendigen Art; dafür sorgen elf Frauen mit hübsch getanzten Figuren.
– Ihnen folgen Shahrazad und die
Arya Tara Group mit dem „Arya Tara Song“ einem ätherisch getragenen Tanz mit Zimbeln und voller Mystik.
Mephista fegt mit einem Charleston durchs Manegenrund, der sich wirklich sehen lassen kann, da schwätzt keine mehr mit der Nachbarin, da starrt alles gebannt hin.
– Mit doppeltem Fächerschleier zeigen sich Nara Tamadur, eine ebenso elegante wie artistisch perfekte Darbietung. – Shahrazads Vorzeigetruppe, Salomons Töchter, schwebt auf die Bühne, zu einem formvollendeten Ensemble-Tanz mit viel Schleier.
Einen Vintage Belly Fusion soll es jetzt geben, was das wohl sein mag? Darauf kann nur eine die Antwort liefern – Xahira!-, die hier einen schwarzen Gothic-Vogel mit Fächerschleierflügeln gibt. – Was Mutabor ganz bescheiden als „Oriental Routine“ ankündigen, erweist sich eher als das Gegenteil, nämlich ein ziemlich leidenschaftlich und romantisch vorgetragenes Orientstück.
Apsara Habiba kommt uns ganz klassisch mit Doppelschleier (obwohl die ja noch ziemlich jung dabei sind) und Shimmies. – Danach betritt Shahrazad mit einer kleinen Theatertruppe die Manege und erzählt sehr stimmig und beeindruckend ein Stück aus dem indischen Pantheon.
Den Abschluß der ersten Halbzeit bilden Aisa Lafour aus Holland und Anusch Alawerdian aus Armenien/NL, zwei gefragte internationale Stars, die ihre Lehr- und Wanderjahre bei Shahrazad absolviert haben. Sie zeigen ein tolles Raks-Sharki-Duo voller Tempo und Anmut, und sehr synchron.
Den zweiten Block beginnen Chandrakala mit dem sehr indisch angehauchten Stück „Mantra Sleeve Dance“.

– Recht kriegerisch geht es zu, wenn Goondarani mit kurzem Speer ihren Stammestanz vorführen, eben tribaln.

– Wieder wird es klassisch, wenn die elegante Anusch Alawerdian mit Baladi beginnt und mit Trommelsolo endet.  – Schließlich bitten Mutabor zum „Tango Oriental“, ein ansteckend künstlerisches und flottes Stück.
Shahrazad erscheint zum orientalischen Solo „Enta Omri“ das Rund und überzeugt sofort durch Energie, Ausdruck und Grazie.

– Xahira und Mephista, die wir bereits einzeln gesehen haben, bilden zusammen das Duo KarMa und lassen es ordentlich krachen (vor Gelächter im Publikum nämlich), wenn sie als hochtoupierte Blondinen mit „Bienenkorb“-Frisur gegeneinander zum Duell antreten und sich mit Haarspray-Dosen einnebeln. Es folgt ein R & B Stück der 60er Jahre, zu dem die beiden lässig abgrooven und abhotten.

– Der Tribal-Stamm Belladonna kommt uns mit einem Vintage-Stück, dem zur Zeit angesagtesten Tribal Fusion-Genre, in der Formations-Variante.
Apsara Habiba führt uns in ihrem zweiten Solo vor, wie sie sich das Thema „Steampunk“ erarbeitet hat und baut auch noch geschickt einen Trommelsolo-Tanz mit ein.
Zum Finale kommen natürlich alle wieder auf die Bühne und bieten in ebenso beschwingtes wie farbenfrohes Abschluß-Tableau. Ein sehr schöner Tag geht zu Ende.
Mag es in diesem Jahr auch keine neue Ausgabe von „Just Dance“ geben, so verharren die beiden Veranstalterinnen doch längst nicht in Untätigkeit. Apsara Habiba hat ihr episches Werk, „Tanz des Mondes“, um ein neues Kapitel bereichert, das am nächsten Montag und
Dienstag (30.4. und 1.5.2012) im Kölner Arkadas Theater zur Aufführung kommt, und in dem etliche der Just Dance-Künstler mitwirken.

Shahrazad gehört zu den Auserwählten der Club Bellydance Tournee, wenn die 6 Tänzerinnen der Bellydance Superstars durch Europa touren. Drei deutsche Städte sind auch dabei, Nürnberg, Ulm und Köln, und in letzterer Stadt wird Shahrazad ein Großteil der Tänzerinnen und Gruppen aus „Just Dance 2“ am 16. Mai 2012 im Pfarrsaal St. Konrad auf die Bühne bitten. Wir freuen uns schon drauf.

Aisa Lafour kommt mit einem überaus tempo- geladenen, gleichwohl immer eleganten Raks Sharki und füllt mit ihren schwungvollen Bewegungen die ganze Manege.
– Den Abschluß bilden Salomons Töchter und führen uns aus der griechischen Sagenwelt „Odysseus und die Sirenen“ vor. Ein kraftvolles und phantasiereiches Mini-„Dancical“, das man gern noch öfter sehen würde.
Homepages: www.shahrazad.de und www.apsarahabiba.de
Finale
Aisa Lafour
Salomons Töchter
Apsara Habiba
Belladonna
Shahrazad
Duo KarMa
Anusch Alawerdian
Goondarani
Mutabor
Chandrakala
Apsara Habiba
Aisa Lafour und Anusch Alawerdian
Xahira
Mutabor
Shahrazad & Golden Lotus
Nara Tamadur
Belladonna
Mephista
Shahrazad & Arya Tara Group
Salomons Töchter